Live Photos und „Hey Siri“: Apple erläutert Datenschutz

Florian Matthey 7

Zwei neue Features des iPhone 6s (Plus) werfen Fragen in Sachen Datenschutz auf: Die Live Photos und die ständig aktivierte „Hey Siri“-Funktion. Apple hat jetzt verraten, welche Daten das iPhone speichert und welche nicht.

Live Photos und „Hey Siri“: Apple erläutert Datenschutz

Gegenüber Tech Crunch hat sich Apple zu den Datenschutzgesichtspunkten der neuen Features geäußert. Beide führen in einem gewissen Umfang dazu, dass das iPhone Details seiner Umgebung wahrnimmt, ohne dass der Benutzer tatsächlich ein Foto schießt oder Siri benutzt. Allerdings bleiben die Daten laut Apple trotzdem sicher.

Die „Live Photos“ erlauben es, ein Standbild in seinem Kontext zu erleben: Das iPhone speichert nicht nur das Foto, sondern nimmt davor und danach auch jeweils 1,5 Sekunden Videos auf. Das bedeutet, dass das Gerät, wenn die Kamera aktiv ist, ständig Video-Daten zwischenspeichert – und die letzten 1,5 Sekunden dauerhaft abspeichert, wenn der Benutzer ein Foto schießt. Das iPhone löscht die zuvor zwischengespeicherten Video-Daten allerdings sofort wieder, sie werden das iPhone auch nicht in Form eines iCloud-Backups oder auf ähnliche Weise verlassen. Fotos und Videos sind auf dem iPhone weiterhin verschlüsselt gespeichert; das Foto oder „Live Photo“ verlässt das Gerät nur, wenn der Benutzer eben ein iCloud-Backup ermöglicht.

Auch die neue „Hey Siri“-Funktion wirft Fragen in Sachen Datenschutz auf. Bisher war es nur möglich, Siri ohne Berühren des iPhones durch das „Hey Siri“-Kommando zu starten, wenn das iPhone mit Strom versorgt wird. Das iPhone 6s (Plus) erlaubt es hingegen, die Option ständig zu aktivieren.

Damit Dritte dann nicht einfach Siri auf einem iPhone starten können, merkt sich das iPhone die Stimme des Benutzers und Art, wie er „Hey Siri“ sagt. Das Mikrofon des iPhone ist zwar ständig aktiviert, um für „Hey Siri“-Kommandos bereit zu sein. Allerdings speichert das iPhone keinerlei Audio-Daten ab, während es seine Umgebung auf diese Art „abhört“. Auch erfolgt die Erkennung des Kommandos nur auf dem iPhone selbst; die Audio-Aufnahme wird nicht an Apples Server übermittelt. Erst wenn der Benutzer Siri tatsächlich verwendet, erfolgt die Weiterleitung an Apple, um die Sprachbefehle zu verstehen.

Wer die Features nicht benutzen möchte, behält natürlich die Möglichkeit, sie zu deaktivieren. Dann arbeiten die Kamera und Siri so, wie es bereits bei früheren iPhone-Generationen der Fall ist. Live Photos verbrauchen doppelt so viel Speicherplatz wie normale Fotos, so dass auch dies vielleicht ein Grund ist, sich gegen das neue Feature zu entscheiden.

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