BBC-Analyse: Apple verweigert iPhone-Akkutausch zu Unrecht

Florian Matthey 11

Dieses Jahr können iPhone-Benutzer ihren schwachen Akku für nur 29 Euro offiziell durch Apple tauschen lassen. Apple verweigert den Tausch zu diesem Preis aber dann, wenn irgendein Defekt vorliegt. Die britische BBC meint nach eigener Analyse, dass Apple dazu eigentlich kein Recht hat.

Apple verweigert iPhone-Akkutausch auch bei kleinen Schäden

Bereits im Januar haben wir berichtet, dass der vermeintlich günstigste iPhone-Akkutausch durch Apple ziemlich teuer werden kann – nämlich dann, wenn andere Komponenten des iPhone beschädigt sind. Schon damals fiel auf, dass Apple selbst für Komponenten, die mit dem Akkutausch eigentlich nichts zu tun haben, hohe Reparaturkosten veranschlagt, bevor das Unternehmen den eigentlichen Akkutausch vornehmen will – beispielsweise soll Apple sogar bei „blockierten Audioanschlüssen“ oder einfachen Displaykratzern den Einbau eines neuen Akkus zum niedrigen Preis verweigert haben.

iPhone-Akkutausch: Apples Praxis entspricht nicht dem Website-Versprechen

Die Verbrauchersendung Watchdog der BBC meint, dass Apple in den meisten dieser Fälle überhaupt kein Recht dazu hat, den günstigen Akkutausch zu verweigern. Zwar enthält Apples Website einen Hinweis, demzufolge im Falle von „iPhone-Beschädigungen, die den Batterietausch erschweren können (etwa einen gesprungenen Bildschirm)“ diese Beschädigung zunächst behoben werden müsse, bevor der Akkutausch erfolgen könne. Die Fälle, in denen sich Kunden beschweren, lassen sich aber kaum als solche auffassen.

Ein wirklich gesprungener Bildschirm sollte im Falle eines Akkutausches tatsächlich nicht erneut eingebaut werden: In der Regel wird der Displayschaden durch das Öffnen des Gerätes sogar noch größer werden. Watchdog berichtet jedoch von Fällen, in denen Apple den Akkutausch bei kleinsten Macken am iPhone-Aluminiumrahmen verweigert hat – oder mit dem Hinweis, dass Mikrofon und Lautsprecher des iPhone defekt seien und repariert werden müssten, obwohl diese Komponenten eigentlich noch funktionierten.

iPhone-Akkutausch: Support-Mitarbeiter verweisen auf Klausel, die es nicht gibt

Apple-Support-Mitarbeiter hätten in Chat-Gesprächen erklärt, dass Apple seinen Garantiebestimmungen zufolge bei jeglichen iPhone-Beschädigungen oder -Defekten einen einfachen Akkutausch zum vergünstigten Preis verweigern könnte. Weder in den Bestimmungen noch auf der Website gibt es aber tatsächlich eine solche Klausel. Bei einer förmlichen Anfrage durch Watchdog verweist Apple wiederum nur auf die Website, ohne zu erklären, warum ein Akkutausch auch in den genannten Fällen nicht möglich gewesen sein soll.

Für Apple ist die Negativberichterstattung durch einen großen Fernsehsender sicherlich nicht sonderlich erfreulich: Den vergünstigten Akkutausch selbst bietet Apple in diesem Jahr ohnehin nur an, weil es zuvor Negativpresse bezüglich der Geschwindigkeitsdrosselung von iPhones mit schwachen Akkus gab. Für die betroffenen Kunden bleibt zu hoffen, dass auch diese neuen Meldungen für ein Umdenken bei den Verantwortlichen in Cupertino sorgen wird.

Die weiteren Bedingungen für einen 29-Euro-Akkutausch durch Apple erklären wir hier.

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iPhone-Akku für 29 Euro bei Apple tauschen – das müsst ihr wissen

Wie sieht es bei euch aus: Hat Apple bei euch schon mal einen Akkutausch zum regulären Preis mit einer solchen Begründung verweigert? Wenn ja: Wie sehr war euer iPhone tatsächlich defekt – wenn überhaupt? Über einen kleinen Erfahrungsbericht im Kommentarbereich würden wir uns freuen!

Quelle: BBC via 9to5Mac

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