Huawei Honor: Test des Mittelklasse-Smartphones

Daniel Kuhn 15

Es muss nicht immer High-End sein. Für viele Nutzer reicht ein Mittelklasse-Smartphone, das die nötigsten Aufgaben zügig erfüllt, vollkommen aus. Aus diesem Grund hat Huawei nach dem Vision nun auch noch das etwas besser bestückte Honor herausgebracht: Das Modell ist bereits seit November in Asien erhältlich und findet dank des dortigen Erfolges nun auch den Weg zu uns. Wir nehmen das Smartphone etwas genauer unter die Lupe und testen, wie es sich gegenüber der gut aufgestellten Konkurrenz schlägt.

Huawei Honor: Test des Mittelklasse-Smartphones

Der Mittelklasse-Markt der Android-Smartphones ist durchaus hart umkämpft. Dort tummeln sich neben gealterten Helden wie dem HTC Desire HD oder dem Samsung Galaxy S und überarbeiteten Versionen erfolgreicher Geräte wie dem Sony Ericsson Xperia Arc S oder dem Samsung Galaxy S Plus auch Geräte wie das HTC Incredible S, Nexus S und eine fast unüberschaubare Menge anderer „bodenständiger“ Smartphones. Noch dazu strömen langsam die ersten Dual Core-Geräte in diesen Preisbereich. Ist in dieser Masse denn überhaupt noch Platz für ein weiteres Gerät? Die Antwort ist ein vorsichtiges „Ja“ – solange dieses Gerät es schafft, sich irgendwie vom Rest zu unterscheiden oder gar abzuheben. Dem Huawei Honor gelingt das durchaus in einigen Punkten, die dieser Test etwas genauer beleuchtet. Einen guten ersten Eindruck von dem Gerät vermittelt unser Unboxing- und Hands On-Video:

Verarbeitung und Haptik

Auf den ersten Blick mag das Huawei Honor nicht unbedingt der größte Eye-Catcher sein – dafür ist das Gehäuse etwas zu schlicht ausgefallen; es wirkt aber trotzdem nicht langweilig und besitzt eine gewisse schlichte Eleganz. Über die eventuellen Ähnlichkeiten zu einem anderen Smartphone mit Obst-Logo schweigen wir uns an dieser Stelle lieber aus. Das Gehäuse des Huawei Honor ist vollständig aus Plastik gefertigt, was allerdings nicht als Negativpunkt ausgelegt werden muss, denn das Gerät fühlt sich trotz der Kunststoffschale sehr wertig an. Dies liegt zum einen an dem verhältnismäßig dicken Material sowie an der texturierten Rückseite, die dem Gerät die nötige Griffigkeit verpasst und es zudem vor hässlichen Fett- und Fingerabdrücken schützt. Das Honor ist zwar nicht adipös, gehört aber mit 11 Millimetern Dicke auch nicht gerade zu den immer beliebter werdenden Magermodels – man könnte ihm einen gesunden Körperbau attestieren. Auch das Gewicht von 140 Gramm und die restlichen äußeren Maße von 122 x 60 Millimeter bewegen sich durchaus im gesunden Mittelfeld. Die Verarbeitung des Huawei Honor ist insgesamt sehr hochwertig: Es knarzt, wackelt oder verwindet sich nichts, wodurch der sehr positive äußere Eindruck des Smartphones zusätzlich verstärkt wird.


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Display

Mit 4 Zoll besitzt das Display des Honor eine Größe, die den meisten Nutzern zusagen dürfte: Nicht zu groß für kleinere Hände, aber auch mit größeren Händen lässt sich das Gerät noch bequem bedienen. Bei der Qualität des dargestellten Bildes gibt es aber doch ein bisschen Kritik – die Farben des SLC-Display wirken insgesamt etwas blass und kraftlos. Das fällt nicht nur im Vergleich zu AMOLED-Displays auf, auch im Vergleich mit anderen LC-Displays, wie dem IPS-Screen des LG Optimus Speed oder dem wirklich guten SLC-Display des HTC Desire S, wirkt das dargestellte Bild etwas fahl. Auch die Blickwinkel sind eher durchschnittlich – was zumindest den Sitznachbarn in der U-Bahn daran hindert, die gerade erhaltene E-Mail mitzulesen. Trotz dieser Kritikpunkte ist das Display des Huawei Honor nicht unbrauchbar oder abgrundtief schlecht, man kann dank der Auflösung von 854 x 480 Pixel gut auf ihm lesen und mit den vergleichsweise schwachen Farben und Blickwinkeln kann man auch leben, zumal sie hauptsächlich im direkten Vergleich mit anderen Displays auffallen.

Hardware und Performance

Im Huawei Honor kommt ein 1,4 GHz schneller Single Core Snapdragon-Prozessor von Qualcomm zum Einsatz – dadurch läuft das Smartphone nicht nur generell flüssig, sondern verfügt auch über genug Leistung um Spiele wie Sonic CD, World of Goo und Jelly Defense flüssig laufen zu lassen. Natürlich handelt es sich nicht um einen Dual Core-Prozessor, so dass leistungshungrigere Titel wie GTA III und Shadowgun die einkernige CPU an ihre Grenzen bringen.

Benchmark-Scores:

  • CF-Bench Native: 5899; Java: 2109; Overall: 3625
  • Quadrant: 2217
  • Antutu: 3623

Verglichen mit den direkten Konkurrenten Samsung [link id=1205612]Galaxy S Plus und Sony Ericsson arc S liegt das Huawei Honor von den CF-Bench-Ergebnissen knapp hinten, wenn man aber Antutu und Quadrant betrachtet, hat das Honor wiederum die Nase leicht vorn. Im Endeffekt liegen die drei Geräte als ungefähr gleich auf, wobei abzuwarten bleibt, ob die finale Android 4.0-Version die Ergebnisse nochmals verändern wird.

Alltagstauglichkeit

Der Akku ist mit 1900 mAh sehr großzügig dimensioniert, was sich auch gleich im durchaus beachtlichen Durchhaltevermögen des Honor wiederspiegelt: Zwar kommt unser Testgerät aufgrund einer Vorabversion des Ice Cream Sandwich-Updates (darauf gehen wir unter dem Punkt „Software“ näher ein) noch ohne Software-seitige Energieoptimierungen aus, die nochmals 35% mehr Leistung aus der Batterie herausquetschen sollen, aber auch so hielt der Akku im Schnitt eineinhalb Tage durch, bevor er zum Nachtanken an die Steckdose musste. In unserem Test haben wir das Huawei Honor zugegebenermaßen nicht gerade geschont, so dass unter normaler Nutzung durchaus mehr als zwei Tage Laufzeit drin sein müssten. Nach Aussage von Huawei sollen Normalnutzer mit den im offiziellen Ice Cream Sandwich-Update enthaltenen Software-Optimierungen sogar an die drei Tage-Grenze heranreichen – was uns nach dem Test durchaus realistisch scheint.

Konnektivität

Die Anschlussmöglichkeiten des Huawei Honor sind weitestgehend Standard – ein microUSB-Anschluss zum Aufladen des Akkus und für den Datentransfer mit dem Computer, sowie ein microSD-Slot und der obligatorische Headset-Anschluss finden sich am Gerät, auf weitere Ports, wie zum Beispiel einen HDMI-Ausgang wurde dagegen verzichtet. Das verbaute WLAN-Modul kommt mit den gängigen Standards b/g/n problemlos zurecht und auch die mobile Datenverbindung verfügt über guten Empfang mit HSPA. Der GPS-Fix wird auch ohne WLAN-Unterstützung ziemlich schnell hergestellt. Dass allerdings nur Bluetooth 2.1 verbaut wurde, ist in Anbetracht des neuen 4.0-Standards etwas schade – hier hätten wir uns wenigstens Version 3.0 gewünscht.

Software

Ausgeliefert wird das Huawei Honor noch mit Android 2.3, der Hersteller verspricht allerdings, noch im März Android 4.0 „Ice Cream Sandwich“ nachzureichen – ab April sollen bereits alle Geräte mit der leckeren Eiskremstulle ausgeliefert werden. Unser Testgerät war bereits mit einer Vorabversion der aktuellsten Android-Version ausgestattet, bei der es sich um den nativen Android-Code ohne jegliche Anpassungen vom Hersteller handelt. Auch wenn diese Vorabversion zwar bereits sehr stabil läuft, können wir die Software des Huawei Honor in dem Testbericht nicht berücksichtigen. Sobald das Update ausgerollt wird, werden wir es uns noch mal etwas genauer ansehen und ein paar Eindrücke hier nachreichen.


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Kamera

Auch die Kamera wurde wie der Rest der Ice Cream Sandwich-Testversion nicht weiter angepasst oder optimiert, so dass eine Bewertung der geschossenen Bilder unfair gegenüber dem Gerät wäre. Wir werden aber ein paar Testbilder und ein Video nachreichen, sobald das Update bereitsteht. Bis dahin dürfen wir aber feststellen, dass das Honor mit die Vanilla-Kamera-App von Android 4.0 durchaus anständige Fotos schießt.

Fazit

Das Huawei Honor dürfte aufgrund seines unauffälligen Designs leicht unterschätzt werden – zu Unrecht. Bietet es im Mittelklasse-Bereich doch so ziemlich alles, was man von einem Smartphone erwarten kann. Die Leistung des Single Core-Prozessors kann durchaus überzeugen und auch die restliche Ausstattung muss sich hinter den Konkurrenten nicht verstecken. Die berechtigte Frage ist aber natürlich: Warum sollte man das Huawei Honor einem anderen Gerät vorziehen? Die Gründe liegen ganz klar im Akku, der Update-Politik und dem günstigen Preis von unter 300 Euro. Einen 1.930 mAh Akku sucht man in dieser Preisklasse vergeblich und Konkurrenzmodelle wie das Samsung Galaxy S Plus wurden Software-seitig bereits von den Herstellern auf das Abstellgleis geschoben und werden kein Ice Cream Sandwich-Update mehr erhalten. Falls es also nicht High End sein muss, ist das Huawei Honor durchaus eine gute Wahl.

Wertung

Display: 3/5
Verarbeitung und Haptik: 4/5
Software: -/-
Performance: 3/5
Konnektivität: 3/5
Alltagstauglichkeit: 5/5
Telefonie: 5/5
Kamera: -/-

Gesamt: 3,8/5 (Vorabnote)

Pro

  • Gute Verarbeitung
  • Android 4.0 Ice Cream Sandwich-Update in Kürze
  • Großer Akku

Contra

  • Schwaches Display
  • Single Core-CPU
  • Bluetooth 2.1

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