Projekt für einen China-Urlaub: iPhone basteln statt kaufen

Florian Matthey

Für alle, denen ein normaler iPhone-Kauf im Geschäft oder online zu langweilig ist, gibt es eine andere Option: Sich die Einzelteile in China kaufen und das iPhone selbst zusammenbauen. Ein Bastler hat in einem Video dokumentiert, wie das geht.

iPhone-6s/iPhone 6s Plus Display wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung.

iPhone basteln statt kaufen: Geht das?

Der Entwickler und Bastler Scotty Allen hat sich mit einem Projekt auf die Straßen des chinesischen Shenzhen begeben: Er wollte herausfinden, ob es in China nicht nur möglich ist, ein iPhone kostengünstig zu reparieren – sondern ob sich aus den erhältlichen Einzelteilen auch ein komplettes funktionierendes iPhone zusammensetzen lässt. Allen entschied sich, ein iPhone 6s auf diese Weise aufzubauen – vom iPhone 7 sind aktuell noch nicht genug Einzelteile erhältlich.

Nur wenige Einzelteile nötig

Letztendlich sind es aber gar nicht so viele Einzelteile, die es zu besorgen gilt: Allen kaufte ein Display, ein Logic Board mit zugehörigem Touch-ID-Homebutton, ein Gehäuse und einen Akku sowie kleinere „Extras“ wie die Hauptkamera, den SIM-Karten-Schlitten und den Lightning-Anschluss. Auf dem Logic Board befinden sich bekanntlich die allermeisten Komponenten – und der Kauf eines zugehörigen Homebuttons ist wichtig, da sonst Touch ID nicht funktioniert: Der Sensor muss von Apple mit dem Speicher „Secure Enclave“ im Hauptprozessor gekoppelt sein. Da das alles ja noch vergleichsweise wenig Bastelei ist, hat Allen sich ein defektes Display gekauft und dieses mit Einzelteilen wieder repariert.

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Komponenten aus zahlreichen Quellen

Letztendlich ist es natürlich nicht überraschend, dass aus diesen wenigen Komponenten ein funktionierendes iPhone hervorgeht. Auch der günstige Preis für alle Komponenten – rund 300 US-Dollar – macht das Gerät nur auf den ersten Blick attraktiv: Es handelt sich natürlich um kein neues iPhone, mit dem sich irgendwelche Garantieleistungen in Anspruch nehmen lassen könnten. Und auch die Herkunft der Einzelteile dürfte mehr oder weniger überzeugend sein; bei manchen handelt es sich um Teile ansonsten defekter iPhones, andere dürften ausgesonderte Teile aus Fabriken sein. Dem Gehäuse, das Allen kaufte, fehlte beispielsweise der Laseraufdruck. Viele Teile, die in China zirkulieren, sind auch keine Original-Apple-Komponenten.

Dennoch ist das Video sehr interessant anzusehen: Wir bekommen einen guten Eindruck von den Straßen Chinas, den Menschen und den durch IT-Werke in dem Land entstandene Märkte für Elektronikprodukte rund um die eigentlichen Fabriken herum. Und, wie gesagt: Ein iPhone selbst zu basteln ist sicherlich viel interessanter, als es einfach zu kaufen.

Quelle: Strange Parts

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