iPhone mit 5G-Technologie: So wollte Apple Qualcomm ein Schnippchen schlagen

Holger Eilhard 1

Nachdem sich Apple vor einigen Wochen überraschend mit dem damaligen Erzfeind Qualcomm über einen 5G-Deal einigen konnte, kommen nun weitere Details zu den Vorgängen ans Tageslicht.

iPhone mit 5G-Technologie: So wollte Apple Qualcomm ein Schnippchen schlagen
Bildquelle: GIGA.

iPhone 5G: Intel und Apple führen lange Diskussionen um eine Übernahme

Ein kurzer Rückblick: Den jahrelangen Rechtsstreit beendeten Apple und Qualcomm Mitte April 2019 offenbar kurzfristig und zur Überraschung der Beobachter. Damit ist der Weg frei zu einem iPhone mit 5G-Technologie.

Gleichzeitig kündigte Intel, der bisherige Apple-Partner in Sachen Mobilfunkchips, an, dass man sich aus diesem Bereich vollständig verabschieden werde. Schon zuvor gab es immer wieder Berichte, dass die 5G-Lösung des Chipgiganten - wenn überhaupt - nur mit langer Verspätung marktreif sein werde. Apple war also im Zugzwang, um den Anschluss an die Android-Konkurrenz nicht zu verlieren: Sie stand mit ihren 5G-Smartphones schon in den Startlöchern.

Das Wall Street Journal (via MacRumors) hat nun einige Hintergrunddetails veröffentlicht, laut denen Intel und Apple bereits seit dem letzten Sommer in Gesprächen über eine mögliche Übernahme der Modem-Abteilung waren. Diese sollen über viele Monate hinweg geführt worden sein und erst rund um den Zeitpunkt des Abkommens zwischen Apple und Qualcomm geendet haben.

Laut dem Wall Street Journal zeigen diese Gespräche, dass Apple mittlerweile gewillt ist, große Summen auszugeben, um derartige Übernahmen zu realisieren. Die Übernahme von Beats by Dre war eine der wenigen teuren Ausgaben in Apples Geschichte. Der iPhone-Hersteller ließ sich diese im Mai 2014 rund 3 Milliarden US-Dollar kosten.

Schon im iPhone XS steckt ein Intel-Modem, auf 5G muss man jedoch bei Apple bis auf Weiteres verzichten:

iPhone XS im Test: So gut ist Apples Top-Smartphone.

Intel sucht weiterhin Käufer für Mobilfunksparte

Auch wenn die Gespräche zwischen Intel und Apple mittlerweile offenbar beendet wurden, besteht noch die Chance, dass das Unternehmen aus Cupertino die Mobilfunksparte übernehmen wird. Intel sucht nämlich weiterhin nach „strategischen Alternativen“ für die bislang interne Abteilung und ist dabei auch an einem Verkauf an Apple oder ein anderes Unternehmen interessiert.

Die Mobilfunktabteilung soll zuletzt rund 1 Milliarde US-Dollar an Verlusten eingefahren haben. Neben Apple nennt das Wall Street Journal auch Broadcom, ON Semiconductor, Samsung Electronics und Unisoc Communications als potenzielle Käufer.

Unterdessen gibt es immer wieder Berichte, dass Apple bereits an eigenen Mobilfunkchips arbeitet, um sich von externen Lieferanten unabhängig zu machen und sich Situationen wie diese in Zukunft nicht wiederholen. Dazu habe man bereits unter anderem einige Intel-Ingenieure abwerben können. In San Diego, der Heimat von Qualcomm, hat man diesbezüglich auch schon ein Büro für 1.200 Arbeitsplätze angekündigt. In den entsprechenden Stellenausschreibungen sucht man nach weiteren Mobilfunkspezialisten.

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