Honor 7 im Test: China-Kracher mit Spezialeffekten

Christof Wallner 26

Mit dem Honor 6 konnte Huaweis europäisches Sublabel Honor im Jahr 2014 einen Achtungserfolg erlangen. Das 300-Euro-Smartphone überzeugte uns mit solider Verarbeitung und Spezifikationen der unteren Oberklasse. Der Nachfolger Honor 7 ist in China bereits verfügbar und nun auch für Europa angekündigt. Im Honor 7-Test gehen wir der Frage auf den Grund, ob uns das Gerät genauso überzeugen kann wie sein Vorgänger.

Honor 7 im Test.

Die Entwicklung des chinesischen Herstellers Huawei in den letzten Jahren ist beachtlich. An beinahe jedem neu vorgestellten Mittelklasse- und High-End-Smartphone konnte man die Weiterentwickelung des Herstellers beobachten – und dessen unbedingten Willen, mehr Marktanteile zu ergattern. Schon das vor rund einem Jahr vorgestellte Huawei Ascend Mate 7 übertraf einige Erwartungen und kam auch hierzulande gut an, obwohl das Phablet mit seinem 6 Zoll-Display recht groß ausgefallen war. In diesem Jahr zeigte der Hersteller mit dem Huawei P8 weitere Verbesserungen, vor allem bei der Verarbeitung aber auch Innovation bei der Kamera, wie man im Huawei P8-Test lesen kann.

Das Huawei P8 war schon beeindruckend, aber noch nicht ganz das, was wir eigentlich erwartet hätten, nämlich ein kleineres Ascend Mate 7. Mit dem Honor 7 scheint Huawei über die Untermarke, genau das lang erwartete „Mate 7 mini“ gebaut zu haben. In unserem Honor 7-Test untersuchen wir, ob das Gerät die Erwartungen erfüllen kann und wie sich das Smartphone im täglichen Gebrauch schlägt.

Als Testgerät kam ein Honor 7 in der 16-GB-Version mit Dual-SIM-Funktion zum Einsatz, das wir uns aus China importiert haben. Als Software nutzt dieses Android 5.0.2 mit der firmeneigenen EMUI 3.1-Oberfläche, die Firmware-Version lautete PLK-UL00C17B162. Das Honor 7 wird in dieser Kombination auch auf dem deutschen Markt erscheinen, dann als Gerät vom europäischen Honor-Sublabel ohne Huawei-Branding und natürlich mit Unterstützung der in Deutschland gängigen LTE-Frequenzen. Wir werden den Testbericht zeitnah um Europa-spezifische Änderungen ergänzen und, sofern sich unser Eindruck vom Gerät ändert, diese nachträglich einpflegen.

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Hardware-Design und Verarbeitung des Honor 7 im Test

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Das Honor 7 ist, wie auch der große Bruder Ascend Mate 7, mit einer Rückseite aus Aluminium und zwei Kunststoffabdeckungen an der Ober- und Unterseite ausgestattet. Die Kunststoffabdeckungen weisen hier allerdings eine feine Struktur auf, was den Look etwas hochwertiger macht. Das Gerät mag aufgrund der Verwendung von Plastik nicht ganz so hochwertig erscheinen wie beispielsweise das Huawei P8, das komplett aus Aluminium und Glas besteht, das stört allerdings nicht das Gesamtbild des Smartphones. Insgesamt ist die Verarbeitung gut. Es gibt keine Spaltunterschiede, kein Knarzen oder ähnliche Gründe zur Beanstandung. Ganz im Gegenteil, auch beim Honor 7 legt Huawei wieder großen Wert aufs Detail und versieht den Rahmen mit abgeschliffenen Kanten und einer leichten Einlassung beim Power-Button. Die Power-Taste sitzt an der rechten Seite, direkt darüber die schmale Lautstärkewippe. Die Tasten sind allesamt so positioniert, damit diese mit dem Daumen angenehm zu erreichen sind und verfügen über hervorragende Druckpunkte. Zusätzlich gibt es mit dem Smart Button eine Taste auf der linken Seite, im europäischen Modell ist dieser mit unterschiedlichen Funktionen sowohl für einen einfachen Druck als auch doppeltes und langes Drücken unterschiedlich konfigurierbar.

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Der Rahmen unter dem Display wirkt im Vergleich zum Rest des Gehäuses dezent zu groß, sodass das Gerät im Gesamtbild einen vertikal leicht asymmetrischen Eindruck erweckt. Mit Abmessungen von 143,2 x 71,9 x 8,5 mm ist das Honor 7 trotz gleicher Displaygröße etwas weniger hoch und schmaler als das Huawei P8 mit seinen 144,9 x 72,1 x 6,4 mm, aber auch wesentlich dicker und schwerer (157 Gramm gegenüber 144 Gramm). Das erhöhte Gewicht liegt vor allem darin begründet, dass im Honor 7 ein üppiger, aber nicht wechselbarer 3.100-mAh-Akku integriert ist. Huawei hat so viel Vertrauen in den Akku, dass man damit sogar über ein separat erhältliches Kabel andere Geräte aufladen kann. Durch das abgerundete Gehäuse liegt das Honor 7 dennoch sehr gut in der Hand und das höhere Gewicht fällt nach kurzer Benutzung kaum noch auf.

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Bei den Anschlüssen gibt es keine Überraschungen. So findet man auf der Unterseite den Micro-USB-, auf der Oberseite den Audio-Anschluss. Bei den drahtlosen Verbindungen wird Dual-Band-WLAN mit dem Standard a/b/g/n und ac unterstützt, Bluetooth 4.1, LTE, GPS und Glonass, zumindest die chinesische Version unterstützt sogar den fernöstlichen Beidou-Standard zur Positionsbestimmung. Bei Verbindungen und Konnektivität konnten wir keine Probleme feststellen. Da es sich um die chinesische Geräteversion handelt, konnten wir aufgrund von Frequenz-Inkompatibilitäten kein LTE in Deutschland unterstützen. Im österreichischen LTE-Netz von Drei erreichten wir im LTE-Netz hingegen Download-Geschwindigkeiten von bis zu 110 Mbit/s.
Manchem Nutzer könnte das Fehlen von NFC im Honor 7 zur Kritik gereichen, einen entsprechenden Chip zu verbauen fand Huawei offenbar nicht wichtig. Gut gefallen hat uns die Dual-SIM-Funktion. Das Honor 7 bietet, wie schon die Vorgängergeräte Mate 7 und P8, die Möglichkeit, entweder zwei Nano-SIM Karten zu verwenden oder eine Nano-SIM Karte und eine Micro-SD Karte. Verwendet man zwei SIM-Karten, kann allerdings nur bei einer Karte 4G verwendet werden, während die andere Karte üblicherweise nur im 2G-Netz läuft. In den Einstellungen können aber die Netze einfach getauscht werden.

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Gleich unter den Kameras findet man wie beim Mate&nsbp;7 den Fingerabdruckscanner. Dieser funktionierte in unserem Honor 7-Test vorzüglich. Bereits beim Einlernen eines Fingerabdruckes hat man den Eindruck, dass dieser etwas besser funktioniert als bei den Konkurrenzgeräten. Beim Galaxy S6 mussten wir gefühlte 100-mal den Finger neu auf den Fingerabdruckscanner legen, um ihn einzuspeichern. Beim Honor 7 waren lediglich 5 bis 7 Scan-Versuche notwendig. Erkennbar macht sich der Unterschied aber auch im täglichen Gebrauch. Ist das Gerät im Stand-by, dann wacht das Honor 7 per aufgelegtem Fingen ohne lange Verzögerung auf und wird sofort entsperrt. Der Fingerabdruckscanner funktioniert beim Honor 7 aber auch als kleines Touchpad für bestimmte Funktionen. So kann man beispielsweise durch ein Wischen über den Fingerabdruckscanner die Benachrichtigungsleiste öffnen und schließen. Diese Geste wirkt im täglichen Gebrauch schnell zur Gewohnheit, und ist im Nu kaum noch wegzudenken. Das zeigt wiederum, das Huawei wirklich versucht, oft benutzte Vorgänge zu verbessern und die Handhabung für den Benutzer zu vereinfachen. Unter dem Fingerabdruckscanner befindet sich der Honor-Schriftzug. Dieser besteht aus Metall und ist leicht abgesetzt. Dieses Designdetail fügt sich nahtlos in das Bild der hervorragenden Verarbeitung des Honor 7 ein.

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Positiv angetan waren wir auch vom Lautsprecher auf der Unterseite. Die zwei Lautsprecheröffnungen lassen hier zwei Lautsprecher vermuten. Der Sound kommt allerdings nur aus der linken Öffnung, unter der rechten Aussparung befindet sich lediglich ein Mikrofon. Enttäuscht muss man deswegen aber nicht sein, denn die Soundqualität ist gut und die maximale Lautstärke ausreichend.

Als kleines Highlight findet man an der Vorderseite neben der 8-MP-Kamera und der Hörmuschel mit integrierter Benachrichtigungsleuchte auch einen Front-LED-Blitz. Soll heißen: Mit dem Honor 7 kann man auch bessere Selfies bei Nacht schießen. Auf der Rückseite ragt eine neue 20,7-Megapixel-Kamera hervor, die von einem Dual-Tone-LED-Blitz unterstützt wird. Zu deren Qualität später mehr.

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Auf der nächsten Seite: So gut ist das Display des Honor 7 und so viel Performance steckt in dem Gerät.

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