In Benchmarks macht das Pixel XL wie erwartet eine gute Figur, wiewohl uns wie so oft der Einschub gestattet sei, dass Benchmarks nur stark eingeschränkt Aufschluss über die Leistung im Alltag geben. Wir listen die Testergebnisse in populären Benchmarks, verglichen mit anderen aktuellen Top-Smartphones, namentlich dem Samsung Galaxy S7, dem Huawei Mate 9 und dem OnePlus 3T.

Google
Pixel XL
OnePlus 3T Samsung
Galaxy S7
Huawei
Mate 9
CPU, GPU, Arbeitsspeicher
  • Qualcomm Snapdragon 821 Quad-Core
  • 2× 2,15 GHz Kryo & 2× 1,6 GHz Kryo
  • Qualcomm Adreno 530
  • 4 GB RAM
  • Qualcomm Snapdragon 821 Quad-Core
  • 2× 2,35 GHz Kryo & 2× 1,6 GHz Kryo
  • Qualcomm Adreno 530
  • 6 GB RAM
  • Samsung Exynos 8890 Octa-Core
  • 4× 2,3 GHz Mongoose & 4× 1,6 GHz Cortex-A53
  • ARM Mali-T880 MP12
  • 4 GB RAM
  • HiSilicon Kirin 960 Octa-Core
  • 4× 2,4 GHz Cortex-A73 & 4× 1,8 GHz Cortex-A53
  • ARM Mali-G71 MP8
  • 4 GB RAM
3DMark Sling Shot OpenGL ES 3.1 2.337 2.233 2.096 2.190
3DMark Ice Storm Unlimited Open GL ES 2.0 26.750 31.980 28.521 26.514
AnTuTu v6.2.6 gesamt 143.799 161.298 128.284 123.538
AnTuTu v6.2.6 3D 56.076 60.978 45.403 37.762
AnTuTu v6.2.6 UX 44.137 55.278 41.846 43.865
AnTuTu v6.2.6 CPU 32.421 34.457 34.647 31.446
AnTuTu v6.2.6 RAM 11.165 10.585 6.388 10.465
Geekbench Single-Core 1.680 1.874 1.601 1.915
Geekbench Multi-Core 4.200 4.287 5.197 5.700
GFXbench 4.0.13 Manhattan ES 3.1 (native Auflösung, onscreen) 1.059 Frames / 17 FPS
(2.392 × 1.440)
2.116 Frames / 34 FPS
(1.776 × 1.080)
932,5 Frames / 15 FPS
(2.560 × 1.440)
1.959 Frames / 32 FPS
(1.812 × 1.080)
GFXbench 4.0.13 Manhattan ES 3.1 (1080p, offscreen) 1.982 Frames / 32 FPS 2.053 Frames / 33 FPS 2.380 Frames / 38 FPS 1.681 Frames / 27 FPS
GFXbench 4.0.13 T-Rex (native Auflösung, onscreen) 3.080 Frames / 55 FPS
(2.392 × 1.440)
3.334 Frames / 60 FPS
(1.776 × 1.080)
2.870 Frames / 51 FPS
(2.560 × 1.440)
3.369 Frames / 60 FPS
(1.812 × 1.080)
GFXbench 4.0.13 T-Rex ES 2.0 (1080p, offscreen) 5.026 Frames / 90 FPS 5.301 Frames / 95 FPS 4.655 Frames / 83 FPS 3.591 Frames / 64 FPS
CF-Bench overall 27.825 54.173 64.771 62.721
CF-Bench Java 17.799 59.269 44.409 35.472
CF-Bench native 42.864 46.529 95.316 103.596

Gegenüber dem OnePlus 3T zieht das Pixel XL in fast allen Tests trotz ähnlicher Hardwareausstattung leicht den Kürzeren, was zum einen damit erklärbar ist, dass das OnePlus 3T mit einer höher getakteten Version des Snapdragon 821 ausgestattet ist, zum anderen in Onscreen-Grafik-Benchmarks dank der geringeren Auflösung weniger stark ausgelastet ist. Im Pixel XL ist zwar mit 4 gegenüber 6 GB weniger Arbeitsspeicher vorhanden als im OnePlus 3T, die Performance des RAM ist aber immerhin leicht höher. Im Vergleich zum Galaxy S7, das in Europa mit Samsungs eigenem Exynos-8890-SoC ausgestattet ist, zeigt sich ein durchwachsenes Bild. In manchen Benchmarks profiliert sich das Galaxy S7 dank seiner doppelt so hohen Anzahl an CPU-Kernen, in anderen ist das Pixel XL aufgrund der höheren nominellen Grafikleistung im Vorteil. Hochperformante Smartphones sind natürlich alle untersuchten Modelle, im Alltag und auch in Gaming-Apps sind die Unterschiede kaum wahrnehmbar.

Das User-Interface des Pixel XL läuft fast durchgehend performant im 60-FPS-Sinne. Screen und System reagieren hochresponsiv auf Berührungen, zudem beendet das System Apps nicht zu aggressiv, sodass Anwendungen auch mehrere Stunden im Hintergrund „überleben“ können und beim erneuten Aufrufen sofort zur Verfügung stehen. Mikroruckler gibt es nur selten und wenn dann nur in den überbordenden und unnötigen Animationen, die sich Google mit seinem Material Design (von dem ich weiterhin kein Fan bin) selbst auferlegt – beziehungsweise in offensichtlich nicht ausreichend optimierten Apps. Ein gutes Beispiel ist die App von Google Play Games, die beim Versuch durch Listen zu scrollen, elendig vor sich hin stockt. Das sind natürlich Probleme der jeweiligen Apps, die aber freilich auch nicht durch die enorme Hardware-Power kompensiert werden, die das Pixel XL bietet.

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Vom Nexus One zum Pixel 3 (XL): Googles Smartphones in der Übersicht

Begleiter für längere Tage: Die Akku-Ausdauer des Pixel XL im Test

Nach anfänglich relativ schlechten Ergebnissen groovte sich der 3.450-mAh-Akku des Pixel XL nach ungefähr drei Tagen ein und präsentierte sich zum Schluss extrem ausdauernd. Soll heißen: Mit 3,5 Stunden Screen-on-Time, ein bisschen Gaming, Musikhören und Podcasts über die Lautsprecher sowie diversen im Hintergrund aktiven Diensten inklusive mehrerer Messenger, extensiver Aufnahme von 4K-Videos und automatischem Hintergrund-Upload kam ich problemlos über 24 Stunden, teils sogar in die 30er-Regionen – in dem Screenshot-Beispiel waren es gar 36 Stunden.

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Einschränkend sei erwähnt, dass ich die Bildschirmhelligkeit grundsätzlich manuell steuere und in den trüben Novembertagen maximal 50 Prozent notwendig sind. Wenn's mal wieder sommern sollte, zieht man 20 bis 30 Minuten Screen-on-Time ab, trotzdem ist die Akkulaufzeit ziemlich gut – deutlich besser zum Beispiel als die der Samsung Galaxy S7 edge. Die erneuten Verfeinerungen des Doze-Modus in Android 7 machen sich deutlich bemerkbar. Das mitgelieferte Quick-Charge-Ladegerät tankt zwar nicht ganz so flott nach wie das DashCharge-System vom OnePlus 3/3T, allerdings ist auch hier möglich, sich innerhalb weniger Minuten Energie für Stunden der Nutzung zu holen.

Test-Fazit zum Pixel XL: Falsch abgebogen, Google

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Das Pixel XL ist ein ziemlich gutes Smartphone. Kein in jedem Bereich überragendes, aber eines, das in einer Bestenliste zum Jahresende in der Top 10 landet. Das Problem des Pixel XL ist sein Anspruch: Google fordert Premium-Preise für sein erstes, mehr oder weniger „eigenes“ Flaggschiff – nicht ähnliche, sondern exakt identische Preise wie Apple mit dem iPhone. Aus diesem Grund müssen sich Pixel und Pixel XL auch mit den Smartphones der Premiumklasse messen lassen – und können dabei in zu vielen Bereichen nicht mithalten. Klar, die Kamera ist spitze, aber spitze ist auch die Kamera im iPhone 7 und dem Galaxy S7. Schwächen hat das Pixel XL dazu ausgerechnet dort, wo die Geräte der Nexus-Serie fast immer brillierten: Ergonomie, Design und Software.

Im Vergleich zu anderen Top-Androiden wie Galaxy S7, OnePlus 3T, Huawei P9, LG G5, und HTC 10 fehlen uns dann auch viele Extras, von denen eines oder mehrere zu haben, ein Gerät der Oberklasse im Jahr 2016 eigentlich auszeichnet: Wasserdichtheit, die Möglichkeit der Speichererweiterung, kabelloses Laden (hey Google, ihr wart es, die diesen Standard etabliert haben!), Stereo-Speaker, Dual-Kameras, Steuerungsgesten bei ausgeschaltetem Bildschirm, Dual-SIM oder ein wirklich brillantes Display, um nur ein paar zu nennen. Die Extras, mit denen Pixel und Pixel XL punkten wollten, also Daydream-Kompatibilität und der Google Assistant, laufen ins Leere und sind keine Argumente für den Kauf. Man muss es einfach noch einmal unterstreichen: Google verlangt 899 Euro fürs Pixel XL. Für wesentlich weniger Geld, je nach Modell und Ausstattung meist weniger als die Hälfte, erhält man mit den oben genannten Geräten gleichwertige Alternativen.

Test-Wertung zum Google Pixel XL

Google-Pixel-XL-Badge

  • Verarbeitung, Haptik und Design: 3/5
  • Display: 4/5
  • Kamera: 5/5
  • Software: 4/5
  • Performance: 5/5
  • Telefonie und Audio: 5/5
  • Konnektivität und Speicher: 4/5
  • Akku und Alltag: 5/5

Gesamt: 88 %

Wir haben das Pixel XL über einen Zeitraum von sechs Wochen getestet, nach mehreren Updates befand sich die Firmware zum Schluss auf der Android-Version 7.1.1, Buildnummer NMF260. Wir danken Google für die Teststellung.

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