Huawei P9: Leica war offenbar kaum an der Kamera beteiligt [Update: Huawei äußert sich und erläutert die Zusammenarbeit]

Philipp Gombert 13

Das Huawei P9 soll eine ganz besondere Kamera haben: In Zusammenarbeit mit Leica habe der Smartphone-Hersteller nur die beste Kamera-Technik verbaut, hieß es bei der Vorstellung des Smartphone-Flaggschiffs. Nun wird deutlich, dass hinter der Kooperation offenbar deutlich weniger steckt, als bisher angenommen.

Huawei P9 im Hands-On.

Update 21. April, 18:00:  Nun hat sich auch Huawei Deutschland gegenüber GIGA ANDROID zur Thematik geäußert und beharrt darauf, dass Leica einen fundamentalen Bestandteil bei der Entwicklung der Kamera im P9 und P9 Plus innehatte. Demnach haben beide Unternehmen bei der Evaluierung und der Optimierung des optischen Designs zusammengearbeitet, um hier dem hohen Leica-Standard gerecht zu werden.

Es gab ferner gemeinsame Anstrengungen bei der Konstruktion des mechanischen Kamera-Moduls, um Streulicht-Effekte zu reduzieren und gemeinsame Definitionen bezüglich Farbwiedergabe/Farbtreue, Weißabgleich, Streulichtreduktion, Belichtungspräzision, Kontrastumfang, Schärfe und Rauschverhalten. Darüber hinaus half das deutsche Traditionsunternehmen durch seine Expertise bei der Aufbereitung des Bildsignals und gemeinsame Qualitätsstandards und Produktionstoleranzen wurden festgelegt, um eine konstant hohe Qualität zu gewährleisten.

Während der Präsentation des P9 und P9 Plus wurde Huawei nicht müde zu betonen, wie eng man mit Leica bei der Kamera der beiden Spitzenmodelle zusammengearbeitet habe. Allerdings, so stellt sich jetzt heraus, hatte das Traditionsunternehmen offenbar kaum Anteil an der Kamera-Entwicklung. Von einer Kooperation kann demnach nur in Ansätzen die Rede sein.

Vielmehr habe es sich um eine Reihe von Lizenzierungen gehandelt, berichten die Kollegen von Phandroid unter Berufung auf Informationen der chinesischen Webseite My Drivers. Die Kamera sei tatsächlich von einem chinesischen Unternehmen mit dem Namen „Sunny Optical“ hergestellt worden, dabei habe Leica lediglich eine Lizenz für die Herstellung vergeben. An der Entwicklung waren Huawei und Leica dabei angeblich nur minimal beteiligt. Den Namen des Kamera- und Objektiv-Herstellers durfte Huawei dank der Lizenz verwenden.

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Wie viel Zusammenarbeit steckt hinter der Kooperation?

Schlussendlich habe sich die Beteiligung Leicas auf die Entwicklung eines Bildprofil-Algorithmus beschränkt, dem die Fotos das „Leica Feeling“ verdanken. Dabei besteht weiterhin die Frage, wie viel Arbeit in das besagte Profil gesteckt wurde. Hinzu kommt schließlich noch der Leica-typische Shutter-Sound. Allerdings kann hier kaum von einer Kooperation die Rede sein, sollte sich die Zusammenarbeit tatsächlich auf besagte Kleinigkeiten beschränkt haben.

Zwar ändert das nichts an der guten Qualität der Kamera, wirft jedoch ein schlechtes Licht auf Huawei und die P9-Modellreihe. Ob daran ein Kauf scheitert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Natürlich ist noch unklar, wie viel wirklich hinter dem Ganzen steckt. Eine offizielle Stellungnahme seitens Huawei oder Leica würde etwas Licht ins Dunkel bringen.

Quelle: MyDrivers, via Phandroid

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