300 Millionen US-Dollar für Essential: Startup vom Android-Erfinder wird mit Geld überschüttet

Kaan Gürayer

Geldregen für Essential: In einer Finanzierungsrunde hat das neue Unternehmen von Android-Erfinder Andy Rubin 300 Millionen US-Dollar eingenommen. Trotz des Millioneninvestmens hat der Hersteller aber mit Startschwierigkeiten zu kämpfen. 

Auch die innovativsten Ideen können scheitern, wenn ihnen das Geld ausgeht. Bei Essential, dem neuen Startup von Android-Vater Andy Rubin, ist der Geldschrank nach der zweiten Finanzierungsrunde aber glücklicherweise prall gefüllt. Satte 300 Millionen US-Dollar hat der neu gegründete Hersteller von Investoren eingenommen, die Gesamtbewertung des Unternehmens liegt zwischen 900 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar. Keine schlechten Zahlen für einen Konzern, der mit dem Essential PH-1 und Essential Home zwar bereits Produkte angekündigt, aber noch nicht ausgeliefert hat.

Besonders beeindruckend: Die Finanzierungsrunde fand zwei Tage vor der Vorstellung des Smartphones und smarten Lautsprechers statt. Die Investoren hatten also keine Gelegenheit, das Feedback auf die Präsentation der beiden Geräte abzuwarten, sondern machten ihr Investment vorher. Ganz offensichtlich hat sie Rubins Strategie überzeugt.

Zu den Investoren gehört neben Tencent Holdings, einer chinesischen Investorengruppe und Anbieter von Onlinespielen, auch Foxconn und damit einer größten Elektronikhersteller der Welt. Essential selbst wollte sich zur Finanzierungsrunde nicht äußern.

Markenstreit mit Spigen

Wer nun glaubt, dass nach dem Geldsegen bei Essential eitel Sonnenschein herrscht, irrt jedoch. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einem Streit mit dem Smartphone-Zubehörhersteller Spigen, der seit August 2016 die Markenrechte für den Begriff „Essential“ besitzt und damit zum Beispiel Akkupacks und Bluetooth-Kopfhörer benennt. Zweimal hat Essential beim US-Marken- und Patentamt bereits versucht, sich die Markenrechte an „Essential“ zu sichern, wurde von der Behörde mit Verweis auf Spigens Eigentümerschaft der Marke aber abgewiesen. Rubin war also vollkommen bewusst, dass es Probleme mit dem Begriff „Essential“ geben könnte, nannte sein Unternehmen aber dennoch so.

Nächster Halt Gerichtssaal?

Wie der Streit zwischen Essential und Spigen weitergeht, steht in den Sternen. Der Zubehörhersteller hat Essential aber eine Unterlassungserklärung zukommen lassen, die das Smartphone-Startup auffordert, unverzüglich die Verwendung der „Essential“-Marke einzustellen. Eine offizielle Antwort seitens Essential steht zwar bislang noch aus, doch ein Sprecher des Unternehmens teilte gegenüber Android Police mit, dass „solche Drohschreiben üblich in der Branche“ seien und Essential der festen Überzeugung sei, dass sie keine inhaltliche Basis hätten.

Das hört sich nicht so an, als würde Essential klein beigeben wollen. Die nächste Etappe im Streit dürfte also womöglich im Gerichtssaal stattfinden.

Quelle: Android Police, (2)

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