In den vergangenen Tagen hatte ich die Möglichkeit, mich ein wenig mit Amazons Fire Phone auseinander zu setzen. So wirklich überzeugen konnte mich das Gerät dabei allerdings nicht.

 

Fire Phone

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Fire Phone

Amazons Fire Phone ist nicht unbedingt das, was man als highend klassifizieren würde. Amazon sieht das aber wohl etwas anders und hat bei der Präsentation immer wieder davon geredet, dass das Gerät zur Oberklasse gehört. Die technischen Spezifikationen sind aber eher der oberen Mittelklasse zuzuordnen, was ja an sich nichts schlecht ist, nur sollte man das dann eben auch so verkaufen. Die besonderen Features geben dem Gerät zwar ein Alleinstellungsmerkmal, im Alltag geraten diese aber schnell in Vergessenheit oder erweisen sich als zu wenig zuverlässig, als das man sie wirklich nutzen möchte. Nach meinem ersten doch ziemlich positiven ersten Eindruck (im Video zu sehen) hat sich meine Meinung zu dem Gerät nun also etwas geändert.

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Amazon Fire Phone: Hands-On

Fire Phone: Design, Optik und Haptik

Alles in allem ist das Fire Phone ein solides Gerät, zumindest wenn man es als ein Gerät aus dem oberen Mittelsegment ansieht. Die Verarbeitung ist sehr gut, die Ton-in-Ton-Farbgebung spricht mich persönlich sehr an. Alles in Schwarz ist einfach schick. Etwas dezenter hätte Amazon mit der Platzierung des doch recht aufdringlichen Logos sein können (z.B. hätte man auch nur das „a“-Logo verwenden oder den Schriftzug auch in einem sich abhebenden Schwarz gestalten können).

Die Wahl, Glas auf der hinteren Abdeckung zu nutzen ist einerseits zwar ganz schick (wie auch bei den Sony Xperia Z-Geräten) sorgt aber für viele, viele Fingerabdrücke und Fettschlieren. Dann doch lieber ein etwas weniger anfälliges Material.

Da das Fire Phone ein „nur“ 4,7 Zoll großes Display besitzt, hält sich der Umfang in Maßen, die Bedienung mit einer Hand ist also zum Teil noch möglich. Dennoch wirkt das Gerät für eine solche Bildschirmdiagonlae doch etwas groß. Zudem wiegt das Gerät mit 160 Gramm deutlich mehr, als viele Geräte der Konkurrenz, wodurch es zusätzlich etwas klobig wirkt.

Oberfläche und Bedienung

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Amazon baut sein eigenes Betriebssystem namens Fire OS zwar auf Android auf, dies ist allerdings überhaupt nicht mehr zu erkennen. Die Menüführung funktioniert anders, der Aufbau der Apps und Widgets ist dabei zunächst einmal sehr ungewohnt, zugleich aber auch spannend. Zumindest am Anfang. Anders als bei normalen Android-Geräten liefert Amazon hier ein Menü-Karussell, bei dem nicht nur das Logo einer App dargestellt wird, sondern auch gleich noch aktuelle Inhalte zu dieser.Quasi eine Kombination aus App und Widget also, die schnell Zugriff auf aktuelle Informationen ermöglicht. Mit einem Wische von links nach rechts und umgekehrt lassen sich hier die verschiedenen Anwendungen begutachten und öffnen.

Auf ein klassischeres Doc, in dem vier häufig genutzte Apps abgelegt werden können (die Vorauswahl is Telefon, Nachrichten, E-Mail und der Silk-Browser) muss man aber auch hier nicht verzichten. Und auch einen App Drawer bietet das Gerät, in dem sich dann alle installierten Apps befinden. Dieser lässt sich mit einem Wisch von unten nach oben oder mit einem Klick auf den Home-Knopf (hier „Startseite“ genannt) öffnen. Drückt man diesen Knopf zwei Mal erhält man außerdem Zugriff auf das sogenannte Quick Switch Menü, bei dem die zuletzt verwendeten Apps angezeigt werden.

Das Fire OS auf dem Fire Phone bietet zudem auch noch kontextuelle Menüs für bestimmte Anwendungen, die eigentlich ganz brauchbar sind. Diese lassen sich entweder mit Gesten (schnelles Kippen/Schwenken des Geräte nach links oder nach rechts) oder mit einem Wisch vom Rand des Gerätes öffnen. Angezeigt werden dabei zusätzliche Informationen wie etwa Lesezeichen bei der Verwendung von Maps, Informationen über Amazon-Bestellungen, Bücher Empfehlungen beim Verwenden des Kindle-Readers und mehr. Auch beim Verwenden des hauseigenen Silk-Browsers kommen diese Gesten zum Einsatz und ermöglichen das Scrollen durch Inhalte. Damit dies funktioniert, müssen die Apps allerdings dafür angepasst werden.

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Auf der Hauptseite bekommt man mit dem Kippen nach links/wischen vom linken Rand nach rechts Zugriff auf die verschiedenen Anwendungskategorien des Gerätes (Apps, Spiele, Web, Musik, Videos, Fotos, Bücher, Hörbücher, Dokumente, Einkaufen und Prime). Das mit dem Kippen/Schwenken funktioniert ganz gut, führt aber leider nicht immer zum gewünschten Resultat und so kehrt man dann doch wieder zum Wischen zurück.

Wie auch schon von den Kindle-Fire Tablets bekannt, liefert Amazon auch beim Fire Phone mit Mayday einen Hilfe-Dienst in Form eines Live-Chats an. Solltet ihr also ein Problem mit dem Gerät haben und nicht weiter wissen, könnt ihr diesen schnell anrufen, Amazon steht euch dann hilfreich zur Seite und kann dabei euer Gerät (nach eurer Einverständnis) auch fernsteuern. Gruselig, aber nützlich.

Auf Seite 2 geht es weiter mit Dynamic Perspective, Firefly, der Kamera und meinem Fazit