HTC One (2014): Rechtsstreit mit Nokia und Release Date - die Hintergründe

Johannes Kneussel 1

Wie Kamal heute Morgen bereits berichtet  hat, ist einem Richter im Vereinigten Königreich wohl etwas ziemlich Blödes passiert: Er hat allem Anschein nach das Veröffentlichungsdatum des HTC One-Nachfolgers HTC One 2 (2014) verraten! Wir wollen uns die Umstände des Ganzen (inklusive Gerichtsstreit mit Nokia) noch einmal etwas genauer ansehen).

HTC One (2014): Rechtsstreit mit Nokia und Release Date - die Hintergründe

Bei dem Richter handelt es sich um Richard Arnold, einem Richter des High Court (oberstes Zivilgericht). In einem Urteil spricht er davon, dass HTC ein neues Smatphone im Februar oder März veröffentliche oder zumindest vorstelle.

Der Nachfolger des HTC One hat noch keinen offiziellen Namen. Es ist von HTC One 2, HTC One 2014 oder HTC M8 (interner Name) die Rede.

Das wäre ein Jahr nach der Vorstellung des HTC Ones und damit klingt der Termin auch recht plausibel. Ob es stimmt oder nicht: Für HTC ist diese Information sicherlich etwas ärgerlich, da Smartphonehersteller die Veröffentlichungstermine nicht allzu früh verraten. Das liegt daran, dass sonst das alte Flaggschiff nicht mehr so gut verkauft werden könnte, weil die Kunden auf das neue Modell warten. Und so sagt eine Sprecherin von HTC auch, dass sie nichts über einen deratigen Release wisse. (Wers glaubt.)

Arnold will die Information aber tatsächlich nicht von HTC haben, sondern von Nokia, die ihm Beweise vorgelegt hätten, dass HTC im Frühjahr ein neues Handy auf den Markt bringen möchte. Der Anwalt von HTC habe dies nicht dementiert, woraufhin der Richter geschlossen habe, dass die Informationen richtig seien.

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Der Weg zum U11: Die HTC-Flaggschiffe mit Android im Rückblick.

Hintergrund

Der Hintergrund ist, Martin hat bereits gestern darüber berichtet, ein Rechtsstreit zwischen Nokia und HTC. Im Oktober letzten Jahres wurde in einem Urteil entschieden, dass HTC ein Patent von Nokia (aus dem Jahre 1998) verletze. Der Chip mit der entsprechenden Technologie kam von Qualcomm, aber der damalige Richter war der Ansicht, dass HTC trotzdem Lizenzgebühren hätte zahlen müssen.

Im neuesten Urteil hat der Richter entschieden, dass das One Max, One Mini, und die Windows Phones 8X und 8S THEORETISCH nicht mehr verkauft werden dürften.

HTC hat allerdings Beschwerde eingelegt und könnte damit das Verkaufsverbot doch noch umgehen. Auf jeden Fall hat die Firma versprochen, keine weiteren Geräte der betroffenen Modelle zu importieren, bis der Streit beigelegt ist. Die Smartphones könnten bis dahin durchaus ausverkauft sein.

HTC kann nur hoffen, dass das Verbot nicht in die Tat umgesetzt wird, da das Vereinigte Königreich HTCs größter Markt in Europa und das Weihnachtsgeschäft bereits angelaufen ist.

Wie geht es weiter?

Das neue Smartphone HTC One 2 (2014) wurde auch in diesem Rahmen erwähnt: „I am bound to say I am somewhat sceptical about this evidence given that HTC will shortly be launching a new flagship phone which cannot be assumed to infringe and therefore be caught by the injunction. Nevertheless, I accept that there is a period between now and February or March 2014 when HTC is vulnerable.“

HTC hat damit argumentiert, dass ein komplettes Verkaufsverbot eine unverhältnismäßige Strafe darstellen würde und Arnold stimmt HTC zumindest soweit zu, als dass er die Firma momentan als sehr „verwundbar“ ansieht, bis im Februar oder März ein neues Gerät auf den Markt gebracht oder zumindest vorgestellt wird, welches das Patent nicht mehr verletzt.

Quelle: BBC

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