Das neue iPhone soll ein größeres Display bekommen. Wenn Apple die mit dem Retina Display erreichte hohe Pixeldichte nicht wieder verringern möchte, bringt ein solcher Schritt eine neue Auflösung mit sich. Darum scheinen sich die iOS-Entwickler aber keine großen Sorgen zu machen.

 

iPhone 5

Facts 
iPhone 5

Rätselraten um Pixeldichte und Seitenverhältnis

Die Website GigaOm hat einige Entwickler bezüglich Apples mutmaßlichen Display-Vergrößerungs-Plänen befragt. Sollte Apple das Display vergrößern, die Auflösung aber einfach konstant bei 640 mal 960 Bildpunkten halten, müssten die Entwickler auf die Änderung gar nicht reagieren. Da Apple aber besonders gerne die Pixeldichte des iPhone 4 und iPhone 4S hervorhebt, dürfte diese Variante nicht so wahrscheinlich sein.

Wahrscheinlicher ist es also, dass Apple die Auflösung erhöhen wird. Auch das Seitenverhältnis könnte sich ändern: Zuletzt verwiesen einige Beobachter darauf, dass sich eine 4-Zoll-Diagonale durch eine „Verlängerung“ des Displays erreichen ließe, die Auflösung läge dann bei 640 mal 1152 Pixeln. Dann müssten iOS-Entwickler aber reagieren - und die Benutzeroberfläche bei Apps, die vertikal arbeiten, verlängern oder in der Horizontale verbreitern.

Das iOS würde dann auf verschiedenen Geräten in insgesamt fünf verschiedenen Auflösungen arbeiten: Die Auflösung der ersten iPhone-Modelle, die des iPhone-Retina Display, die Auflösung der ersten beiden iPad-Modelle und die des iPad-Retina Display sowie die des neuen 4-Zoll-iPhone. Hinzu käme ein mögliches neues Seitenverhältnis beim iPhone. Damit würde Apple das iOS-Ökosystem „fragmentieren“ - ein Phänomen, über das sich Android-Entwickler angesichts der zahlreichen verschiedenen Smartphones und Tablets mit Googles Betriebssystem ärgern.

iOS-Entwickler haben keine Angst vor Fragmentierung

Allerdings hielte sich die Fragmentierung im Vergleich immer noch in Grenzen. Die von GigaOm befragten iOS-Entwickler scheinen sich wiederum sicher zu sein, dass Apple ihnen das Leben nicht sehr viel schwieriger machen wird: Sam Shank, der Entwickler der App Hotel Tonight*, glaubt nicht, dass Apple die Pixeldichte oder das Seitenverhältnis ändern wird. Ein neues Seitenverhältnis brächte allerdings nach seiner Einschätzung tatsächlich viel Arbeit mit sich.

Lenny Rachitsky, Chef des Entwicklers der sozialen App Localmind*, glaubt, dass Apple das Seitenverhältnis nur ändern werde, wenn „ein guter Grund“ dafür besteht. Dann werde Apple aber auch entsprechende Tools veröffentlichen, die die „Migration“ erleichtern. Apple wolle das Leben der Entwickler nicht weiter erschweren.

Nelson Gauthier, Teil von Rachitskys Entwickler-Team, verweist darauf, dass Apple Entwicklern Änderungen in der Vergangenheit mit genug Vorlauf angekündigt und ihnen hilfreiche Tools angeboten habe: „Die Wechsel zum Retina Display und zum iPad waren relativ einfach“, so der Entwickler. Sollte das Display „länger“ werden, könnten die Elemente der Benutzeroberfläche sogar gleich groß werden, lediglich die von der App angezeigten Inhalte müssten sich „verlängern“. Letztes Jahr habe Apple auf der WWDC mit „Cocoa Auto-Layout“ für OS X bereits eine Technologie präsentiert, die eine solche Anpassung erleichtert. Donnie Dinch, der Entwickler der App WillCall glaubt, dass eine Verlängerung nur für Spiele-Entwickler wirklich kompliziert wäre.

Ken Seto, der Chef der Spieleschmiede Massive Damage, kann sich vielleicht auch deshalb kein neues Seitenverhältnis vorstellen. Er glaubt, dass Apple das Display vergrößern könnte, das Seitenverhältnis und die Pixeldichte aber beibehalten und bisherige Retina-Apps einfach hochskalieren werde.

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?