Bendgate: Ein Skandal, der keiner ist (Kommentar)

Ben Miller 32

Bendgate ist das derzeit dümmste Trending Topic in den sozialen Netzwerken. Man kann Dinge verbiegen, wenn man will. Wer hätte das gedacht?

Bendgate: Ein Skandal, der keiner ist (Kommentar)

Eine Woche ist seit dem Verkaufsstart der neuen iPhone-Modelle vergangen. Wie bereits berichtet, wurden am ersten Verkaufswochenende mehr als 10 Millionen iPhone 6 und iPhone 6 Plus verkauft. Es ist also nicht unwahrscheinlich, dass Apple in den letzten 7 Tagen mehr als 15 Millionen Stück der neuen iPhone-Modelle verkauft hat.

Von dieser Masse an Menschen meldeten 9 (in Worten: neun) Nutzer, dass sich ihr iPhone 6 Plus in ihren hautengen Jeans verbogen hat, als sie sich draufgesetzt hatten. Und so ward Bendgate“ geboren, ein Skandal sondergleichen.

facepalm

Dieses „Bendgate“ wurde also nicht wegen der Zahl der Betroffenen so groß. Es war ein gefundenes Fressen für Trolle, Hater und Neider. Die Massenmedien springen natürlich schnell auf den Zug auf, wenn es um einen vermeintlichen Fehler Apples geht. Schlechte Nachrichten verkaufen sich leider besser, besonders wenn das erfolgreichste Tech-Unternehmen anscheinend etwas falsch gemacht hat.

iPhone 6 und iPhone 6 Plus sind die besten und robustesten iPhones, die Apple bisher auf den Markt gebracht hat. Sie sind aber nicht perfekt. Besonders iOS 8 weist einige Bugs auf und würde Kritikern genügend Angriffsfläche bieten. Aus den ganzen Bugs wurde aber kein „Buggate“ geschmiedet. Warum? Weil sich dieses „Gate“ mit einem Softwareupdate in Luft auflösen würde.

Also muss irgend ein Fehler gefunden werden, der sich nicht so einfach aus der Welt schaffen lässt. Und wenn man keinen Fehler findet, muss man eben einen erfinden. Das war bisher bei fast jeder iPhone-Generation so und wird wohl auch bei der nächsten iPhone-Generation so sein.

Ja, das iPhone 6 Plus verbiegt sich unter Gewalteinwirkung. Jedes Smartphone verbiegt sich, wenn man genügend Druck ausübt. Wenn das bei anderen Smartphones passiert (und das tut es), interessiert das aber keinen. Dementsprechend berichtet die Masse auch nicht darüber. Geht es aber um das iPhone, wird jede noch so dumme Story gemolken.

Wenn man meint, man müsse sein 800-Euro-Phablet in die Gesäßtasche stecken und sich dann draufsetzen, dann soll man es machen. Man braucht dann aber nicht rumjammern, wenn es diese Tortur nicht unbeschadet übersteht.

Laut Apple ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich die neuen iPhones im normalen Gebrauch verbiegen. Sie wurden intensiv getestet und die Gehäuse mit Stahl und Titan verstärkt. Sollte es aber dennoch vorkommen, so soll man Kontakt mit dem Apple Support aufnehmen oder direkt in den Apple Store zur Genius Bar gehen. Dort wird der Schaden dann geprüft.

Genötigt von den hysterischen Meldungen über 9 verbogene iPhones, hat Apple erstmals einige Pressevertreter, darunter Re/Code, in seine Testlabore nach Cupertino eingeladen um dort zu zeigen, welche Stresstests iPhones im Zuge ihrer Entwicklung durchlaufen und überstehen müssen.

Update: Consumer Reports, das US-amerikanische Pendant zur deutschen Stiftung Warentest, hat das iPhone 6 und iPhone 6 Plus getestet. Das Ergebnis ist zumindest für mich wenig überraschend. Die neuen iPhone 6 und iPhone 6 Plus biegen sich bei Weitem nicht so leicht, wie von einigen behauptet. Das als robust geltende HTC One M8 geht sogar schneller in die Knie, als ein iPhone 6 Plus.

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