Günstiger ins EU-Ausland telefonieren: Neue Obergrenze schützt vor Kostenfallen

Simon Stich

Endlich keine bösen Überraschungen mehr: Bei Telefonaten von Deutschland in andere EU-Länder gilt künftig eine neue Preisobergrenze. Grenzüberschreitende Anrufe und SMS bleiben aber trotzdem teurer als Inlandsgespräche – und die Provider könnten die Regelung leicht umgehen, wie sich zeigt.

Günstiger ins EU-Ausland telefonieren: Neue Obergrenze schützt vor Kostenfallen
Bildquelle: GIGA.

EU-Anrufe: Maximal 22,6 Cent pro Minute

Ab dem 15. Mai 2019 gilt eine neue EU-Verordnung, nach der Telefonate von Deutschland in die EU nicht teurer als 22,6 Cent pro Minute sei dürfen. Grenzüberschreitende SMS haben ebenfalls eine neue Obergrenze erhalten: Künftig ist bei höchstens 7,1 Cent inklusive Mehrwertsteuer Schluss. Die neue Regelung gilt unabhängig davon, ob über das Festnetz oder Mobilfunknetz telefoniert wird, berichtet golem.de.

Alle Provider, die ihre Dienste in Deutschland anbieten, sind von der Verordnung betroffen, die das EU-Parlament im November 2018 beschlossen hatte. Die neuen Preise sollen neben den EU-Ländern bald auch in Norwegen, Island und Liechtenstein gelten. Geschäftskunden sind von der neuen Regelung ausgeschlossen, da die Preisobergrenze nur für den privaten Gebrauch gilt.

Neue Obergrenze: Anbieter könnten Schlupfloch nutzen

Obwohl die Preisobergrenze für Telefonate ins EU-Ausland ab dem 15. Mai 2019 gelten soll, haben die Anbieter trotzdem noch bis Mitte Juli 2019 Zeit, um ihre Tarife anzupassen. Besondere Tarife, die EU-Telefonate teurer anbieten, müssen bis Mitte Juli durch die Provider angepasst werden. Allerdings zeichnet sich jetzt schon ein Schlupfloch ab: Ist in dem Tarif nur ein einziges Nicht-EU-Land enthalten, müssen sich die Provider auch nicht an die Regelung halten. Ein Blick ins Kleingedruckte des Tarifs kann sich also durchaus lohnen.

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Anders als man vielleicht vermuten könnte, geht es bei der neuen Obergrenze nicht um EU-Roaming, sondern um die so genannte Intra-EU-Kommunikation. Wer also eine Telefon-Flat in Deutschland gebucht hat und zum Beispiel im Urlaub in der Heimat anruft, muss nicht mit weiteren Kosten rechnen, da die Roaming-Gebühren schon im Juni 2017 abgeschafft wurden. Die neue Preisobergrenze bezieht sich ausschließlich auf Telefonate und SMS, die aus dem Heimatland in das EU-Ausland getätigt werden.

„EU-Regelung ein positiver Kompromiss“

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hält die neue Regelung für gelungen, da der europäische Binnenmarkt gestärkt werde: „Die neue Regelung ist zwar ein Kompromiss, da Inlandskosten für Gespräche immer noch günstiger sein können. Wegen der teilweise hohen Kostenersparnis ist die Regelung für Verbraucher aber grundsätzlich positiv zu bewerten“, meint Susanne Blohm, die bei der Verbraucherzentrale Bundesverband als Referentin des Teams Digitales und Medien arbeitet.

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