App „20 Day Stranger“ teilt euer Leben mit einem völlig Fremden

Julien Bremer

Derzeit wird am Massachusetts Institute für Technology (MIT) eine iOS-App entwickelt, die genauso spannend, wie gruselig ist. Mit 20 Day Stranger teilt ihr euer Leben für 20 Tage mit einem völlig Unbekannten.

Mit der App erfährt der Fremde nahezu alles über euer Leben: Er wird benachrichtigt, wann ihr morgens aufsteht, in welches Café ihr grad einkehrt oder wann ihr abends ins Bett geht. In Zeiten, wo es um den Datenschutz schlecht bestellt ist, keine App, die auf den ersten Blick besonders attraktiv ist.

Doch dessen sind sich auch die Entwickler am Dalai Lama Center for Ethics and Tranformative Values des MIT bewusst. „Bei der App geht es nicht darum, dein Leben transparent zu machen, sondern darum, ein Fenster zu öffnen“, so Kevin Slavin, Chef der Playful-Systems-Forschungsgruppe. So versicherten die Entwickler, dass sämtliche Daten anonymisiert an den Unbekannten in der Fremde geschickt werden. Die Informationen sollen auch nicht gespeichert werden.

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Für die Ermittlung der verschiedenen Tätigkeiten und Standorte benutzt die App die zahlreichen Sensoren des iPhones, wie zum Beispiel den Geschwindigkeitssensor oder GPS-Daten. Somit erkennt die App, dass ihr aktuell Fahrrad fahrt und teilt diese Informationen mit eurem Fremden. Wenn ihr beispielsweise in Berlin am Brandenburger Tor in einem Café sitzt, schickt die App einen Google-Street-View- Ausschnitt eures Standort an den Unbekannten. Entweder er erkennt anhand der Architektur, dass ihr in Berlin seid, oder eben nicht.

Die Entwickler hoffen, dass die App in naher Zukunft veröffentlicht wird. Da die App nur funktioniert, wenn sie auf der ganzen Welt eingesetzt wird (der Fremde soll sich möglichst am anderen Ende der Welt befinden), können sie diese nicht einfach in Tech-Communities in San Francisco oder New York verteilen. Es gibt auch keine spezielle Zielgruppe, an die sich die Entwickler wenden, da die App für jedermann sein soll. Nur so können auch möglichst facettenreiche und unterschiedliche Menschen abgebildet werden.

Im folgenden Video bekommt ihr einen ersten Eindruck, wie diese App funktionieren könnte.

Wenn ihr diese App tatsächlich ausprobieren wollt, könnt ihr euch hier anmelden.

Quelle: fastcodesign.com

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