Apple gibt zu: Deswegen werden alte iPhones nach einem Jahr langsamer

Florian Matthey 20

Viele Nutzer sind der felsenfesten Meinung, dass iPhones mit den Jahren immer langsamer werden – und vermuten dahinter gezielte Absicht. Offenbar verlangsamt Apple einige Modelle tatsächlich. Was kurioserweise dagegen hilft: der Austausch des Akkus. Nun hat sich das Unternehmen zu den Vorwürfen geäußert.

Apple gibt zu: Deswegen werden alte iPhones nach einem Jahr langsamer
Bildquelle: GIGA.
Update vom 21.12.2016, 08:20 Uhr: Mittlerweile hat sich auch Apple selbst zu dem Thema zu Wort gemeldet: In einer Stellungnahme gegenüber TechCrunch verweist das Unternehmen darauf, dass Lithium-Ionen-Akkus unter Umständen binnen kurzer Zeit weniger Leistungen erbringen können – beispielsweise, wenn es kalt ist, aber auch, wenn die Kapazität nach einiger Zeit nachgelassen hat. Letztes Jahr – also mit dem iOS 10.2.1 – habe man zunächst das Leistungsmanagement des iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE verändert, um dafür zu sorgen, dass es zu keinem hohen Stromverbrauch kommt, wenn der Akku nicht mehr zu entsprechender Leistung fähig ist – was die niedrigen Benchmark-Werte erklärt, da der Prozessor bei Benchmark-Tests die volle Leistung erbringen muss. Mit dem iOS 11.2 habe man ein entsprechendes „Feature“ auch fürs iPhone 7 eingeführt. Der Grund sei, dass man die Komponenten der Geräte schützen wolle, um Kunden eine möglichst hohe Lebenszeit der Geräte zu ermöglichen.

Update vom 19.12.2016, 11:45 Uhr: Die Betroffenen haben sich die Verlangsamung ihres iPhone nicht eingebildet: Die Betreiber von Geekbench haben nachvollzogen, dass die Ergebnisse der Prozessor-Tests nach dem Update auf iOS 10.2.1 deutlich variieren – und zwar nicht nur beim iPhone 6 und iPhone 6s, sondern auch beim iPhone 7.Man beachte die Verteilung der Geekbench-Ergebnisse (also wie hoch die jeweiligen iPhones von Benutzern punkten konnten) vor und nach dem Update auf iOS 10.2.1:

iphone-6s-geekbench-akku

Beim iPhone 7 zeigt sich ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so deutliches Bild. Dass es nicht so deutlich ist, dürfte daran liegen, dass die iPhone-7-Akkus einfach noch nicht so alt sind.

Das heißt: Apple hat das Problem sich abschaltender iPhones tatsächlich dadurch „gelöst“, dass es sie einfach dann, wenn ältere Akkus zum Einsatz kommen, so sehr verlangsamt, dass der Prozessor nie mehr die maximale Menge an Strom verbraucht. Dadurch kommt es zwar einerseits nicht mehr zum plötzlichen Abschalten des iPhone. Andererseits sollte man ja die volle Prozessorleistung auch dann erwarten können, wenn der Akku nicht mehr taufrisch ist …

Originalartikel vom 17.12.2017:

Ältere iPhones: Macht Apple sie absichtlich langsamer?

Werden iPhones mit der Zeit immer langsamer, sodass Kunden eine stärkere Motivation haben, sich ein neues Gerät zuzulegen? Viele Benutzer haben diesen Eindruck. Eine Studie hat allerdings erst kürzlich herausgefunden, dass das nicht stimmt: Ältere iPhones werden auch mit neueren iOS-Versionen nicht nennenswert langsamer.

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iPhone 6 und 6s: Schwacher Akku sorgt für weniger Leistung

Anders ist es aber offenbar beim iPhone 6 und iPhone 6s – wenn sich in diesen Geräten ein alter, nicht mehr so leistungsfähiger Akku befindet. Wir erinnern uns: Beim iPhone 6 und vor allem iPhone 6s gab es eine Zeit lang massive Akkuprobleme, die zu einem plötzlichen Abschalten der Geräte führen konnten. Vor einem Jahr startete Apple fürs iPhone 6s sogar ein Akku-Austauschprogramm.

Abhilfe sollte letztendlich das Update iOS 10.2.1 schaffen: Mit einer Softwarelösung sorgte Apple Anfang dieses Jahres tatsächlich dafür, dass sich betroffene Exemplare des iPhone 6 und iPhone 6s nicht mehr plötzlich abschalten.

Insgesamt ist das iPhone 6s immer noch ein sehr gutes Gerät, wie ihr hier im Vergleichsvideo und der Kamera-Bilderstrecke seht:

Samsung Galaxy S7 vs. iPhone 6s - Vergleich der Smartphone-Flaggschiffe.

iPhone 6 und 6s: Neuer Akku macht sie wieder schneller

Wie zahlreiche Berichte betroffener Benutzer bei Reddit zeigen, hat Apple das Problem aber offenbar dadurch „gelöst“, dass es die Geräte einfach verlangsamt hat: Ihr Prozessor arbeitet mit einer niedrigeren Taktfrequenz, sodass er nie so viel Strom benötigt, dass es zu einem Abschalten kommen kann. Die Betroffenen haben über Benchmark-Tests herausgefunden, dass ihre Geräte deutlich weniger leistungsfähig sind, als sie es sein sollten.

Dementsprechend gibt es aber auch Abhilfe: Ein neuer Akku sorgt dafür, dass das iPhone wieder deutlich schneller arbeitet. Ob von entsprechenden „Verlangsamungen“ auch andere iPhone-Modelle betroffen sind, ist unklar. Daraus lernen wir aber: Benutzer, die meinen, dass ihr iPhone immer langsamer wird, sollten vielleicht nur über einen neuen Akku statt gleich über ein neues iPhone nachdenken – zumindest, wenn es sich um ein iPhone 6 oder 6s handelt. Handelt Apple richtig?

Quelle: Reddit via 9to5Mac

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