Galaxy Nexus: Neue Treiber machen stabiles Custom ROM mit Android 4.4 KitKat möglich(er)

Frank Ritter 14

Das Galaxy Nexus wird nicht offiziell mit Android 4.4 KitKat versorgt — so viel ist scheint zum jetzigen Zeitpunkt sicher. In den Bemühungen um ein bugfrei laufendes Custom ROM auf KitKat-Basis könnte der Community aber eine aktuelle Entdeckung weiterhelfen: Texas Instruments hat aktualisierte Treiber für die GPU des Galaxy Nexus zur Verfügung gestellt.

Galaxy Nexus: Neue Treiber machen stabiles Custom ROM mit Android 4.4 KitKat möglich(er)

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her — dieses nicht unkitschige Sprüchlein könnte die aktuelle Gefühlslage der Galaxy Nexus-Besitzer zusammenfassen: Viele waren enttäuscht, dass die neueste Android-Iteration 4.4 KitKat nicht auch auf ihr Gerät ausgerollt würde. Schließlich, so Google, sollte KitKat auf Low End-Hardware optimiert sein und selbst auf Geräten mit 512 MB RAM laufen. Wir vermuteten von Anfang an, dass dahinter mehr steckte als nur die Weigerung Googles, das Gerät aufgrund seines Alters mit der neuesten Android-Version zu versorgen. Denn der Sachverhalt bei Android-Updates für bestehende Geräte ist allgemein ein wenig komplexer. So erfordert eine solches meist auch aktualisierte Treiber, da der Android zugrunde liegende Linux-Kernel meist ebenfalls erneuert wird und zusätzlich Änderungen an der Android-Plattform selbst neue Treiber erforderlich machen.

Diese Treiber für Komponenten wie etwa die GPU oder den Baseband-Chip sind in den seltensten Fällen quelloffen, weswegen die Geräte-Produzenten auf vorkompilierte Binaries angewiesen sind, die von den Herstellern der Hardware-Komponenten bereitgestellt werden müssen und dann als „Blob“ in die Firmware integriert werden. Sprich: Wenn der Hersteller eines Smartphones (z.B. des Galaxy Nexus) sein Gerät mit einem großen Android-Update versorgen will, muss er mit dem Hersteller der Chips im Gerät (hier ein TI OMAP 4460) kooperieren, um Kompatibilität zu erreichen. Custom ROM-Entwickler finden zwar häufig Mittel und Wege, diese Anforderung zu umgehen – dabei handelt es sich aber meist um deutlich weniger stabile Notlösungen.

Texas Instruments war bislang bekannt und beliebt dafür, sehr kooperativ zu sein und selbst der Custom ROM-Community meist aktuelle Treiber-Binaries zur Verfügung zu stellen. Problem dabei: TI hat sich im September 2012 komplett aus dem Marktsegment der ARM-basierten Chips für Mobilgeräte zurückgezogen. Entsprechend vermuteten wir, dass es seitens TI keine Anstrengungen mehr gab, aktualisierte Treiber für seine OMAP-SoCs zur Verfügung zu stellen — weswegen auch das Galaxy Nexus leer ausgehen würde. Das ist, wie sich jetzt herausstellt, nicht ganz richtig.

Im Fall des Galaxy Nexus kann neue Hoffnung geschöpft werden, denn TI hat tatsächlich noch einmal GPU-Treiber zur Verfügung gestellt, die potenziell mit Android 4.4 KitKat kompatibel sind. In einem Posting bei den XDA-Developers heißt es, dass dieser aktualisierte und nun mit dem Linux-Kernel 3.4 kompatible Treiber von TI-Mitarbeitern nach dem Release von Android 4.3 in das AOSP eingereicht wurden.

Dennoch ist offenbar noch viel Arbeit notwendig, um auf Basis dieser Binaries ein ohne Hacks lauffähiges Android 4.4-ROM für das Galaxy Nexus zu entwickeln. Der verdiente XDA-Developer hashcode erläuterte in einem Beitrag auf XDA die technischen Hürden. Quintessenz: Die neuen TI-Treiber sind nur ein Anfang. Um wirklich weiterzukommen, muss allerdings noch viel Hacking und Reverse Engineering von der Community unternommen werden.

Nichtsdestotrotz sind das gute Nachrichten, dank der die Hoffnung auf ein gut laufendes KitKat-Custom ROM für das Galaxy Nexus steigen. Möglicherweise sollten die Petierenden bei Google eine weitere Petition in Richtung TI richten, um auch von dort Unterstützung zu erhalten. Für ein offizielles Update seitens Google oder Samsung hegen wir derweil weiterhin wenig Hoffnung.

Quelle: XDA [via Droid-Life]

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