Huawei stattet das Ascend P7 mit einem IPS-LCD aus, das zeitgemäß in Full HD, also 1.920 x 1.080 Pixeln auflöst. Auf einer Bildschirmdiagonale von 5 Zoll ergeben sich so 441 ppi, dank denen das Smartphone den Vergleich mit den ganz Großen nicht scheuen muss. Und auch ansonsten weiß der Bildschirm zu überzeugen: Schriften wirken gestochen scharf, Farben nicht übersättigt. Lediglich die maximale Leuchtkraft könnte etwas höher sein – im direkten Sonnenlicht wird das Betrachten von Inhalten zur Herausforderung. Beim Betrachten aus verschiedenen, auch steilen Winkeln fällt keine Verfärbung auf, bei zu starkem Licht allerdings überwiegen die Reflexionen und erschweren das Ablesen etwas.

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Positiv dagegen ist zu vermerken, dass die Ausleuchtung des Screens sehr gleichmäßig ausfällt. Von Lichthöfen, wie sie etwa beim Nexus 5 vor allem am Rande des Displays auftreten, fehlt jede Spur. Hier hat sich Huawei nicht lumpen lassen, der Bildschirm des P7 gehört definitiv zu den besseren am Markt.

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Die Performance des Huawei Ascend P7

Zu Beginn dieses Tests kam die Frage nach dem Haken am Gesamtpaket P7 auf. Bitteschön, hier ist er: Huawei setzt erneut auf ein SoC des Tochterunternehmens HiSilicon, in diesem Falle auf den Kirin 910T. Dieser basiert auf ARMs mittlerweile veralteter Cortex-A9-Architektur und taktet mit 1,8 GHz, und hat lediglich eine Mali-450MP4-GPU zur Seite stehen – da helfen auch die ordentlichen 2 GB RAM nicht weiter.

Dieses Leistungsdefizit macht sich ganz konkret in der Benutzung bemerkbar: Für fast jede Eingabe fordert das Ascend P7 eine kurze Bedenkzeit, für das Starten von Apps auch länger. Selbst das Herunterziehen der Benachrichtigungsleiste und das Scrollen durch den Homescreen wird dabei mitunter zur Geduldsprobe.

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Bei der Darstellung von Spielen zeigt sich ein starker Kontrast zwischen 2D- und 3D-Leistung. Während Leo's Fortune in all seiner Pracht flüssig von der Hand geht, sind dreidimensionale Titel wie Riptide GP 2 und Dead Trigger 2 selbst mit verringerten visuellen Einstellungen und deaktivierten Effekten nur ruckelig spielbar.

Aber auch im Alltag genutzte Anwendungen wie Play Music, Google Maps, Chrome oder der Google Now Launcher laufen auf dem P7 nur mangelhaft. Auf eine recht lange Ladezeit folgt Stottern beim Scrollen, Zoomen und Drehen des Bildschirms. Teils kam es während des Tests auch zu Totalausfällen, bei denen der Bildschirm gar nicht mehr reagierte und nur noch ein Kaltstart half. Peitscht man das Ascend P7 zudem an seine Grenzen, etwa durch gleichzeitige Nutzung der Navigation per Google Maps und Musikwiedergabe über Play Music, wird das Gehäuse merklich warm.

Hier kommt das SoC zum Einen einfach nicht den Forderungen des hochauflösenden Displays nach, zum anderen trübt die wenig optimierte vorinstallierte Software das Leistungsbild gewaltig – dazu später mehr. Hier zunächst die Leistung in kalten Zahlen:

Das Huawei Ascend P7 im Benchmark-Vergleich mit Nexus 5 und Galaxy S5

Benchmark Huawei Ascend P7 Nexus 5 Samsung Galaxy S5
Antutu 4.0.1 Total 25127 29897 36503
Antutu UX (Multitask/Dalvik) 4577/1594 4969/2212 7500/3605
Antutu CPU (integer/float) 2904/2149 3389/2897 3260/3494
Antutu RAM (Operation/Speed) 2324/1270 1605/2456 1696/2433
Antutu GPU (2D/3D) 1634/6851 1630/8259 1639/9566
Antutu I/O (Storage/Database) 1410/655 1840/640 1639/670
CF-Bench 1.3 Overall 18314 20389 37579
CF-Bench Java 8679 10295 35717
CF-Bench Native 32767 35530 40374
GFXBench 2.7
(2.7 Manhattan HD Offscreen)
-* 581 Frames
9,4 FPS
729 Frames
11,8 fps
GFXBench 2.7
(2.7 T-Rex HD Offscreen)
683 Frames
12,2 fps
6676 Frames
59 fps
1552 Frames
27,7 fps

* Der extrem grafikintensive GFXBench-Benchmark Manhattan ist auf dem Ascend P7 ausgegraut und nicht lauffähig.

Die einzige Möglichkeit, die gefühlte Performance zumindest etwas zu erhöhen, stellt der sogenannte ROG-Modus dar, der sich in den Energiespareinstellungen verbirgt. Dieser reduziert die Auflösung des Smartphones auf 1.280 x 720 Pixel und entlastet so die Grafikeinheit. Tatsächlich geht die Bedienung mit reduzierter Auflösung an manchen Stellen deutlich flüssiger von der Hand – Stichwort Benachrichtigungsleiste –, wahre Leistungssprünge sollte man aber nicht erwarten.

Wie steht es um Software und Kamera auf dem Huawei Ascend P7? Das klären wir auf der nächsten Seite.

 

Huawei Ascend P7

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