„Fehler 53“: US-Anwaltskanzlei bereitet Klage gegen Apple vor

Florian Matthey 62

Apple hat kürzlich den „Fehler 53“ erklärt: Wer den Touch-ID-Fingerabdrucksensor wegen eines Defekts von unabhängigen Reparatur-Anbietern austauschen lässt, sieht diese Fehlermeldung. Amerikanische Anwälte prüfen jetzt eine Verbraucher-Klage.

„Fehler 53“: US-Anwaltskanzlei bereitet Klage gegen Apple vor

Gerade dann, wenn iPhone- oder iPad-Besitzer durch Ungeschicklichkeit einen Defekt ihres Gerätes herbeiführen und daher nicht Apples Garantie in Anspruch nehmen wollen, sind unabhängige Reparatur-Anbieter wegen der geringeren Kosten attraktiv – man denke an ein gebrochenes iPhone-Display, das sich beispielsweise durch unsere GIGA-FIXXOO-Reparatursets deutlich günstiger als durch Apple reparieren lässt.

Allerdings sollten iPhone- und iPad-Besitzer den Touch-ID-Fingerabdrucksensor ihres Gerätes ausschließlich von Apple austauschen lassen: Nach einem Austausch durch Dritte funktioniert dieser zwar zunächst weiterhin. Beim nächsten Update des iOS überprüft das System aber, ob noch der ursprünglich verbaute Sensor vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, wird das Gerät unbenutzbar und zeigt nur noch den „Fehler 53“ an. Laut Apple aus Sicherheitsgründen, also um die sensiblen Fingerabdruck-Daten der Kunden zu schützen.

Kritiker werfen Apple jedoch vor, hier übers Ziel hinauszuschießen: Das System könnte ja auch die Fingerabdruck-Sensor-Funktion des Home Buttons deaktivieren und diesen einfach so wie den herkömmlichen Knopf aus Zeiten vor dem iPhone 5s arbeiten lassen. Dann könnten die betroffenen Kunden zwar die praktische Touch-ID-Funktion nicht mehr verwenden; ihr Gerät würde aber nicht völlig unbrauchbar.

Die amerikanische Anwaltskanzlei PCVA hat jetzt offiziell verkündet, die Möglichkeiten einer Sammelklage gegen Apple zu prüfen. Nach Auffassung der Kanzlei gehe es Apple in erster Linie darum, Kunden absichtlich dazu zu zwingen, die eigene, deutlich teurere Reparatur in Anspruch zu nehmen. Betroffene sollten sich bei der Kanzlei melden, wenn sie sich einer entsprechenden Klage anschließen wollten. PCVA möchte die potentiellen Klienten kostenlos vertreten – dürfte sich aber Hoffnungen auf Anteile einer möglichen hohen Schadensersatzzahlung durch Apple machen.

Zu den Kommentaren

Kommentare zu dieser News

* Werbung