HTC Desire HD: Gründe für Ice Cream Sandwich-Absage erläutert

Frank Ritter 10

Das HTC Desire HD ist nach wie vor ein weit verbreitetes Smartphone. Deswegen ist nur zu verständlich, dass viele Nutzer enttäuscht sind nach dem Hin und Her um das Ice Cream Sandwich-Update für das Gerät und der schlussendlichen Absage. HTC hat jetzt erläutert, was die exakten Gründe für diese Entscheidung waren.

HTC Desire HD: Gründe für Ice Cream Sandwich-Absage erläutert

Kurzer Blick in die Vorgeschichte: Ursprünglich waren wir äußerst positiv überrascht, dass das Desire HD ein Update auf Android 4.0 erhalten sollte. Einige Wochen später verkündete der kanadische Provider Telus, dass das Update für das DHD aus Performancegründen nicht erscheine. HTC dementierte zunächst, um schließlich doch einzugestehen, dass Ice Cream Sandwich nicht für das Desire HD verteilt werde.

Aber wo liegen die Gründe? HTC hat jetzt sein Blogposting zu diesem Thema aktualisiert und die Gründe erläutert: So wäre es beim Desire HD notwendig gewesen, für Android 4.0 und dessen höheren Speicherbedarf den internen Speicher neu zu partitionieren. Das hätte sämtliche Nutzerdaten gelöscht und wäre für den regulären Nutzer, also die Mehrheit, nicht hinnehmbar - auch wenn Fortgeschrittene damit leben könnten. Auch Maßnahmen, um die Größe der ICS-Installation zu verringern, seien fehlgeschlagen. In Tests hätte sich überdies ergeben, dass es trotz ICS nicht näher benannte weitere technische Hürden gegeben habe, die das Nutzererlebenis verschlechterten.

HTC schließt mit einer Entschuldigung für die vorher geweckten Erwartungen und der Versicherung, dass das Nutzererlebnis die höchste Priorität bei der Software eines HTC-Smartphones habe - dabei werde stets sorgfältig abgewogen. In diesem Fall war der negative Einfluss zu hoch gewesen.

Einerseits ist diese Entscheidung schade für DHD-Benutzer, anderseits aber in gewissem Umfang auch verständlich - schließlich wäre für das Gros der User ein Update, dass die Performance verringert und erzwingt, dass alle Daten gelöscht werden, nicht hinnehmbar. Andererseits muss aber auch HTC gerügt werden, denn dass insbesondere die Anpassungen durch die HTC Sense-UI die Performance verringern, ist bekannt. Sony bekommt es schließlich mit einer weniger effektheischenden, aber näher an Original-Android gelagerten Software auch hin, ICS auf ältere Geräte zu bringen, die zum Teil über noch weniger Ressourcen verfügen.

Das Beste aus unserer Sicht wäre, wenn HTC sein RUU-File mit Ice Cream Sandwich trotzdem veröffentlichen würde - nicht OTA, sondern als separater Download auf HTCDev.com, gekennzeichnet als „experimentell“, auf eigene Verantwortung und unter Verabschiedung aller Gewährleistungsansprüche zu flashen. Damit wären die Enthusiasten zufrieden, die Entwickler und XDA und Co. hätten Quellmaterial um ein AOSP-basiertes ROM zusammenzubasteln und HTC könnte einiges an verlorenem Szene-Karma wieder einsammeln.

Wie ist eure Meinung dazu? Wir freuen uns über eure Kommentare.

Quelle: HTC Blog [via Phandroid]

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