iPhone 5s aus den USA: So klappt der Import

Flavio Trillo 1

Der Import eines iPhone 5s aus den USA kann sich lohnen. Aber ist er auch legal? Was ist bei der Einfuhr zu beachten? Wir haben alle Informationen gesammelt, wie ihr iPhone und iPad gesetzestreu aus den USA importiert.

iPhone 5s aus den USA: So klappt der Import

Die hiesigen Preise für iPhone 5s, iPhone 5c und Co. sind im Vergleich zu den USA erstaunlich hoch. Ein iPhone 5s (vertragsfrei) mit 64 GB zum Beispiel kostet im deutschen Apple Store 899 Euro. An der 5th Avenue in New York City bekommt man das gleiche Modell für umgerechnet 630 Euro. Dazu kommt nur noch die örtliche Sales Tax in Höhe von 8,88 Prozent.

Auch dann sind es nur 685 Euro, zuzüglich Einfuhrabgaben — es locken also mehr als 90 Euro Ersparnis, je nach Modell und abgesehen von den Reisekosten natürlich. Ist man aber ohnehin zufällig dort oder kennt jemanden, der es mitbringen könnte, kann diesen Rabatt garantiert kein deutscher Händler schlagen.

Was sagt der Zoll dazu?

Es ist so: Auf alle für private Zwecke eingebrachten Waren mit einem Wert zwischen 430 und 700 Euro werden pauschal mit 17,5 Prozent Abgaben erhoben. Wichtig: Grundlage für diese Abgabe ist der Wert inklusive lokaler Steuern, also auch der Sales Tax. Liegt man mit seinem gesamten Einkauf (auch mehrerer Geräte) über 700 Euro, werden die vollen 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig.

Sales Tax?!
Die Sales Tax unterscheidet sich in den USA letztlich von Bezirk zu Bezirk — den genauen Wert könnt ihr bei Eingabe des Kaufortes mit dem Sales Tax Calculator ganz einfach ermitteln. Leider erstattet euch diese Steuer nur ein einziger US-Bundesstaat bei der Ausreise: Louisiana. Die Kontaktdaten:Louisiana Tax Free Shopping
P.O. Box 20125
New Orleans, LA 70141

Tel: 001 - (504) 467-0723
Fax: 001 - (504) 568-6670

Liegt dieser Gesamtwert, umgerechnet in Euro nach aktuellem Kurs, unter 430 Euro, bleibt die Einfuhr abgabenfrei. Bei einem Wert zwischen 430 und 700 Euro inklusive Sales tax greift der pauschale Abgabensatz von 17,5 Prozent.

Ein Beispiel: Kevin hat einen Urlaub in New York geplant. Als er dort ist, startet das iPhone 5s in den Verkauf. Die Gelegenheit lässt er sich nicht entgehen, kauft eines mit 32 GB Speicher für insgesamt etwa 815 US-Dollar am Grand Central Apple Store und nimmt es mit nach Hause. Weil er brav ist und sich nicht erwischen lassen möchte — das kann teuer werden — nimmt er bei der Einreise den roten Ausgang und meldet sein neues Smartphone ordnungsgemäß beim Zoll.

Dort wird der Wert inklusive Steuer als Grundlage verwendet: 815 Dollar entsprechen etwa 605 Euro. Also kommen die pauschalen 17,5 Prozent Abgabe zum Einsatz. Kevin hat letztlich also für sein neues iPhone 5s mit 32 GB 605 + 17,5% = 710 Euro bezahlt. Fast 90 Euro weniger, als im hiesigen Apple-Store.

Zollgebühren gibt es übrigens für iPhones und iPods nicht (mehr). iPhone, iPad und andere Smartphones und Tablets werden vom Zoll mittlerweile als „programmierbare Computer“ kategorisiert und demnach mit 0 Prozent EU-Einfuhrzoll versehen. Zumindest in Deutschland.

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Was gilt bei Zwischenlandungen?

Das wirft das Problem von Transitreisen auf. Wer von den USA nach Deutschland fliegt, landet häufig in London oder Paris — werden dann die dortigen Zollbestimmungen relevant? In den allermeisten Fällen nicht. Das endgültige Ziel der Reise zählt, außer man hat keinen direkten Anschlussflug, sondern verbringt etwa noch ein paar Tage an der Seine, bevor man nach Frankfurt weiter fliegt. Entscheidend ist, ob man das neue iPhone mit dem aufgegebenen Gepäck gleich auf den nächsten Flug durchchecken lässt, oder mit der Ware im (Hand-)Gepäck die EU quasi erstmalig  des Flughafens verlässt. Im letzteren Fall muss Kevin sich bei der Einreise mit den französischen Zollbehörden auseinandersetzen.

Das kann unter anderem zur Folge haben, dass sich die Einfuhrumsatzsteuer ändert. Die Freigrenzen für den Pauschalbetrag zwischen 430 und 700 Euro bleiben aber, sie gelten EU-weit einheitlich. Ob aber die Franzosen oder die Briten iPhone und iPad ebenfalls als „programmierbare Computer“ und damit als zollfreie Ware einsortieren, konnte man uns beim Zoll nicht mit Sicherheit sagen.

Die Versandoption: Bestellung im Ausland

Denkbar ist natürlich auch, dass man einen Händler findet, der einem ein iPhone 5s nach Deutschland schickt. Oder man beauftragt Familie, Freunde oder Bekannte, die dort weilen. Hier gelten etwas andere Grenzbeträge für die Abgabenberechnung.

Liegt der Warenwert zwischen 45 und 700 Euro, kommt die bereits erwähnte Pauschale von 17,5 Prozent zum Tragen. Die Berechnungsgrundlage ist die gleiche, wie beim persönlichen Import. Allerdings werden die Portokosten dazugerechnet, sofern sie auf der beigelegten Rechnung ausgewiesen sind. Zahlt ihr also einem Händler Versandgebühren und sind diese auf der Rechnung verzeichnet, zählen sie dazu. Schickt euch ein Bekannter ein Neugerät mit Rechnung, ist das Porto nicht Teil der Rechnung.

Gibt es überhaupt keine Nachteile?

Wer genau hinschaut, der bemerkt einen Unterschied bei den unterstützten LTE-Frequenzen des iPhone 5s von T-Mobile aus den USA gegenüber dem deutschen Modell. Deckungsgleich werden die Bänder 1,2,3,5,8 und 20 Unterstützt. Band 7 fehlt indes bei der US-Variante. Dabei handelt es sich um das 2600-MHz-Band.

Doch ist das kein wahrer Verlust. Das 2600-MHz-Netz befindet sich in Deutschland gerade im Aufbau. Wichtiger sind die Bänder mit 800 und 1800 MHz — und die werden schließlich auch vom US-iPhone unterstützt. Das erklärte mir der sehr kompetente Max Planken von maxwireless.de.

Aktuell komme man überall mit dem iPhone 5s aus den USA gut ins LTE-Netz. Frühestens in zwei Jahren könnte man in Bahnhöfen, Einkaufszentren und U-Bahn-Schächten einen Nachteil spüren. Dort werde das Band 7 mit 2600 MHz nämlich hauptsächlich eingesetzt. Bis dahin ist aber noch genug Zeit, das günstig geschossene iPhone 5s zu genießen.

In Österreich wird LTE derzeit übrigens ausschließlich in Band 7 (2600 MHz) gefunkt. Die Versteigerung der 800/900/1800-Blöcke haben aber bereits begonnen.

Auch die einjährige Apple-Garantie bleibt einem als Auslands-Käufer nicht vorenthalten. Wie in den Kommentaren treffend bemerkt wird, scheint Apple den internationalen Austausch auf bestimmte Modelle zu beschränken. Darüber hinaus gehen euch natürlich sämtliche Gewährleistungsrechte durch die Lappen, die hierzulande selbstverständlich sind. Also Augen auf beim Auslands-Kauf! Apple schreibt:

If the product is portable, meaning that it can operate independently without a power cord, you may obtain warranty service worldwide.

Das heißt, die Garantie für mobile Geräte wie MacBooks, iPhones und iPads gilt weltweit (nicht für alle Modelle, siehe oben).

Was ist mit dem Netzteil?

In der Tat — aufgrund der anderen Steckdosenform in den USA wird man das beigelegte Netzteil nicht verwenden können. Allerdings ist jedes beliebige iPhone-Netzteil, etwa von einem früheren Gerät, tauglicher Ersatz. Passende Netzteile gibt es zudem bei Apple selbst. Das USB-Ladekabel aus dem Lieferumfang könnt ihr selbstverständlich auch in Deutschland problemlos verwenden.

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