HTC-Krise: Smartphone-Hersteller fliegt aus Taiwans Top-50-Börsenindex

Oliver Janko 3

Mit HTC geht es weiter bergab: Die Aktie des taiwanischen Herstellers fällt in den nächsten Wochen aus dem sogenannten „Taiwan 50 Index“, einer Liste mit den 50 wertvollsten taiwanischen Blue Chip-Stocks. Im August brach der Umsatz des Unternehmens zudem weiter ein, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 50 Prozent.

Blue Chip-Aktien stehen für besonders wertvolle und umsatzstarke Unternehmen, rund 70 Prozent des taiwanischen Aktienmarktes umfassen die Top 50 der Liste. Umso tragischer für HTC, eben dort künftig nicht mehr vertreten zu sein: Am 21. September wird der frühere Erfolgshersteller daraus verdrängt – von einer Firma, die elastisches Gewebe produziert. Eine Stellungnahme seitens HTC gibt es noch nicht, man darf aber davon ausgehen, dass ob der weiterhin laufend schlechten Nachrichten nicht gerade die Sektkorken knallen.

Dazu passt auch, dass sich die Zahlen im August weiterhin alarmierend präsentieren: 6,89 Milliarden taiwanische Dollar setzte HTC vergangenen Monat um, das sind rund 188,84 Millionen Euro, die einen Rückgang von fast 53 Prozent im Vergleich zum August 2014 darstellen. Alleine von Juli auf August brach der Umsatz noch einmal um etwa sieben Prozent ein, seit Anfang 2007 war HTC nicht mehr so schwach. Vor allem die aufstrebende Konkurrenz aus China, repräsentiert vor allem durch Huawei und Xiaomi, macht den alten Hasen am Markt, zu denen zweifellos auch HTC gehört, das Leben schwer.

Wie sich der einstige Kulthersteller – HTC fertigte immerhin das erste Android-Smartphone – retten will, steht in den Sternen: Die Belegschaft wurde bereits geschrumpft, das Unternehmen ist de facto auch nichts mehr wert. Bleibt zu hoffen, dass neue Geräte wie das HTC A9 – das bislang auch als HTC Aero in der Gerüchteküche firmiert – die Kohlen aus dem Feuer holen. Einfach wird das allerdings nicht.

Quelle: Cnet

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