iPhone-6-„Touch-Krankheit“: Sammelklagen in USA weiten sich aus

Florian Matthey

Die Klage mit Apple wegen der „Touchscreen-Krankheit“ des iPhone 6 weitet sich aus: Drei weitere Kanzleien befassen sich mit dem Fall, es sollen sich schon 10.000 Betroffene gemeldet haben. Außerdem ist eine zweite Klage im US-Bundesstaat Utah anhängig.

Touchscreen-Krankheit: Bendgate strikes back

Die „Touchscreen-Krankheit“ des iPhone 6 und iPhone 6 Plus äußert sich zunächst durch einen grauen Streifen auf dem Bildschirm; kurz danach funktioniert dann der Touchscreen nicht mehr. Das Gerät ist dadurch also unbenutzbar. Bei den meisten Kunden tritt das Problem erst nach einiger Zeit auf, oft nach Ablauf der Garantie – so dass Apple sich einen Austausch des iPhone bezahlen lässt.

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iPhone 6 und Lumia 930 im Kamera-Vergleich [Galerie]

Allerdings scheint es sich bei der Ursache um einen Konstruktionsfehler zu handeln: Der Touchscreen-Controller-Chip auf dem Logic Board löst sich bei einigen Benutzern mit der Zeit. Der Grund hierfür sind minimale Verbiegungen des Gehäuses; beispielsweise dann, wenn der Benutzer das iPhone in der Hosentasche an sich trägt. Die „Bendgate“-Vorwürfe mit stark verbogenen iPhones waren seinerzeit übertrieben; das Problem hat sich somit aber mit einer gewissen Verzögerung zurückgemeldet. Reparatur-Shops berichten, dass sie ständig mit iPhone-6- oder iPhone-6-Plus-Modellen mit entsprechenden Symptomen konfrontiert sind.

Drei neue Kanzleien, eine neue Klage, 10.000 Interessierte

Einige Betroffene meinen jedenfalls, dass Apple die Kosten eines Austauschs selbst tragen und ihnen somit die Reparaturgebühr ersetzen muss – in den USA sind das bei einem iPhone 6 Plus, das am häufigsten betroffen ist, immerhin 329 Dollar. Deswegen haben mehrere Personen eine Sammelklage vor einem US-Bezirksgericht in Kalifornien erhoben. Eben diese weitet sich jetzt aus.

Motherboard berichtet, dass sich jetzt drei weitere Kanzleien der Klage angeschlossen haben. Der Anwalt Richard McCune von der Kanzlei McCuneWright aus Kalifornien berichtet außerdem, dass ihn fast 10.000 Personen kontraktiert hätten, seit die Meldung um das Gerichtsverfahren die Runde machen. Außerdem ist mittlerweile eine weitere Klage wegen desselben Problems in Utah anhängig. Apple hat auf diese insoweit reagiert, als dass das Unternehmen aus prozessökonomischen Gründen eine Zusammenlegung beider Verfahren beantragt. Konkret fordern die Käufer neben der Erstattung ihrer eigenen Kosten auch eine Rückrufaktion oder allgemeine Garantieverlängerung sowie für sich selbst Schadensersatz.

Apple kennt das Problem, äußert sich aber nicht öffentlich

Dafür, dass es sich tatsächlich um einen Konstruktionsfehler, also – salopp gesagt – „Apples Schuld“ handelt, spricht die Tatsache, dass Apple ab dem iPhone 6s ein weniger biegsames Aluminiumgehäuse verwendet und den Touch-Controller-Chip auf dem Logic Board anders positioniert hat. Offenbar wäre das Problem auch dann nicht aufgetreten, wenn Apple weiterhin eine Metallabschirmung wie beim iPhone 5s verwendet hätte.

Apple ist sich des Problems zumindest insoweit bewusst, als dass die intern in Apple Stores verwendete Reparaturfälle-Software bei einem Touchscreen-Defekt eines iPhone 6 nicht zunächst einen Austausch des Displays vorschlägt – was bei anderen iPhone-Modellen meist hilft –, sondern automatisch sämtliche Reparaturen blockiert und einen Austausch „vorschreibt“. Allerdings hat sich Apple offiziell noch nicht zu dem Phänomen geäußert. Wie das Gericht die Sachlage letztendlich sehen wird oder ob Apple von sich aus eine Entschädigung anbieten und ein Austauschprogramm starten wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: Motherboard via Mac Rumors

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