HTC 10 verkauft sich in China nur 251 Mal - aus gutem Grund

Tuan Le 3

Während andere Hersteller kurze Zeit nach der Vorstellung ihrer Smartphones bereits Vorbestellungen in Millionenhöhe erhalten, sieht es derzeit für HTC in China alles andere als rosig aus. Einem Bericht von Focus Taiwan zufolge hat das HTC 10 im Reich der Mitte im Vorverkauf nur 251 Kunden für sich gewinnen können - und zwar, weil es in China nur in einer deutlich abgespeckten Version auf den Markt kommt.

HTC 10: Erster Eindruck und Hands-On.

 

Dass HTC gute Smartphones bauen kann, daran besteht im Grunde genommen kein Zweifel: Auch mit dem HTC 10 hat sich der Hersteller wieder in alle Munde gebracht und kann dem LG G5 und Samsung Galaxy S7 technisch durchaus Paroli bieten. Warum es dennoch in China während des 11-tägigen Vorverkaufs zu einem desaströsen Ergebnis von nur 251 Bestellungen kam, ist leicht zu erklären: Während der Rest der Welt den Snapdragon 820-Prozessor erhält, müssen sich die Chinesen mit dem Snapdragon 652-Chip zufriedengeben, der deutlich leistungsschwächer ist.

Dabei war der Preis mit umgerechnet rund 511 Euro alles andere als billig - kein Wunder, dass sich die chinesischen Kunden von HTC regelrecht hintergangen fühlten und sich weigerten, die abgespeckte Version des HTC 10 zu kaufen. Sicherlich wird HTC nach Beginn der offiziellen Markteinführung in China noch deutlich mehr Exemplare verkaufen, doch ist ein solcher Negativrekord bei den Vorverkäufen ein alles andere als positiver Indikator für den zu erwartenden Verkaufserfolg eines Smartphones. Wenig verwunderlich, dass HTC nach der Veröffentlichung des Reports gleich 10 Prozent an der Börse verlor.

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HTC: Gute Smartphones, schlechtes Produkt-Marketing?

Vielleicht ist die Angelegenheit auch mehr als nur eine kuriose Anekdote aus der Smartphone-Welt, sondern erklärt auch beispielhaft, weshalb es HTC trotz sehr guter Flaggschiff-Smartphones wirtschaftlich alles andere als gut geht. Im Mittelklasse-Sektor versuchen die Taiwaner mit Geräten mitzumischen, die für die gebotene Leistung eigentlich zu teuer sind und diesen Mangel durch Design oder Nischen-Features wie eine starke Selfie-Kamera auszugleichen versuchen. Dass man damit gerade in Asien, wo Flaggschiff-Killer nur so aus dem Boden sprießen und die Nutzer noch stärker für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Smartphones sensibilisiert sind, nicht erfolgreich ist, scheint wenig verwunderlich.

Quelle: Focus Taiwan via Phandroid

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