Apple übernimmt Kamera-Firma LinX: Technologie fürs iPhone 6s?

Florian Matthey 3

Apple hat die israelische Kamera-Firma LinX Imaging übernommen. Die damit erworbene Technologie könnte entscheidende Verbesserungen in zukünftigen iPhone-Modellen mit sich bringen.

Apple übernimmt Kamera-Firma LinX: Technologie fürs iPhone 6s?

Das Wall Street Journal berichtet über die Übernahme, die Apple rund 20 Millionen US-Dollar gekostet haben soll. Apple hat die Übernahme gegenüber der Zeitung mit der Standard-Floskel, dass man ab und zu kleinere Unternehmen kaufe, Pläne aber nicht kommentiere, bestätigt.

Die Website von LinX Imaging ist nicht mehr erreichbar, allerdings ist bekannt, auf was sich das Unternehmen konzentriert hat: Die Verbesserung von Smartphone-Kameras durch den Einsatz mehrerer Blenden. LinX vertrat die Ansicht, dass die Geschwindigkeit der Entwicklung im Bereich der Handy-Kameras zuletzt zurückgegangen sei; mit mehr Megapixeln habe sich nicht mehr viel erreichen lassen. Deswegen sei eine neue Herangehensweise nötig.

Mit dem Einsatz von zwei, drei oder gar vier Blenden, deren Aufnahmen das System dann zu einem einzigen Foto verbindet, lassen sich einige Vorteile erreichen: Unter anderem lassen sich die einzelnen Kameras kompakter konstruieren, so dass das Gerät, in dem sie sich befinden, dünner ausfallen kann. Das dürfte für Apple besonders interessant sein, zumal die Lösung im iPhone 6, aus dem die Kamera-Linse hervorsteht, nicht ideal ist.

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Hinzu kommen aber noch weitere Möglichkeiten: Durch den Einsatz mehrerer Linsen kann die Kamera genauer die Entfernung einzelner Objekte erkennen, so dass Bilder mit einer deutlicheren Schärfentiefe möglich sind - ein Smartphone kann dann Fotos aufnehmen, die insoweit mit denen einer Spiegelreflexkamera vergleichbar sind.

Mac Rumors benennt noch einige weitere Vorteile der LinX-Technologie: Die Multi-Blenden-Konstruktion ermöglicht außerdem bessere Bilder bei geringerer Beleuchtung, unter anderem durch eine Reduktion des „Rauschen“-Effekts.

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Vor allem die vier-Linsen-Konstruktion bringt aber noch weitere Möglichkeiten: Es lassen sich sogar 3D-Modelle aus einzelnen Bildern erstellen. Damit wäre es beispielsweise möglich, den Fokus einer Aufnahme nachträglich zu verändern.

Ob und wann genau die LinX-Technologie Einzug in eine zukünftige iPhone-Generation finden wird, ist schwer vorherzusagen. Ende letzten Jahres tauchten jedoch erstmals Gerüchte auf, denen zufolge schon das iPhone 6s mit zwei Kameras arbeiten könnte. Möglicherweise hatte Apple für dessen Entwicklung schon LinX-Technologie lizenziert und das Unternehmen dann gleich komplett übernommen. Genaueres würden wir dann im Herbst wissen.

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