Apple A7: Mobil-Chip mit Desktop-Leistung - ein Kandidat für MacBooks?

Florian Matthey 17

Als Apple im Rahmen der Präsentation des iPhone 5s auch den neuen Chip Apple A7 vorstellte, bezeichnete das Unternehmen dessen Architektur als „Desktop-Klasse“. Eine genauere Analyse zeigt, dass das nicht übertrieben war. Wird Apple irgendwann doch auch Macs mit ARM-CPUs ausstatten?

AnandTech hat den Apple-A7-Chip seit der Präsentation der neuen iPhones und iPads im letzten Jahr genau analysiert. Außerdem hat Apple dem LLVM-Compiler-Infrastruktur-Projekt Details über die Arbeitsweise des Chips mit dem Codenamen „Cyclone“ mitgeteilt.

Der Apple A7 ist der erste 64-Bit-ARM-Chip, der in Smartphones und Tablets zum Einsatz kommt - doch das ist nicht der einzige Grund, warum Apple bei der Präsentation von „Desktop-Class Architecture“ sprach. Laut AnandTech ist macht die Architektur den Chip auf ARMv8-Basis wirklich derart leistungsfähig, dass er eher mit Desktop-Chips wie denen von Intel als mit herkömmlichen Smartphone- und Tablet-CPUs vergleichbar ist.

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Die Macher der Website halten den Wechsel hin zum Chip mit dem Codenamen „Cyclone“ für einen „gewagten Schritt“ („bold move by Apple“), mit dem sich das Unternehmen auf die Zukunft vorbereitet haben dürfte. Aktuell sei der Prozessor noch weit von seinen Möglichkeiten entfernt: In den aktuellen Geräten wechsle er so schnell wie möglich in einen inaktiven Modus, um Strom zu sparen, außerdem sei der Arbeitsspeicher mit einem Gigabyte zu klein, um eine volle Entfaltung der Leistungsfähigkeit zu ermöglichen.

Aktuell gebe es keine einzige App, die die Leistungsfähigkeit des Chips wirklich ausnutze. Apple müsse zunächst selbst Apps entwickeln, die demonstrieren, was mit dem Chip möglich ist. Mit dem Apple A8, der auf „Cyclone“ aufbauen könnte, könnte Apple ein Plus an Leistungsfähigkeit bei konstantem Stromverbrauch mit einer 20-Nanometer-Architektur und einer höheren Taktfrequenz erreichen - mit 1,3 und 1,4 Gigahertz im iPhone 5s, Retina-iPad mini und iPad Air sei diese aktuell noch recht bescheiden.

Die Tatsache, dass sich die Leistungsfähigkeit der Chips an Desktop-Chips annähert, könnte auch für andere Geräte als zukünftige iPhones und iPads relevant werden: Immerhin gibt es immer wieder Gerüchte, denen zufolge Apple in Zukunft auch seine Macs, zumindest aber MacBooks mit ARM-Prozessoren ausstatten könnte.

Das Unternehmen soll Intel mindestens einmal damit gedroht haben, einen Architekturwechsel vorzunehmen, wenn Intels CPUs nicht stromsparender werden sollten. Es erscheint nicht ausgeschlossen, dass Apple immer noch zumindest mit dem Gedanken spielt.

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