HTC One (M8): Erneute Benchmark-Schummelei mit Performance-Booster

Oliver Janko 6

Aufregung um das erst kürzlich vorgestellte neue HTC One (M8): Der taiwanische Hersteller soll bei den Benchmarks tricksen. Der Prozessor liefe nur bei Leistungstests mit voller Leistungskraft, im normalen Betrieb erreicht die CPU nicht die im Benchmark angegebene Performance. HTC hat sich bereits zu den Vorwürfen geäußert: Natürlich wird bei den Benchmarks geschummelt, der Hersteller verkauft den Boost sogar als Feature.

HTC One (M8): Erneute Benchmark-Schummelei mit Performance-Booster

Die Vorwürfe sind nicht neu: Schon voriges Jahr wurde bekannt, dass Samsung, HTC und andere Hersteller bei Benchmark-Tests herumtricksten. Die Software der Geräte war dabei so konfiguriert, dass sie automatisch auf die volle zur Verfügung stehende Leistung schaltet, wenn erkannt wurde, dass eine Benchmark-App läuft – im Regelbetrieb wird dieses Leistungsniveau jedoch praktisch nie erreicht. Das verfälscht natürlich die Ergebnisse, Samsung entschuldigte sich damals für die Schummelei und schaffte sie schlussendlich sogar ab.

HTC sieht das anders und verkauft die Benchmark-Trickserei schlichtweg als Feature: Auf Nachfrage der Kollegen von CNET bestätigte der Hersteller die Ungereimtheiten bei den Tests, mit einer interessanten Begründung: Bei Benchmark-Tests erwarte der Nutzer das Maximum an Leistung, weshalb die Entwickler die Geräte für bestimmte Szenarien abstimmen würden – ähnlich wie bei einem Rennwagen, der auch nur auf bestimmten Untergründen zur Höchstleistung fähig ist. Soll also heißen: Nur wenn AnTuTu und Co. laufen, schaltet das HTC One (M8) in den leistungsfähigsten Modus.

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HTC sieht das als Feature nicht als Schummelei: Laut dem offiziellen Statement soll ein neuer „High Performance Mode“ in den Entwickler-Einstellungen aktiviert werden können, bei Benchmarks funktioniert das automatisch. Als Begründung dafür gibt HTC die Akkulaufzeit an: Würde der High Performance-Modus dauerhaft laufen, würde sich das negativ auf die Laufzeit auswirken. Für Benchmark-Tests ist die kurzfristige Leistungssteigerung aber scheinbar kein Problem. Der Modus ist übrigens bei der M8-Version für den amerikanischen Markt noch nicht an Bord, ob er in der Europa-Version dabei ist, ist ebenfalls unklar. Ein in naher Zukunft geliefertes Update soll den High Performance-Modus dann aber auf alle Geräte bringen – ob der Modus auch wirklich notwendig ist, ist natürlich eine andere Frage.

Mit rund 38.800 Punkten dominiert das HTC One (M8) derzeit die Konkurrenz. Zum Vergleich: Andere High End-Modelle wie das Samsung Galaxy S5 oder das Xperia Z2 kommen „nur“ auf rund 34.900 bzw. 32.770 Punkte. Bei der neuen AnTuTu-Version „X“ sieht die Situation übrigens ganz anders aus: Hier fällt das neue One hinter Galaxy S5 und Co. zurück, Booster und andere Tricksereien sollen bei der neuen Benchmark-Version nicht mehr möglich sein. Die Frage, die bleibt, ist allerdings, wie weit man den Testergebnissen noch trauen darf – mittlerweile geht es wohl nur noch darum, welcher Hersteller seine Hardware am besten den verschiedenen Benchmark-Apps anpasst. Eine Ebene höher darf man aber natürlich auch das Konzept des Benchmarks als solchem kritisieren – schließlich geben diese die Performance eines Gerätes im Alltag, die von zahlreichen weiteren Faktoren abhängig sind, oft nur unzureichend wieder.

Was haltet ihr von den Benchmark-Schummeleien? Lassen euch die Tricks der Hersteller kalt oder findet ihr das Ganze unfair den Kunden gegenüber?

Quelle: ePrice [via CNET]

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