Pixel (XL): Google im überteuerten iPhone-Wahn [Kommentar]

Kaan Gürayer 74

Google ist nicht Apple. Dennoch wurde mit der gestrigen Vorstellung der Pixel-Smartphones klar, dass der Konzern die Erfolgsstrategie Cupertinos kopieren möchte. Das wird scheitern – vor allem am Preis.

Pixel (XL): Google im überteuerten iPhone-Wahn [Kommentar]

Als wir gestern Abend die deutschen Preise für das Pixel und Pixel XL erfahren haben, fiel uns in der Redaktion sprichwörtlich die Kinnlade herunter. 759 Euro verlangt Google für das reguläre Pixel mit 5-Zoll-Display und 32 GB Speicher. Wer eher Phablet-Fan ist und mit dem größeren Pixel XL liebäugelt, darf 140 Euro Aufpreis zahlen. Und wem 32 GB Speicher zu wenig sind, kann noch einmal 110 Euro auf den Ladentisch legen und sich damit die Variante mit 128 GB Speicher sichern.

Schlecht im Rechnen? Gut, wir haben das mal für euch zusammengefasst:

  • Google Pixel mit 32 GB: 759 Euro
  • Google Pixel mit 128 GB: 869 Euro
  • Google Pixel XL mit 32 GB: 899 Euro
  • Google Pixel XL mit 128 GB: 1.009 Euro

Das sind Preise, die wir in dieser Höhe nur von Apple gewöhnt sind – nicht von Google.

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Erfolgsrezept von Apple aufgegriffen

Während der Präsentation in San Francisco unterstrich der Suchmaschinenanbieter mehrmals, dass bei den Pixel-Phones Hard- und Software perfekt aufeinander abgestimmt seien. Google greift hier das Erfolgsrezept Apples auf, das seit jeher darin besteht, alles aus einer Hand zu bieten. Ob Mac, iPhone oder Apple Watch: Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Produkte aus dem Hause Apple damit weniger fehleranfällig und laufen im Alltag entspannter als vergleichbare Geräte mit Windows und Android.

Zum Thema: Google Pixel XL im Test

Keinen Gedanken an das reibungslose Funktionieren von Technik zu verschwenden, nicht den „Hausmeister“ seines Computers oder Smartphones spielen zu müssen – diese Bequemlichkeit lässt sich Apple fürstlich bezahlen.

Auch das Pixel und Pixel XL bieten Hard- und Software, die perfekt aufeinander abgestimmt wurden und im Alltag wohl mindestens genauso reibungslos funktionieren werden, wie das iPhone selbst. Kann Google also die gleichen Preise verlangen, wie es Apple bei seinem Kult-Handy macht? Wir denken nicht.

Denn Google ist nicht Apple. Das von Steve Jobs gegründete Unternehmen existiert seit mehr als 40 Jahren und hat sich in seiner Firmengeschichte das Vertrauen als zuverlässiger Hardware-Hersteller erarbeitet. Dieses Standing muss Google erst erreichen, um seinen Kunden tatsächlich iPhone-Preise abknöpfen zu können.

Google ist ziemlich flatterhaft

Zumal der Konzern ziemlich flatterhaft ist und niemand weiß, wie es in ein, drei oder fünf Jahren bei Google aussehen wird. Macht man jetzt wirklich ernsthaft in Hardware und geht den Weg, den man mit den Pixel-Smartphones eingeschlagen hat, wirklich konsequent zu Ende – oder ist das nur eine Laune, die bei den erstbesten Schwierigkeiten wieder ad acta gelegt wird?

Wir erinnern uns ja noch an Motorola, Google Glass oder der erst kürzlich bekanntgegebenen Einstellung von Project Ara. Bei Apple ist das hingegen anders, denn auch in fünf Jahren wird es aller Wahrscheinlichkeit nach noch ein iPhone geben. Mehr noch: Jeder, der sich heute ein iPhone 7 kauft, wird wohl sogar noch 2021 iOS-Updates erhalten.

Könnt ihr, mein liebes Google, das auch für’s Pixel und Pixel XL garantieren?

Google Pixel bei der Telekom mit Vertrag kaufen *

Auf Seite 2: Weshalb Pixel und Pixel XL den Vergleich mit der Konkurrenz nicht standhalten. 

Google Pixel und Daydream Hands-On.

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