EU stoppt aktuelle Roaming-Aus-Pläne

Marco Di Lorenzo 1

Im Juni 2017 sollen die lästigen Roaming-Gebühren für’s telefonieren, SMS-Schreiben und Surfen innerhalb der EU Geschichte sein. Doch der ursprüngliche Plan enthielt einen riesigen Haken, der heftige Proteste von Usern und Verbraucherschützern zur Folge hatte. Jetzt rudert die EU-Kommission zurück.

EU stoppt aktuelle Roaming-Aus-Pläne
Bildquelle: Bildquelle: Flickr – MPD01605 / CC BY-SA 2.0 .

Grund für den ganzen Wirbel war eine Sonderregelung im Roaming-Stopp-Plan der EU: Diese hatte bislang vorgesehen, dass das kostenfreie Roaming ab Mitte 2017 nur auf 90 Tage befristet sein sollte. Danach könnten Mobilfunker wieder Extra-Gebühren verlangen. Diese waren auf maximal vier Cent pro Minute, ein Cent pro SMS und 0,85 Cent pro Megabyte begrenzt. Diese sogenannte Fair-Use-Regel hätte laut EU sicherstellen sollen, dass Bürger sich im Ausland sich nicht einfach einen günstigeren Handytarif zulegen, den sie dann in ihrem Heimatland nutzen.

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EU vor den Mobilfunkern in die Knie gegangen

Doch Kritiker haben das anders gesehen: Die EU könnte sich einfach nicht gegen die starke Lobby der Mobilfunker durchsetzen, die nicht auf das lukrative Roaming-Geschäft verzichten wollen. Und obwohl die EU-Kommission zuvor erklärt hatte, dass das 90-Tage-Kontigent hinreichend für sowohl Urlauber als auch Geschäftsreisende sei, hat man jetzt frühzeitig die Reißleine gezogen. Der Plan soll nun überarbeitet werden. Ob die Ausnahmeregelung dabei komplett fällt, zeitlich ausgedehnt wird oder aber das EU-Roaming gänzlich neu geregelt wird, wurde nicht verraten.

EU hält an Roaming-Aus bis 2017 fest

Großes Ziel sei jedoch weiterhin, dass die Roaminggebühren bis Juni 2017 abgeschafft werden. Das bisherige Modell mit der 90-Tage-Befristung ist letztlich für Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker persönlich aber „nicht gut genug“ gewesen.

Dem Stopp ist riesige Kritik von Verbraucherschützern vorrausgegangen: Man hatte der EU nachgesagt, dass man den Mobilfunkern durch eine Hintertüre die Möglichkeit gebe, das klassische Roamingmodell weiterhin anzuwenden. Nicht nur die 90-Tage-Regelung war ihnen dabei ein Dorn im Auge; auch eine Limitierung der Auslandnutzung auf 30 Tage am Stück hatte der Ursprungsplan vorgesehen.

Am 15. Dezember sollen die neuen Roaming-Regelungen in der neuen Version beschlossen werden.

Quelle: Spiegel Online

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