iPhone-Verkaufszahlen: können die neuen Modelle den Abwärtstrend stoppen?

Ansgar Warner 10

Seit dem Launch des ersten iPhones hat Apple eine bemerkenswerte Leistung vollbracht: in jedem Quartal wurden mehr Geräte verkauft als im jeweiligen Vorjahresquartal. Doch klappt das auch mit dem iPhone 6s bzw. iPhone 6s Plus?

iPhone-Verkaufszahlen: können die neuen Modelle den Abwärtstrend stoppen?

Aufwärts immer, abwärts nimmer. Schaut man sich die Verkaufszahlen des iPhones von 2007 bis 2015 an, fällt bei der quartalsweisen Darstellung auf: die zweite Jahreshälfte fällt jeweils deutlich schwächer aus als die erste Jahreshälfte. Doch in den letzten acht Jahren hat trotzdem jedes Quartal das jeweilige Vorjahresquartal getoppt.

Noch Anfang des Jahres fiel der Unterschied in der Vierteljahresbilanz deutlicher denn je aus: Wurden nämlich zwischen Januar und März 2014 weltweit knapp 43 Millionen iPhones verkauft, so waren es zwischen Januar und März 2015 satte 61 Millionen Geräte.

Die nachlassende Konjunktur in China, dem wichtigsten Absatzmarkt nach den USA, hatte aber bereits im Vorfeld des kommenden Keynote-Events die Apple-Aktie auf Talfahrt geschickt. Nun könnte das schwieriger werdende Umfeld auch Apples iPhone-Absatzkurve erstmals unterbrechen. Manche Analysten erwarten das erste Quartalsminus im jährlichen Vergleich schon in diesem Herbst (Fiskal-Quartal 1/2016), andere im ersten Quartal 2016 (Fiskal-Quartal 2/2016).

Neben dem Abflauen des Konjunkturklimas im Land der Mitte könnte das iPhone 6s bzw. iPhone 6s Plus in statistischer Hinsicht auch ganz einfach Opfer des eigenen Erfolges werden. Die im Herbst 2014 gelaunchten Modelle waren so beliebt und hatten so viele Apple-Kunden zum Upgrade verleitet, dass die Wechsel-Fraktion beim neuen Gerätezyklus erstmal deutlich kleiner ausfallen könnte – viele dürften stattdessen auf das iPhone 7 warten.

Fragt sich natürlich: Muss man die ganze Quartals-zu-Vorjahresquartals-Arithmetik überhaupt ernst nehmen? Immerhin wird Apple insgesamt in diesem Jahr ein Rekordergebnis erreichen. Doch zumindest für die Börsianer hat der YOY- bzw. Year-over-Year-Trend symbolische Bedeutung: Verliert Apple den Nimbus des ungebrochenen Wachstums, könnte die Apple-Aktie weiter an Boden verlieren.

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