Pixel (XL): Android-Chef erklärt Googles neue Hardware-Strategie

Florian Matthey 14

Mit seinen Pixel-Phones ist Google jetzt wohl endgültig zum Smartphone-Hersteller geworden. Der Android-Chef Hiroshi Lockheimer erklärt, wie sich die Pixel- von der Nexus-Strategie unterscheidet und wie das Verhältnis zu anderen Herstellern aussehen wird.

Pixel (XL): Android-Chef erklärt Googles neue Hardware-Strategie

Bloomberg hat sich ausführlich mit Googles Android-Chef Hiroshi Lockheimer über Googles zukünftige Strategie mit den Pixel-Smartphones unterhalten. Lockheimer befindet sich in einer ungewöhnlichen Position: Einerseits soll er eng mit seinem alten Freund Rick Osterloh zusammenarbeiten – Osterloh war zuvor Chef von Motorola Mobility, als das Unternehmen zu Google gehörte, und leitet jetzt die Google-Hardware-Abteilung. Andererseits muss Lockheimer aber weiterhin auch eine gute Beziehung zu anderen Herstellern von Android-Geräten aufrecht erhalten.

Android-Chef Lockheimer und Hardware-Chef Osterloh: Freundschaft auf Probe gestellt

Lockheimer versichert, dass Google weiterhin vertraulich mit allen Partnern zusammen arbeiten werde. Samsung verrate Google im Vertrauen Pläne über zukünftige Geräte, die Google dann nicht an LG weitergebe – und umgekehrt. Osterlohs Hardware-Abteilung sei da keine Ausnahme. Dass sich die beiden Freunde hier nicht über alles ihnen Bekannte austauschen können, sei schlichtweg Business und werde funktionieren.

Die Android-OEMs hätten allgemein Verständnis dafür, dass Google auch im Hardware-Bereich aktiv ist – sie hätten gesehen, wie sich Google weiterentwickle und mit Chromecast und Google Glass schon andere Hardware-Projekte in Angriff genommen habe. Schließlich würden es andere Hersteller vielleicht bevorzugen, für einzelne Dienste nicht auf Googles Angebote zurückzugreifen. Tatsächlich hat Samsung erst diese Woche die Übernahme des „Siri-Nachfolgers“ Viv als Alternative zu Google Assistant bekannt gegeben.

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Pixel und Nexus: Wo liegt der Unterschied?

Viele fragen sich, inwieweit sich die Pixel-Strategie eigentlich von den Nexus-Geräten unterscheide – immerhin arbeitet Google auch in Sachen Pixel mit einem anderen Hersteller, in diesem Fall HTC, zusammen. Lockheimer erklärt, dass die Nexus-Geräte das „reinste Android“ anbieten sollten. Bei Pixel gehe es darum, das „reinste Google“-Angebot zu schaffen – also auch eine tiefe Integration von Diensten wie Assistant, Google Maps oder der Google-VR-Plattform Daydream.

Beim Nexus 5 sei es damals darum gegangen, einen optimalen Punkt in Sachen Preis-Leistungsverhältnis zu treffen. Dies hätten mittlerweile aber genug andere Hersteller geschafft. Das Nexus-Programm sei nicht notwendigerweise tot; aktuell gebe es aber keine Pläne für weitere Nexus-Geräte.

Beim Pixel geht es bekanntlich nicht hauptsächlich um das Preis-Leistungsverhältnis: Die Geräte sind überraschend teuer. Lockheimer glaubt, dass die Premium-Kategorie sehr wichtig und ein wichtiges Element in einem gesunden Ökosystem sei. Samsung habe hier Erfolge gefeiert, Apple sei auch sehr stark. Google glaubt, dass es genug Platz für einen weiteren „Player“ gebe.

Quelle: Bloomberg

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