iPhone-Drosselung: Apples Eingeständnis sorgt für erste Klagen

Holger Eilhard 14

Das Power-Management im iPhone hat nun auch rechtliche Folgen für das Unternehmen aus Kalifornien. In mehreren Sammelklagen werfen Anwender dem iPhone-Hersteller mitunter Vertragsbruch vor.

iPhone-Drosselung: Apples Eingeständnis sorgt für erste Klagen
Bildquelle: iFixit.

Ausgebremstes iPhone: Apple sieht erste Sammelklagen in den USA

Nachdem Apple vor einigen Tagen bestätigt hatte, dass man ältere iPhones aufgrund verringerter Akku-Performance verlangsamt, zum Beispiel um ein abruptes Abschalten zu verhindern, gibt es nun erste Berichte aus den USA über Sammelklagen frustrierter Anwender.

Eine der ersten Sammelklagen wurde von Stefan Bogdanovich aus Los Angeles eingereicht. Bogdanovich argumentiert, dass Apple nicht um die Erlaubnis für eine Drosselung der Geschwindigkeit gefragt habe und diese nun den Wert des iPhone reduziert. Apples Taktik sorge dafür, dass die Nutzer darunter leiden müssen, nur um sich ein neues iPhone zu kaufen.

Bogdanovich verlangt vom Unternehmen aus Cupertino, dass diese Performance-Drossel wieder deaktiviert wird. Gleichzeitig erhebt er Anspruch auf eine Entschädigung.

In einem weiteren Fall, diesmal aus Chicago, haben sich zwei Personen aus Illinois mit weiteren Bürgern aus Ohio, Indiana und North Carolina zusammengetan. Sie werfen Apple vor, sich mit iOS 10.2.1 „trügerisch, unsittlich und unmoralisch“ verhalten zu haben. Die Besitzer beziehen sich dabei auf das iPhone 5, iPhone 6 und iPhone 7.

Das iPhone X, hier unser Test, ist – wie auch das iPhone 8 und 8 Plus – noch nicht von der künstlichen Bremse betroffen:

iPhone X im Test.

Apple bremst alte iPhones aus

Vor einigen Tagen hatte Apple zugegeben, dass man die Geschwindigkeit des iPhone 7 (ab iOS 11.2), iPhone 6s, iPhone 6 und iPhone SE (ab iOS 10.2.1) unter bestimmten Umständen reduziert. Diese sind zum Beispiel dann gegeben, wenn die Akkus in den Smartphones ein gewisses Alter überschritten haben und nicht mehr ihre volle Performance besitzen.

In der Vergangenheit sorgten diese Probleme dazu, dass sich die Geräte ohne Vorwarnung abgeschaltet haben. Apple hatte im vergangenen Februar angekündigt, dass man Änderungen in iOS 10.2.1 vorgenommen habe, um dies in Zukunft zu verhindern. Mit iOS 11.2 gilt diese Anpassung auch fürs iPhone 7 und in zukünftigen iOS-Versionen sollen weitere Geräte hinzukommen.

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Ob und wie Apple auf die aktuellen Klagen reagieren wird, ist bislang unklar. Hilfreich wäre eine Benachrichtigung, welche den Nutzer darüber informiert, dass der Akku ein gewisses Alter überschritten hat und das System daher langsamer sein kann. Ein Akkutausch ist dann deutlich günstiger als der Kauf eines neuen iPhone.

Quellen: Chicago Sun Times via AppleInsider, TMZ via MacRumors

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