Fire Phone: Amazons erstes Smartphone floppt, verursacht tiefrote Quartalszahlen

Rafael Thiel 13

Amazon enttäuscht seine Anleger und verliert Boden an der Börse: Der US-Konzern musste im vergangenen Quartal einen Verlust in Höhe von 437 Millionen US-Dollar hinnehmen und kann zudem trotz des anstehenden lukrativen Weihnachtsgeschäfts keine zufriedenstellenden Prognosen für das laufende Quartal abgeben. Obendrein musste Amazon-Chef Jeff Bezos eingestehen, dass das erst vor wenigen Monaten lancierte Fire Phone ein Flop sei und großen Anteil an der derzeitigen finanziellen Misere trägt.

Fire Phone: Amazons erstes Smartphone floppt, verursacht tiefrote Quartalszahlen

Jeff Bezos versteht es in der Regel die Anleger an der Stange zu halten und den kostspieligen Expansionskurs überzeugend zu rechtfertigen, allerdings scheint der aktuelle Quartalsbericht selbst die an und für sich mit roten Zahlen vertrauten Aktionäre von Amazon zu beeindrucken – im negativen Sinn. Die Aktie des US-Konzerns sank nachbörslich um fast zehn Prozent. Der Verlust für das dritte Quartal beträgt satte 437 Millionen US-Dollar (etwa 345 Millionen Euro) und hat sich somit verglichen mit dem vorangegangenen Vierteljahr mehr als verdreifacht.

Doch damit nicht genug: Amazon konnte den Umsatz zwar um 20 Prozent auf 20,58 Milliarden US-Dollar steigern, liegt damit aber rund 250 Millionen US-Dollar unter den Prognosen der Wirtschaftsexperten. Darüber hinaus musste der Konzern, der sich auf zunehmend mehr Hochzeiten versucht, satte 170 Millionen US-Dollar aufgrund der schwachen Verkaufszahlen des im Sommer diesen Jahres auf den Markt gebrachten Fire Phones abschreiben. Das Smartphone konnte nicht überzeugen, wodurch Amazon den Preis nur wenige Wochen nach Marktstart bereits herabsenkte – ein Ladenhüter ist es dennoch geblieben. Mit der Set-Top-Box Fire TV ist jedoch schon das nächste ambitionierte Projekt am Start. Dazu belastet die Übernahme der Videospiel-Plattform Twitch für eine Milliarde US-Dollar das Portmonnaie.

Amazon war ebenso nicht in der Lage, zufriedenstellende Prognosen für das laufende Quartal abzugeben. Die Vorhersagen beim operativen Ergebnis liegen zwischen einem Minus von 570 Millionen US-Dollar und einem Plus von 430 Millionen US-Dollar, trotz des lukrativen Weihnachtsgeschäfts vor der Brust. Zuletzt erklärte Bezos, dass die hohen Investitionen zwar kurzfristig die Bilanz belasteten, sich dies langfristig aber rechnen werde. Dies entspricht auch Amazons Ausrichtung auf langfristigen Erfolg.

[via Re/Code, Zeit]

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