iPhone 5s im Test – Performance & Akkulaufzeit – Apple A7 und M7

Ben Miller

Der verbaute Apple A7 Chip wird auf 28-Nanometer-Basis gefertigt und ist der welterste in Masse produzierte 64-Bit SoC in einem Smartphone.

Er vereint eine ARMv8 Dual-Core CPU mit 1,3 GHz, eine PowerVR G6430 Quad-Core Grafikeinheit mit einer Taktrate von 300 MHz, und 1 GB LPDDR3 DRAM Arbeitsspeicher.

Besonders ist auch, dass der A7 über einen kleinen „Hochsicherheitsbereich“ verfügt, der ausschließlich zur Verarbeitung der Daten dient, die der Fingerabdruckscanner „Touch ID“ liefert.

Erstmals hat Apple zusätzlich einen zweiten Prozessor in das iPhone integriert.

Der M7 ist ein sehr sparsamer Co-Prozessor auf ARMv7-Basis mit einer maximalen Taktrate von 180 MHz.

Seine Hauptaufgabe ist die Verarbeitung der Sensor-Daten des 3-Achsen-Gyrosensors, Beschleunigungssensors, Annäherungssensors und Umgebungslichtsensors.

Er kann unter anderem ermitteln, ob man gerade in einem Auto fährt oder zu Fuß geht. Mit diesen Informationen kann iOS dann beispielsweise die passende Navigations-Route vorschlagen.

Durch die Kombination von M7 und A7 und natürlich den etwas größeren Akku erreicht Apple eine längere Laufzeit des iPhone 5s.

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64-Bit

Angestachelt von unwissenden Massenmedien und Apple-Kritikern, stürzten sich viele auf die vermeintliche Mogelpackung „64-Bit A7“ und stempelten Apples neusten Chip als Marketing-Gag ab.

Der für Konsumenten offensichtlichste Vorteil eines 64-Bit-Prozessors ist natürlich die zukünftige Nutzung von mehr als 4 GB Arbeitsspeicher.

Der größte Vorteil der 64-Bit-Architektur ist aber schlicht und ergreifend die deutlich bessere Performance bei umfassenden Berechnungen.

Bei alltäglichen Apps wie Facebook, WhatsApp, Twitter und Co. fällt das Mehr an Leistung zwar nicht wirklich auf. Geht es aber um die Bearbeitung von größeren Dateien wie Fotos, Videos und auch bei Spielen, macht sich deutlich, dass der 64-Bit-A7 ein Chip ist, der durchaus in der Liga der Desktop-Prozessoren mitspielen kann.

Im direkten Benchmark-Vergleich zieht das iPhone 5s dank des A7 mit dem 2010er Mac Mini gleich. Dieser besaß einen Intel Core 2 Duo 2,6 Ghz und 2 GB RAM.

Mit seinen mehr als 1 Milliarde Transistoren und doppelt so großen Speicherregistern frisst sich der A7 nur so durch grafische Berechnungen (Bearbeitung von Multimediadateien; Fotos und Videos; Spiele). Kurz gesagt: Verdoppelte CPU- und Grafikperformance.

Register sind die Speicherbereiche innerhalb des Prozessorkerns. In ihnen werden die Bits gespeichert, die der Prozessor aktuell verarbeitet. Je mehr Bits in den Registern gleichzeitig Platz finden, desto mehr Berechnungen können auch gleichzeitig getätigt werden.

Bei PCs dauerte der Übergang von 32- auf 64-Bit Jahre – auch wegen Microsofts verwirrender Windows-Produktpolitik.

Beim Mac werden sich viele Nutzer gar nicht daran erinnern, wann Apple den Schalter zu 64-Bit umgelegt hat, so nahtlos war der Übergang.

Bei iOS-Geräten geschah der Sprung von 32- auf 64-Bit an einem Tag, so Apple. Gemeint ist natürlich der Tag der Präsentation des iPhone 5s.

In Realität sieht dies aber etwas anders aus. Entwickler müssen ihre Apps für die neue 64-Bit-Architektur anpassen. Dank Xcode ist dies auch sehr einfach möglich. Zudem sind der A7-Chip und die iOS-7-Version des iPhone 5s abwärts kompatibel. Es können also auch 32-Bit-Apps auf einem iPhone 5s ausgeführt werden. Dies geht aber auf Kosten der Performance.

Die beste Leistung erreicht man auf einem iPhone 5s, indem man ausschließlich 64-Bit-Apps installiert und ausführt. Sind zusätzlich auch 32-Bit-Apps installiert, so muss das System sowohl die 64-Bit- als auch 32-Bit-Frameworks laden. Dies erhöht die Speicherauslastung.

Sofern es ein Entwickler aber nicht in dessen App-Beschreibung erwähnt, ist nicht wirklich ersichtlich, ob die jeweilige App für 64-Bit optimiert wurde.

Alle zukünftigen iPhone- und iPad-Generationen werden 64-Bit-Prozessoren besitzen. 64-Bit IST die Zukunft, daran besteht kein Zweifel.

Akkulaufzeit

Der Akku im iPhone 5s hat eine Kapazität von 1570 mAh. Jener im Vorgänger iPhone 5 1440 mAh.

Somit hat sich die Akkulaufzeit etwas verbessert, aber leider nicht so dramatisch, wie man es sich wünschen würde.

Der Co-Prozessor M7 und die höhere Akkukapazität machen sich im direkten Vergleich schon positiv bemerkbar, trotzdem kommt man mit einer Akkuladung nur knapp über einen ganzen Tag.

In Zahlen macht das 250 Stunden Stand-by, 10 Stunden Gesprächszeit über 3G, 8 Stunden Surfen über Mobilfunk, 10 Stunden über WLAN, 10 Stunden Video- und 40 Stunden Audiowiedergabe.

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