Amazon Fire Phone: Einkaufen mit perfekter Blickrichtung (Kommentar)

Martin Malischek 8

Vor wenigen Stunden hat uns Amazon das „Fire Phone“ präsentiert. Die grundlegende Frage für den Erfolg des Gerätes aus dem Hause Amazon: „Was für einen Zweck erfüllt das Amazon-Smartphone?“ Diese kann jedoch nicht vollständig beantwortet werden.

Amazon Fire Phone - Intro.

Irgendwie habe ich mir mehr erwartet, als Amazon mit dem „Fire Phone“ endlich sein hauseigenes Smartphone vorstellte. Versteht mich nicht falsch, das Amazon-Gerät besticht durch seine Funktionalität, indem es den Blickwinkel sowie die Position und die Entfernung des Nutzers einfängt sowie mit der Firefly-App, die das Einkaufen deutlich erleichtert. Das Smartphone scheint eine Mischung aus Mittelmäßigkeiten zu sein, die es nicht so richtig herausstechen lassen wollen.

Amazons Fire Phone: Bewertung der Spezifikationen

Was das Smartphone schlussendlich auf dem Kasten hat und wie gut es läuft, kann natürlich nur abschließend bewertet werden, wenn man das Gerät zumindest einmal in der Hand hatte. Mit einem reinen Blick auf die Spezifikationen des Fire Phones tauchen jedoch bereits einige Fragen auf: Das Amazon-Smartphone setzt „nur“ auf die hauseigene Software „Fire OS 3.5.0“, welche auf Android basiert. Auf dieser laufen zwar mittlerweile, dank des stark beworbenen Amazon App-Shops, relativ viele Apps, aber noch lange nicht alle. Im Vergleich zum Play Store fällt die Auswahl dann doch eher schlecht als recht aus.

Zusätzlich wurde hier lediglich auf einen Snapdragon 800 sowie 2 GByte Arbeitsspeicher gesetzt. Ein kleines Upgrade dieser Komponenten würde das Smartphone deutlich aufwerten. Des Weiteren setzt das 4,7 Zoll IPS-Panel auf eine HD-Auflösung, bei den genannten Daten hätte man dann doch einen Full HD-Bildschirm erwartet. Auch wenn für den Preis der 32 GByte-Variante von 649$ ebenfalls vier Infrarot-Kameras eingebaut sind, die für den optimalen Blickwinkel und weitere Spielereien sorgen, scheint der Preis dennoch schlussendlich etwas hoch.

Und das wohl nicht, weil ich den Wert der vier verbauten Infrarot-Knippsen auf der Geräte-Vorderseite unterschätze, sondern eher mehr, weil ich den Nutzen dieser mit einem 720 p-Display sowie dem Nutzen an sich für den Verbraucher doch in Frage stellen möchte. Klar verleiht das Steuern rein durch den Blickwinkel auf das Smartphone doch einiges mehr an Spielspaß, hierbei handelt es sich jedoch mehr um eine Spielerei. Diese bringen dem Nutzer zwar eine verbesserte Bedienbarkeit und Darstellung der Elemente und damit eine einfachere Handhabung, bringen aber auch Mehrkosten des Geräts mit sich.

Vielleicht täusche ich mich jedoch in dem Fall und bei dem ersten Handson des Smartphones falle ich aus allen Wolken und bin hellauf begeistert.

Will Amazon mit dem Smartphone nur zum Kauf verleiten?

Amazon Fire Phone - Customer.

Der Versandhändler stellt einige nützliche Funktionen mit dem Fire Phone bereit. Vor allem die App Firefly kann sich durchaus sehen lassen. In der Datenbank der Anwendung finden sich über 100 Millionen Produkte, die sich mit einem einfachen Einscannen über die 13 Megapixel-Kamera auf der Rückseite des Geräts aufrufen lassen sollen. Letzten Endes kaufen wir damit aber auch einen Produkt-Scanner, welcher die Verkäufe des Versandriesen bei häufiger Nutzung der App doch deutlich nach oben treiben könnte.

Dieses Manko will ich der bei der Präsentation viel beworbenen Firefly-App doch unterstellen wollen. Auch, wenn sie durch weitere Funktionen wie beispielsweise der Songerkennung sowie der Bereitstellung von Informationen, zum Beispiel der Anzeige von Filmfakten aus der IMDB-Datenbank oder von Wikipedia, einen deutlichen Zusatznutzen bringt.

Fazit: Preis gegenüber Nutzerfreundlichkeit zu hoch

Amazon mag sicher lange über den Preis philosophiert haben und hat mit großer Wahrscheinlichkeit auch versucht, das beste Preis-/Leistungsverhältnis rauszuschlagen. Dennoch kauft der Kunde, wie bereits erwähnt, auch gleichzeitig einen Amazon-Scanner. Dieser beeindruckt zwar mit 3D-Spielereien, die Auswahl an Android-Apps ist jedoch stark eingeschränkt.

Android-Freunde werden im Amazon App-Shop schnell an ihre Grenzen stoßen, Einsteiger wohl von dem hohen Preis zurückschrecken. Amazon versucht zwar mit den vielen Zusatzangeboten, die mit dem Fire Phone beim Nutzer eintreffen, diese Abstriche wieder wett zu machen, ich persönlich würde jedoch trotzdem nicht auf Dauer mit dem Smartphone warm werden.

Entweder hätte das Unternehmen ein paar Abstriche in Sachen Spezifikationen, einer Implementierung des Play Stores von Google oder dann doch mit besserer Hardware locken müssen. So bekommt man zwar von allem etwas, aber irgendwie doch nicht alles, was man sich von einem Smartphone erhofft. Für den Preis gibt es doch einige Smartphones mit vollwertigem Android, welche jedoch nicht mit einer 3D-Ansicht beeindrucken können.

Bildquelle: TechCrunch

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