Software/Bloatware

Jens Herforth 15

Auch bei Sense 6.0 scheiden sich wieder die Geister. Die Einen finden es super, die Anderen möchten pures Android benutzen und stören sich an der Oberfläche. Es gab in der Vergangenheit immer wieder Fehlerquellen bei Sense: Kontaktverknüpfungen, Widgets, die crashen, Blinkfeed konnte nicht deaktiviert werden, das System war langsam oder ruckelte.

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Doch all diese Kinderkrankheiten sind vorbei. Sense ist erwachsen geworden und bietet für Erfahrene und Neulinge gleichermaßen viele Möglichkeiten. Ein kurzer Blick in die Einstellungen ermöglicht sofort die Änderung des Schriftbildes. Die Schriftart „Helvetica“ macht aus dem HTC One M8 ein richtig filigranes, schickes Business Smartphone. Was Schriftarten so ausmachen können! HTC installiert kaum Bloatware vor. Sense bietet ein paar Apps (Backup, Zoe,  Kritzeln, FM-Radio, Kindermodus, Taschenlampe usw.), POLARIS Office ist mal wieder (fest!) vorinstalliert und FitBit (nicht fest) zählt die Schritte und sonstige Bewegungen. Insgesamt hält HTC rund 6 GB für System, Apps und freien Speicher (für Updates) besetzt, 10 GB sind damit frei und können genutzt werden. Da man den internen Speicher aber mit einer SD-Karte erweitern kann, ist das alles eh kaum noch der Rede wert.

HTC erweitert seine Funktionsleiste langsam und bietet im M8 die sogenannten „Motion Launch Gesten“. Auf dem reaktivierten Display reicht eine Wischgeste und man landet direkt in Blinkfeed, der Sprachwahl oder auf der Widget-Seite (Startseite) des Smartphones. Warum man hier keine alternativen Apps oder Befehle ist mir allerdings absolut schleierhaft. Dass man das Smartphone mit einem Doppeltipp wecken kann, ist großartig. Dass man es aber nach einer oder zwei Aktionen am Gerät mit einem Doppeltipp nicht wieder sperren kann, ist irgendwie inkonsequent. Schade!

Zu dem neuen HTC Zoe Feature können wir noch nichts sagen. Der Gedanke, in Zukunft eigene Kurzvideos mit einer Community zu teilen, ist aber durchaus interessant.

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Der Weg zum U11: Die HTC-Flaggschiffe mit Android im Rückblick.

Kamera

Die Kamera des HTC One M8 ist wieder ein zweischneidiges Schwert. Schon beim Vorgänger habe ich die Bilder generell für gut befunden, doch die fehlende Tiefe bemängelt. In ein 8MP Bild kann ich einfach viel weiter hinein zoomen. Das neue HTC One hat wieder 4 Ultrapixel (4,1 Megapixel) verbaut und bietet mit einem kleinen Software und Hardware Upgrade sichtbar bessere Bilder als der Vorgänger. Dennoch: der Fokus reagiert schnell, bei normalen Lichtverhältnissen ist die Kamera super und die bisherigen Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen! Aber: Zoomt man in Bilder hinein, erkennt man die Schwächen der Kamera.

HTC One Beispielvideo.

Was kann HTC uFocus?

Der Gedanke dahinter ist großartig: Eine zweite Kamera nimmt nur Tiefeninformationen des jeweiligen Motivs auf, zudem hilft die Kamera beim Fokussieren. In jedem Foto des HTC One (M8) sind somit (immer!) unheimlich viele Bildinformationen gespeichert. Die Software von HTC kann mit diesen Daten nachträglich bestimmte Bereiche fokussieren. Dummerweise müssen die Entwickler hier noch nachjustieren. In jedem Bild gibt es immer wieder Bereiche, die falsch erkannt werden oder wie ein künstlich aufgelegter Weichzeichner wirken. Das sieht alles nicht nicht wirklich final aus und wenn HTC hier schon ein zweite Kamera verbaut, was ja nun auch optische Einbußen und Kompromisse mit sich bringt, dann sollte einen dieses Feature auch von den Socken hauen.

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Nokia schießt im Refocus-Konzept drei Fotos mit unterschiedlichem Fokuspunkt. Entweder sollte HTC über solch einen alternativen Modus nachdenken oder eine „per Hand Justierung“ anbieten. Manchmal sind es nur ganz kleine Stellen, die unscharf sind aber zum Fokuspunkt gehören. Ein Problem sehe ich außerdem in der Galerie. Ein frisch geschossenes Foto ist eine „unbearbeitete“, also rohe JPEG-Version (ähnlich dem RAW Format). Alle Tiefeninformationen sind hier gespeichert, nur in dieser rohen Version kann ich das Bild mit uFocus und allen anderen Spielereien (Verfremdung/Jahreszeit/3D-Effekt) „verschönern“. Dummerweise erkenne ich in der Galerie aber nicht welches das rohe Bild ist. Zeitlupen-Videos werden mit einem kleinen Männchen auf dem Vorschaubild markiert, eine solche Lösung wäre auch für die rohen Fotos sehr praktisch. Ich habe mich schon öfter etwas irritiert durch die Galerie getippt, bis ich dann beim gewünschten Foto war.

HTC One Beispielvideo SlowMo.

Die Zeitlupenfunktion ist ein nettes Gimmick, welches aber aus gutem Grund nicht groß beworben wurde. Mit dem iPhone 5S ist die Videoqualität in keiner Weise vergleichbar. Hier wäre, auch was die Bearbeitungsfunktion angeht (die Videogeschwindikgeit kann nur direkt in der Album-App bearbeitet werden, nicht aus der Kamera-App heraus), noch genug Raum nach oben.

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