Saphir-Display fürs iPhone 6: Zu teuer, zu schmutzig, zu dicht?

Julien Bremer

Die größten Spekulationen im Vorfeld der neuen iPhone-Generation gab es über die vermeintlichen Saphir-Displays. Nun ist ein neuer Bericht aufgetaucht, der besagt, Apple habe niemals vorgehabt, Displays aus dem hochwertigen und robustem Material zu fertigen.

Saphir-Display fürs iPhone 6: Zu teuer, zu schmutzig, zu dicht?

Zugegeben: Es gab viele Anzeichen dafür, dass das iPhone 6 und iPhone 6 Plus mit einem Bildschirm aus Saphir daherkommen. Die extra eingerichtete Fabrik in Zusammenarbeit mit dem Spezialisten GT Advanced im November des vergangenen Jahres oder die Aussagen von Analysten und Branchenkennern.

Doch laut eines Berichts von Time.com (der sich ebenfalls auf gut informierte Quellen beruft) hatte Apple niemals vorgehabt, iPhones mit Saphir-Displays zu fertigen. Es gibt fünf Gründe, die ganz offensichtlich dagegen sprechen:

Saphir ist kratzfest, aber nicht bruchsicher

Es ist zwar korrekt, dass Saphirglas Resistent gegen Kratzer ist. Doch wenn es zum Sturz kommt, bricht es recht schnell, sogar schneller als Glas. Eine Eigenschaft die für Smartphones nun wirklich nicht geeignet ist. Cornings Gorilla Glass hat in diesem Punkt die Nase vorn.

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Saphir hat eine höhere Dichte als Glas

Während der Vorstellung des iPhone 6 und iPhone 6 Plus in der vergangenen Woche schwärmten Tim Cook und Phil Schiller davon, wie leicht und vor allem dünn die neuen Modelle sind. Eine Eigenschaft, die mit Saphir nicht zu erreichen wäre. Die höhere Dichte des Materials würde die Smartphones schwerer machen.

Saphir beeinflusst die Akkulaufzeit

Dadurch, dass der Stoff dichter ist als das bisherige Glas, lässt er auch weniger Licht durch. Das hätte wiederum zur Folge, dass mehr Strom dafür benötigt würde, die gleiche Displayhelligkeit wie bisher zu erreichen.

Saphir ist sehr teuer

Die Herstellung und Verwendung von Saphir ist sehr kostenintensiv. Laut des Berichts würden die Materialkosten das Zehnfache im Vergleich zu Gorilla Glass betragen. Dadurch könnte jedes iPhone bis zu 100 Dollar teurer werden.

Saphir-Herstellung ist nicht besonders umweltfreundlich

Aus umwelttechnischer Sicht passt es nicht unbedingt zum Image eines Unternehmens wie Apple, Saphir in großen Mengen zu produzieren. Der Vorgang ist sehr energieaufwendig, ein Punkt auf den Apple in jüngster Zeit verstärkt den Fokus gesetzt hat.

Sicherlich, die meisten dieser Punkte gelten auch für die Apple Watch, bei der zwei der verfügbaren Editionen mit Saphir-Display ausgestattet sind. Allerdings ist die Uhr sehr viel kleiner und somit ist der Saphir-Einsatz beispielsweise weniger kostenintensiv und beeinflusst die Akkuleistung nicht so sehr. Auch die Anfälligkeit für Brüche im Display spielen keine so große Rolle bei einem Gerät, das die meiste Zeit am Handgelenk getragen wird.

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