Galaxy Nexus: Android 4.4 KitKat wurde Google-intern getestet

Lukas Funk 15

Groß war der Unmut, als Google bekannt gab, dass das Galaxy Nexus kein offizielles Update auf Android 4.4 KitKat erhalten würde. Dass die neueste Android-Version aber auf dem letzten von Samsung gebauten Nexus-Smartphone zumindest intern getestet wurde, darauf deutet nun eine Statistik hin, die im Rahmen der Konferenz Devoxx von einem Google-Mitarbeiter präsentiert wurde.

Galaxy Nexus: Android 4.4 KitKat wurde Google-intern getestet

Offizielle Vorwände Gründe, warum Googles ehemaliges Flaggschiff Galaxy Nexus nicht auf traditionellem Wege auf Android 4.4 aktualisiert werden würde, gibt es viele — in einem früheren Artikel haben wir die 18 Monate Update-Garantie seitens Google, die auch die offizielle Lesart ist, diskutiert wie auch den von Texas Instruments‘ aus dem Markt für mobile Prozessoren und damit einhergehend der fehlende Treibersupport für den integrierten TI OMAP 4460-Chip.

Nun tauchen aber Hinweise darauf auf, dass zumindest Google-intern Builds der neuesten Android-Version auf dem Galaxy Nexus existieren und dass diese dazu verwendet wurden, die verbesserte Leistung der neuesten Android-Version gegenüber ihren Vorgängern festzuhalten. Während seiner Präsentation zum Thema Bildverarbeitung unter Android 4.4 zeigte Google-Mitarbeiter Nicolas Roard auf der Konferenz Devoxx, die seit Montag und noch bis heute in Antwerpen stattfindet, ein Diagramm zur verbesserten Bildverarbeitungsleistung verschiedener Android-Versionen, von Android 4.0 Ice Cream Sandwich bis Android 4.4 KitKat — hier noch unter dem Namen Key Lime Pie. Das Besondere daran: Erhoben wurden all diese Daten auf einem Galaxy Nexus (siehe Titelbild).

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Bevor nun aber Besitzer eines Galaxy Nexus vor lauter Vorfreude auf ein eventuell doch anstehendes Update Freudensprünge machen, sollen hier die pragmatischen Hintergründe erläutert werden. Die Statistik betrachtet nur die Versionen des „neuen“ Android nach Holo-Richtlinien, also ab Android 4.0. Dieses wurde damals auf dem Galaxy Nexus vorgestellt, offizielle Updates für Android Jelly Bean 4.1, 4.2 und 4.3 folgten. Hätte man für die Statistik neuere Hardware wie das Nexus 4 verwendet, hätten alte Android-Versionen speziell für diese kompiliert und gepasst werden müssen. Da Google mutmaßlich sowieso die Lauffähigkeit von Android 4.4 auf dem Galaxy Nexus getestet hat, lag es also näher, die Statistik mit dieser Testversion anzufertigen. Zumal die Erhebung wohl in einem früheren Entwicklsungsstadium stattfand, in dem weder der finale Name noch die Versionsnummer dessen bekannt war, was wir inzwischen als Android 4.4 KitKat kennen.

Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht dennoch: Augenscheinlich funktionierte Android 4.4 auf dem Galaxy Nexus gut genug, um eine verbesserte Bildverarbeitung zu ermöglichen; aber nicht gut genug für eine zufriedenstellende Nutzererfahrung. Im besten Fall könnte Google in Zukunft den Quellcode und/oder die Treiber des internen Test-Builds zur Verfügung stellen, aus denen Entwickler dann ein KitKat-ROM bauen können. Dass das passiert ist aber – so realistisch muss man sein – unwahrscheinlich.

Quelle: Nicolas Roard auf Google+ [via Andreas Proschofsky auf Google+]

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