Galaxy Nexus: Schlechte Verkaufszahlen, keine Bedrohung für Apple

Lukas Funk 14

Ab und zu fördert der Patentstreit zwischen Apple und Samsung, dessen Gerichtsverhandlungen jüngst ein Ende fanden, interessante Fakten zutage: Im jüngsten Fall die skurrile Verteidigung eines Anwalts von Samsung. Dieser konterte den Vorwurf Apples, das Galaxy Nexus hätte Cupertino um hohe Gewinne gebracht, mit einer schlichten Aussage: Das Gerät habe selbst Samsung keine hohen Gewinne gebracht.

Die Beschuldigung Apples lautete im Detail, dass Samsung in dem in Zusammenarbeit mit Google gefertigten Galaxy Nexus von Cupertino patentierte Technologie nutze, um damit den Absatzzahlen des iPhones zu schaden. Dem widersprach Samsung mit Verweis auf die tatsächlich durch das Gerät eingefahrenen Gewinne: Im ersten halben Jahr seien Exemplare im Wert von 250 Millionen Dollar verkauft worden, was bei einem Einführungspreis von 550 US-Dollar nicht einmal einer halben Million Geräte entspricht. Zum Vergleich: Apples iPhone 4S verkaufte sich schon am ersten Wochenende über 4 Millionen Mal, Samsungs Galaxy S 3 innerhalb von zwei Monaten immerhin 10 Millionen Mal.

Überraschend sind diese Zahlen derweil mitnichten. Wie der Name schon sagt, ist das Galaxy Nexus Teil des von Google initiierten Nexus-Programms– dessen Geräte richten sich in erster Linie an Entwickler und Tech-affines Publikum, das Wert auf die zeitnahen Updates legt, die ein besonderes Privileg der Reihe sind. Außerdem unterstehen besagte Geräte der Verwaltung Googles, nicht der des Herstellers. Entsprechend verwendet dieser kein Budget auf Werbekampagnen, womit die Reichweite der Nexus beschränkt bleibt.

Apropos beschränkt: Entweder hat besagter Apple-Anwalt nicht viel Zeit in die seiner Anschuldigung zugrunde liegende Recherche investiert, denn der Zweck des Nexus Programms sollte hinlänglich bekannt sein, oder er wollte versuchen, auch noch aus dem kleinsten Verkauf Strafzahlungen zu quetschen. Wir freuen uns derweil gleichermaßen über das Bekanntwerden dieser neuen Fakten und die süffisant-schlagkräftige Antwort des Samsung-Vertreters.

Quelle: Brief Mobile [Via Smartdroid]

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