Ein Grund für den Wegfall des Kopfhöreranschlusses im iPhone 7 ist der Platz, den dieser wegnimmt – das behauptet zumindest Apple. Ein Bastler hat jetzt jedoch ein iPhone 7 mit einem eben solchen Anschluss ausgestattet.

 

Apple iPhone 7

Facts 

Auch ein Jahr nach der Präsentation des iPhone 7 sorgt Apples Entscheidung, auf den Kopfhöreranschluss zu verzichten, noch für Diskussionsstoff. Andere Hersteller haben sich an Apple mittlerweile ein Vorbild genommen; selbst Google will sein Pixel 2 ohne Kopfhöreranschluss bauen. Dennoch gibt es weiterhin Benutzer, die den Anschluss, den Apple gerne als „veraltet“ darstellt, vermissen. Offenbar so sehr, dass sie einen großen Aufwand betreiben, um doch noch ein iPhone 7 mit Klinkenbuchse bekommen zu können.

Kopfhöreranschluss für das iPhone 7

Der in China ansässige Softwareentwickler und Bastler Scotty Allen hat es tatsächlich geschafft, ein iPhone 7 mit einem voll funktionsfähigen Kopfhöreranschluss auszustatten. Seine Arbeit hat er in einem halbstündigen Video dokumentiert. Allen hatte bereits im Frühjahr mit einem Video für Aufmerksamkeit gesorgt, in dem er zeigte, wie sich ein iPhone aus auf Elektronikmärkten gekauften Einzelteilen zusammensetzen lässt.

Do it Yourself: iPhone 7 mit Kopfhöreranschluss

Der Aufwand war dieses Mal allerdings deutlich größer: Mehrfach beschädigte Allen ganze iPhones und Einzelteile, um herauszufinden, wo und wie genau sich der Anschluss im Inneren des Gerätes platzieren lässt – wobei klar war, dass der Anschluss an der unteren linken Seite des iPhone liegen muss, da dort auch nach dem Wegfall des Anschlusses kein Lautsprecher vorhanden ist, sondern nur eine Attrappe, die wie ein eben solcher aussieht. Dennoch „schaffte“ Allen es im Rahmen des Projekts, allein in einer Woche Komponenten im Wert von rund 1000 US-Dollar zu verlieren. Letztendlich machte er aber weiter, da er beweisen wollte, dass es funktioniert – letztendlich mit Erfolg.

iphone-7-kopfhöreranschluss-defekte

Im iPhone 7 ist genug Platz vorhanden

Damit der Anschluss auch funktionsfähig ist, hat Allen Apples Lightning-auf-Kopfhöreranschluss-Adapter auseinandergenommen und dessen Elektronik ins iPhone 7 integriert. Hierfür musste er auch eine eigene kleine Leiterplatte herstellen. Die von Apple zitierten Platzprobleme lassen sich allerdings nach Allens Experiment noch weniger nachvollziehen, als dies ohnehin schon der Fall war: Der Bastler musste nur einige Komponenten wie den Akku und die Taptic Engine um wenige Millimeter nach oben schieben.

Allen hofft jetzt, dass sich seine Arbeit auch andere zunutze machen können: Er selbst sei kein iPhone-Techniker, sondern eben nur ein Bastler; andere könnten seine Arbeit also noch verbessern. Die selbst hergestellten Leiterplatten möchte er jedenfalls Technikern in Asien anbieten, damit diese iPhones dort ebenfalls mit einem Kopfhöreranschluss ausstatten können. Auch würde sich Allen freuen, wenn Apple an seiner Arbeit interessiert wäre – wobei klar sein dürfte, dass Apple die mit dem iPhone 7 getroffene Entscheidung wohl kaum rückgängig machen wird.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass uns Apple bezüglich des Platzerfordernisses zumindest im iPhone 7 nicht die Wahrheit erzählt hat. Möglicherweise wird das Unternehmen den frei gewordenen Platz aber in zukünftigen Geräten anderweitig nutzen. Ein anderer Grund für die Wegrationalisierung des Kopfhöreranschlusses soll derweil der Schutz des Innenlebens vor Flüssigkeit sein. Diesen dürfte Allens Lösung tatsächlich verschlechtert haben.

Quelle: Motherboard

Florian Matthey
Florian Matthey, GIGA-Experte.

Ist der Artikel hilfreich?