HTC One M9 und LG G Flex 2: Hitzeentwicklung und Performance des Snapdragon 810

Tuan Le 5

Das HTC One M9 und LG G Flex 2 sind zwei insgesamt unterschiedliche Smartphones, die jedoch mindestens eine prägnante Gemeinsamkeit aufweisen: In beiden Geräten kommt erstmals der Snapdragon 810-Prozessor zum Einsatz, der im Vorfeld aufgrund von etwaigen Hitzeproblemen für Bedenken gesorgt hat. Ein direkter Vergleich der beiden Smartphones liefert jetzt detaillierte Informationen bezüglich der Leistung und Wärmeentwicklung.

HTC One M9 und LG G Flex 2: Hitzeentwicklung und Performance des Snapdragon 810
Update: Wir haben das M9 mittlerweile umfassend betrachtet. Hier unser HTC One M9-Test.

Während das LG G Flex 2 ein durch und durch aus Kunststoff verarbeitetes Phablet mit gebogenem Display ist, setzt HTC beim One M9 bereits in der dritten Iteration auf ein bewährtes Unibody-Design aus Aluminium. Äußerlich sehen sich die beiden Geräte kaum ähnlich, in beiden Geräten kommt jedoch, wie erwähnt, Qualcomms aktueller High End-Chipsatz zum Einsatz. Ärgerlich nur, dass es offenbar Probleme durch eine akute Wärmeentwicklung unter Belastung bei dem Prozessor gibt, die Samsung angeblich sogar dazu veranlassten, gänzlich auf die Prozessoren von Qualcomm zu verzichten. David Ruddock von Android Police hat die Performance der beiden Smartphones nun detailliert verglichen und kommt zu einem kritischen Ergebnis.

LG G Flex 2 bleibt kühler als HTC One M9

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Vorweg gesagt: Kein Nutzer muss die Befürchtung haben, dass sein LG G Flex 2 oder HTC One M9 bei intensiver Verwendung in Flammen aufgeht oder einem die Finger verbrennt. Zudem konnten wir bei unserem LG G Flex 2 im AnTuTu Benchmark eine recht beachtliche Leistung feststellen - der von Ruddock verwendete CPU Stress Test von Geekbench stellt selbst unter den Benchmarks eine besonders aufwendige Disziplin dar. Die Hitzeentwicklung ist nach außen hin bei beiden Smartphones laut David Ruddock merklich zu spüren, doch das ist beim Geekbench-CPU-Belastungstest nicht weiter verwunderlich. Das LG G Flex 2 bleibt während des Tests noch vergleichsweise kühl, beim HTC One M9 sind maximal Temperaturen von bis zu 46 Grad zu beobachten – nicht gerade angenehm, aber für ein Smartphone mit Aluminium-Gehäuse auch nicht verwunderlich. Die vor kurzem aufgetauchten Berichte über Temperaturen von bis zu 55 Grad beim HTC One M9 konnte Ruddock dagegen nicht bestätigen – das von HTC am 18. März verteilte Software-Update scheint Abhilfe zu schaffen.

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Starkes Throttling bei Hitzeentwicklung zu beobachten - vor allem bei LG

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Besorgniserregend ist dagegen das Verhalten der Rechenkerne, das Ruddock mithilfe des Tools CPU-Z feststellen konnte. Das LG G Flex 2 zeigte seinen Beobachtungen zufolge ein sehr aggressives Drosselungsverhalten, um jede Überhitzung zu vermeiden: Der eigentlich mit acht  Rechenkernen versehene Snapdragon 810, davon vier A53-Kerne für weniger anspruchsvolle Aufgaben sowie vier A57-Kerne für High End-Performance, arbeitete im CPU-Test des G Flex 2 im Prinzip nur auf Sparflamme. Zwei der A57-Rechenkerne schalteten sich nach zwei Minuten komplett ab, die verbleibenden Rechenkerne gingen kurze Zeit später in einen Energiesparmodus mit einer Taktung von 384 MHz. Im Prinzip mussten die A53-Rechenkerne daraufhin dauerhaft mit einer Taktung von 1,6 GHz arbeiten, zudem wurde das Smartphone merklich langsamer.

Video-Bild: HTC One (M9) - Hands-On

Beim HTC One M9 dagegen wurde zwar ein ähnliches Verhalten beobachtet, allerdings in einem geringeren Ausmaß. Die maximale Taktung der A57-Rechenkerne überstieg zu keinem Zeitpunkt 1,7 GHz, obwohl vom Unternehmen mit 2,0 GHz geworben wird. Nach einiger Belastung springt die Taktung zwischen 1 und 1,5 GHz hinterher, unterschreitet allerdings nicht die Grenze von 600 MHz. Auch hier müssen schließlich die schwächeren Rechenkerne einen Großteil der Arbeit verrichten, der Einfluss auf die Performance ist allerdings nicht so stark.

Fazit: Snapdragon 810 „kein guter High End-Chip“

Eine Einbuße von 40 bis 60 Prozent bei der Single-Thread und 30 Prozent bei der Multi-Thread Performance wie sie beim LG G Flex 2 zu beobachten ist, erscheint dagegen wenig optimal. Das Hitzemanagement des Phablets ist schlichtweg zu aggressiv und könnte im Alltag, wenn GPS und das Datenmodul zusätzliche Wärmequellen darstellen, sogar noch schneller anspringen und die Leistung des Geräts reduzieren. In einem Tablet mag dieser Umstand vielleicht aufgrund des größeren zur Verfügung stehenden Platzes nicht unmittelbar eine Rolle spielen, doch für ein Smartphone erscheint der Snapdragon 810 daher laut Ruddock ungeeignet. Abzuwarten bleibt, ob LG hier noch mit Software-Updates nachbessern kann und ob tatsächlich alle Exemplare des LG G Flex 2 dieses Problem aufweisen. Es sollte allerdings nicht vergessen werden, dass solche Belastungstests wenig mit einem Alltagsszenario nicht vergleichbar sind und eine so harte Drosselung kaum in Kraft treten dürfte. Auf unseren Testgeräten konnten wir Drosselungen dieser Art noch nicht beobachten.

Quelle: David Ruddock @Google+

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