Das Ascend P7 kann durchaus als verbindungsfreudig bezeichnet werden, wie die folgende Reihe an Akronymen eindrucksvoll beweist: Gefunkt wird über LTE Cat.4, WLAN b/g/n, NFC und Bluetooth 4.0 LE, GPS ist selbstverständlich auch an Bord. Radio-Fans freuen sich zudem über das integrierte UKW-Radio – inzwischen keine Selbstverständlichkeit mehr für Flaggschiffe. Einzig das kabellose Laden via Qi ist nicht möglich – da sich dieser Standard aber bislang noch nicht auf breiter Front durchsetzen konnte, ist dies nur ein kleiner Makel.

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In der Praxis funktionierten zudem alle Module einwandfrei. Per NFC lassen sich Peripheriegeräte flott verbinden, die Übertragung von Musik per Bluetooth klappt ohne Unterbrechung, die Verbindung zu verschiedenen WLAN-Netzen war genauso stabil wie der mobile Datenempfang und in Google Maps dauert es in der Regel keine 10 Sekunden, bis das GPS-Signal ausreichend stark ist.

Auch in Sachen Speicher lässt das Smartphone nicht zu wünschen übrig. Neben den fest verbauten 16 GB Speicherplatz können microSD-Karten mit bis zu 64 GB verwendet werden. Auf diesen können Apps nicht nur Mediendaten speichern, Huawei umgeht auch die Restriktionen von Android 4.4 geschickt: Auf Wunsch können die Pfade von internem Medienspeicher und SD-Karte vertauscht werden, sodass auch Apps auf letzterer gespeichert werden können. Das Fehlen von Apps-to-SD, das viele Nutzer beklagen, stellt so kein Problem mehr dar.

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Telefonie und Audio beim Ascend P7

Das Ascend P7 besitzt einen einzigen Mono-Lautsprecher an der Rückseite des Gerätes, der komplett verdeckt wird, sobald man das Smartphone auf den Tisch legt – und ähnelt damit dem Nexus 4. Trotz dieser widrigen Hardware-Voraussetzungen bietet das P7 einen satten Klang, der zudem auch bei voller Lautstärke nicht anfängt zu scheppern. An den BoomSound eines HTC One reicht dies natürlich nicht heran, dennoch ist der Lautsprecher für den gängigen Einsatz eines Smartphones vollkommen ausreichend.

Und auch wer sein Smartphone noch ab und zu zum Telefonieren benutzt, kann guter Dinge sein. Im deutschen D1-Netz (Telekom) war die Klangqualität im Test tadellos. Die Gegenstelle war gut verständlich und konnte ihrerseits nicht über mangelnde Sprachqualität klagen.

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Akkulaufzeit und Alltagstauglichkeit

Mit seinem nur 6,5 Millimeter tiefen Gehäuse setzt das Ascend P7 die Erwartung an an die Laufzeit seines nicht wechselbaren Akkus recht tief an. Ist zwischen dem Gorilla Glass-Sandwich überhaupt noch Platz für ausreichend Stromversorgung?

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Ein Akku-Wunder ist das Smartphone tatsächlich nicht, dennoch liegt die Laufzeit über der Erwartung. Mit ständig aktiviertem Bluetooth und hoher Standortgenauigkeit, als MP3-Player und News-Reader auf der Pendelstrecke von und zur Arbeit zeigte selbst nach dem längsten Arbeitstag die Akku-Anzeige noch 15 bis 30 Prozent – nebenbei bemerkt deutlich mehr als das reguläre Gerät des Testers, ein Nexus 5. Dieses hat seine liebe Not, den Heimweg zu überstehen, sollte es nicht am Arbeitsplatz geladen werden.

Sollte der Akkustand des P7 dennoch zu schnell schrumpfen, bietet Huawei mehrere Möglichkeiten, das Unausweichliche hinauszuzögern. Zunächst können Anwendungen ermittelt und beendet werden, die im Hintergrund viel Strom verbrauchen. Weiterhin lässt sich verhindern, dass einzelne Apps auch nach dem Ausschalten des Bildschirms weiterlaufen – ähnlich der Möglichkeit, Apps zur Beschleunigung des Systems zu schließen, geht dieser Ansatz völlig zuwider der regulären Task-Verwaltung von Android. Das gewonnene Mehr an Laufzeit beschränkt sich außerdem auf wenige Minuten; hier setzt man wohl mehr auf den Placebo-Effekt.

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Sinnvoll hingegen sind die Energieprofile, die die Leistung des Smartphones etwas zurückschrauben, um mehr Laufzeit zu erreichen oder aber seine Fähigkeiten auf die eines Dumbphones reduzieren, sprich lediglich Telefonie und SMS zulassen. Im Notfall können so tatsächlich Energieengpässe überbrückt werden. Auch beim Ascend P7 führt also kaum ein Weg am allabendlichen Andocken an das Ladegerät vorbei. Bis es soweit ist muss man sich allerdings keine Gedanken um den Akku machen.

Auch ansonsten zeigt sich das Ascend P7 bereit für den Alltag: Trotz der beidseitigen Beschichtung mit Gorilla Glass ist es resistent gegen Kratzer und teilt sich ohne Probleme die Hosentasche mit dem Schlüsselbund.

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Lediglich der schon oben beklagte Mangel an Rechenkraft macht sich im täglichen Gebrauch negativ bemerkbar – und zwar massiv. Mal verzögert sich das Entsperren, weil im Hintergrund zu viele Apps laufen, mal reagiert der Touchscreen vor lauter Überlastung gar nicht mehr. Das macht keinen Spaß und fällt nicht nur im Vergleich zum alltäglich gebrauchten High End-Smartphone auf. In einer Zeit, in der auch deutlich günstigere Mittelklassegeräte eine flüssige Bedienung erlauben – allen voran das Moto G (Test) – eigentlich ein „Dealbreaker“.

Ein abschließendes Fazit zum Huawei Ascend P7 ziehen wir auf der nächsten und letzten Seite.

 

Huawei Ascend P7

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