Blackphone: High-End-Smartphone mit Privatsphäre- und Datenschutz-Fokus angekündigt

Mateusz Holzhauer 9

Der gestiegene Bedarf nach mehr Datenschutz und Privatsphäre dringt auf den Mobilgeräte-Markt durch. Verschlüsselungs-Apps wie RedPhone oder Threema finden steten Zuwachs. Mit dem Blackphone soll nun auch der Wunsch nach sicherer Hardware erfüllt werden – und das ohne Verzicht in puncto Leistung.

Blackphone: High-End-Smartphone mit Privatsphäre- und Datenschutz-Fokus angekündigt

Die Entwicklung mobiler Technologien hat unseren Alltag stark beeinflusst, die Taschencomputer sind kaum mehr wegzudenken. Das Mehr an Technik führt jedoch zu neuen Risiken. Wer heute einen Anruf tätigt oder eine Nachricht mit prekärem Inhalt verschickt, der hat vielleicht das mediale Echo der Berichterstattung zu dem Geheimdienstskandal um NSA und GCHQ im Hinterkopf. Aber auch Google sammelt immer mehr Daten über seine Nutzer – für viele ein Grund zur Besorgnis. Da kommt die Ankündigung des Blackphones jedem besorgten Smartphone-Nutzer gelegen.

Laut den Entwicklern ist es das weltweit erste Smartphone mit Fokus auf Privatsphäre und gleichzeitiger Kontrolle – ohne Kompromisse gegenüber dem Mobilfunkanbieter, also ohne SIM-Lock. Neben abhörsicheren Telefonaten, Videochats und Textnachrichten, soll anonymes Surfen mittels VPN wie auch das sichere Abspeichern von Daten ermöglicht werden. Die dafür benötigten Apps sind vorinstalliert und werden mit dem eigens auf Android-Basis entwickelten Betriebssystem PrivatOS ausgeliefert. Technische Grundlage für das Rundum-sicher-Paket soll Hardware aus der High-End-Kategorie sein. Genauere Angaben wurden hierzu, wie auch zum Preis nicht gemacht. Diese werden wir wohl erst ab dem 24. Februar in Erfahrung bringen können. Denn pünktlich zum Mobile World Congress (MWC) 2014 in Barcelona wird das Blackphone nicht nur das erste Mal der Öffentlichkeit vorgeführt, ebenso können die ersten Vorbestellungen abgegeben werden.

Hinter Blackphone verbirgt sich ein Joint Venture, bestehend aus dem spanischen Handyhersteller Geeksphone und der Firma Silent Circle, die Verschlüsselungssoftware für verschiedene Plattformen und Anwendungsgebiete anbietet. Einer der Köpfe hinter Blackphone und Mitbegründer von Silent Circle ist Phil Zimmermann, besser bekannt als Erfinder der E-Mail-Verschlüsselungs-Software PGP. Als Sitz der Unternehmung entschied sich das Firmen-Duo für die Schweiz, die weltweit für ihre strengen Datenschutz-Richtlinien bekannt ist – zumindest wenn es um Bankdaten geht.

Geeksphone hat es nie zu großer Popularität gebracht und macht derzeit nur durch die Entwicklung von Geräten für Mozillas Firefox OS auf sich aufmerksam. Mit Silent Circle sitzt jedoch ein erfahrener Technologie- und Verschlüsselungsexperte an Bord, der kaum Zweifel an der beworbenen Privatsphäre aufkommen lässt. Zusätzliche Sicherheit ohne auf die Lieblings-Apps verzichten oder Einbußen bei der Leistung hinnehmen zu müssen, runden das ganze ab und machen durchaus neugierig auf mehr. Wiewohl aus unserer Sicht fraglich ist, ob man für Apps auf das Google-Ökosystem zurückgreifen wird. Schließlich sind mit der dafür notwendigen Lizenz auch Bestimmungen verbunden, die es Google erlauben, unter Umständen umfangreiche Daten über den Nutzer zu sammeln, was wiederum dem Konzept des Gerätes widerspräche.

Fraglich bleibt auch der Preis, denn anders als von Blackphone dargestellt, gibt es durchaus schon abhörsichere Handys – im 4-stelligen Preissegment beginnend. Leider bleibt auch beim sichersten Smartphone immer noch ein Manko: Wenn das angerufene Gegenstück keine Verschlüsselungstechnik beherrscht, kann die Kommunikation auch nicht verschlüsselt werden. Findet ihr, dass das keine Rolle spielt, da früher oder später sowieso jeder auf den Datenschutz-Zug aufspringt? Oder ist das nur eine vorübergehende Ausgeburt paranoider Wahnvorstellungen? Wir freuen uns auf eure Meinung in den Kommentaren.

Quelle: Blackphone [via GigaOM]

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