Touch ID: US-Senator stellt Apple Fragen bezüglich des Datenschutzes

Florian Matthey

Kann man Apple so sensible Daten wie den eigenen Fingerabdruck anvertrauen? Ein US-Senator will von dem Unternehmen Details darüber erfahren, wie sicher die Daten wirklich vorm Zugriff durch Apple selbst und andere sind und was Apple damit vor hat.

Touch ID: US-Senator stellt Apple Fragen bezüglich des Datenschutzes

Apple hat von Anfang an erklärt, dass die vom „Touch ID„-Sensor des iPhone 5s erfassten Daten verschlüsselt im Apple-A7-Chip selbst gespeichert werden. Eine Übertragung zu Apple oder an andere finde nicht statt; letztendlich lasse der Benutzer nur das iPhone selbst die Daten erfahren, weder Apple noch andere könnten sie erhalten.

Der demokratische US-Senator Al Franken hat sich nun in einem offenen Brief an Apple und Apples CEO Tim Cook gewandt, um weitere Details zu, Touch ID zu erfahren: Er möchte genauere Details kennen, wie genau der Prozess des Abspeicherns funktioniert, welche Pläne Apple in der Zukunft für Touch ID hat und was Apple meint, wie das Ganze rechtlich zu behandeln ist.

Im Einzelnen möchte Franken unter anderem wissen, ob es möglich ist, die gespeicherten Daten in ein Format umzuwandeln, das Dritte dann doch lesen könnten. Oder ob es möglich ist, die Daten aus der Ferne oder zumindest dann auszulesen, wenn man physischen Zugriff zu dem Gerät hat. Auch will Franken erfahren, welche Diagnose-Daten ein iPhone bezüglich des Touch ID an Apple verwendet.

Aus rechtlicher Sicht möchte Franken wissen, unter welche Rechtsbegriffe Apple die Fingerabdruck-Daten subsumieren würde - ob es sich also beispielsweise um „Benutzerinformationen“, „elektronische Kommunikations-Transaktions-Daten“, den „Inhalt“ von Kommunikation oder ähnliches handelt. Verschiedene Arten von Daten sind verschieden stark geschützt, so dass diese Einordnung sehr wichtig sein kann. Ferner fagt Franken sich, ob Apple eines Tages von Behörden dazu gebracht werden könnte, Fingerabdruck-Daten von Benutzern weiterzugeben.

Franken ist für Apple kein Unbekannter: Der Senator spezialisiert sich unter anderem auf Datenschutz durch IT-Unternehmen und hatte Apple vor zwei Jahren dazu befragt, warum das Unternehmen Positionsdaten von iPhone-Benutzern sammelt und was das Unternehmen mit diesen Daten vor hat. Apple ist nicht verpflichtet, auf das Schreiben Frankens zu antworten, es ist aber davon auszugehen, dass das Unternehmen Antworten geben wird.

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