Macht Apple ernst und „killt“ den bewährten Kopfhöreranschluss des iPhones noch in diesem Jahr? (Mal wieder) eine beunruhigende Vorstellung, genährt von neuesten Berichten zum iPhone 7. Doch wäre dies wirklich eine solche Katastrophe?

 

Apple iPhone 7

Facts 

Der 3,5 mm Kopfhöreranschluss ist aus unserer Welt nicht mehr wegzudenken. Nicht erst seit iPhone, iPod und Co. schließen wir per „Miniklinke“ Kopf-, Ohrhörer und Headsets an. Schon der gute alte Walkman besaß einen derartigen Anschluss – Jahrzehnte die wir nicht missen möchten, Jahrzehnte in denen der Kopfhöreranschluss problemlos seine Arbeit verrichtete. Wer möchte kann – muss aber nicht – auch heute noch entsprechend alte „Hörmuscheln“ am iPhone betreiben.

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Der TPS-L2 – Sonys erster Walkman aus dem Jahr 1979 – besaß sogar gleich zwei Kopfhörer-Anschlüsse – da kann kein iPhone heutzutage mithalten ;-). Bildquelle: Sony-Gesamtkatalog

Das Gerücht: iPhone 7 ohne Klinkenanschluss

Spekulationen gab es hierzu schon im letzten Jahr, erst vor wenigen Tagen gaben Meldungen wiederholt aus Zulieferkreisen dem erneut Nahrung – Apple verzichtet beim kommenden iPhone 7 und iPhone 7 Plus bewusst auf den bewährten Kopfhöreranschluss (3,5 mm Miniklinke). Fällt also demnächst ein weiterer Port dem „Modernisierungszwang“ bei Apple zum Opfer? Untypisch wäre dies ja nicht für die Mannen aus Cupertino. Doch welche Gründe könnten tatsächlich dafür sprechen? Jede Designentscheidung möchte ja gut überlegt sein.

Gerüchtezusammenfassung vom Kollegen Sebastian zum iPhone 7 im Video:

iPhone 7: Zusammenfassung der Gerüchte im Video

iPhone 7 ohne Klinke: Die möglichen Gründe für Apple – was spricht dafür?

  • Anorexia nervosa: Magersucht ist eigentlich eine einzunehmende Krankheit, Apple jedoch verkauft uns so alljährlich den Fortschritt in Millimetern – iPhones, iPads und auch die MacBooks werden immer dünner. Schon jetzt verhindert der Klinkenstecker die Fortsetzung dieser Strategie – also lieber hinfort mit ihm! Der Weg wäre frei für noch grazilere Smartphone-Gestalten.
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In diesem Konzept eines iPhone 7 wurde der Klinkenanschluss schon entfernt, statt Lightning sehen wir hier aber auch gleich USB-C. Soweit dürfte Apple aber nicht gehen (Bildquelle: Eric Huismann – handy-abovergleich.ch).
  • Schutz vor den Elementen: Der Wegfall der Miniklinke bedeutet auch eine Vereinfachung beim Schutz vor Staub und Wasser. Immerhin spekuliert man derzeit kräftig über eine derartige Widerstandsfähigkeit des kommenden iPhone 7. Der Kopfhöreranschluss müsste also weichen. An und für sich kein schlechter Tausch, oder?
  • Mehr durch Weniger: Schon jetzt nutzt Apple jede noch so kleine Lücke im iPhone für die jeweiligen Komponenten. Fällt der Klinkenstecker weg, so gewinnt man etwas mehr Platz im Inneren – sinnvoll für eine effiziente Raumgestaltung.
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Der Philips Fidelio M2L – einer der derzeit wenigen Kopfhörer mit Lightning-Anschluss.
  • Wachstums-Schubser: Kopfhörer wie zum Beispiel der Philips Fidelio M2L mit direkter Audioübertragung per Lightning sind gegenwärtig noch immer die absolute Ausnahme. Ein neues iPhone 7 könnte durch den fehlenden Klinkenstecker derartigen Kopf- und Ohrhörern auf die Sprünge helfen. Gleiches gilt im Übrigen für Modelle mit kabelloser Bluetooth-Technik. Apropos: Hatte Apple nicht vor geraumer Zeit eine „Kopfhörerbude“ gekauft ;-). Passende Gerätschaften könnten also zeitgleich von Beats auf den Markt kommen beziehungsweise zum Teil dem iPhone auch gleich beigelegt werden. Vorteil: Noch mehr Umsatz und Gewinn für Apple und die Zubehörindustrie.

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Aufbegehren der Kunden? Spricht etwas gegen den Wegfall der Miniklinke?

Erwartungsgemäß dürfte ein solcher radikaler Schritt für hitzige Diskussionen sorgen. Nicht wenige würden sich erneut bestätigt fühlen, Apple eine fehlende Kundennähe bescheinigen und den baldigen Untergang förmlich herbeisehen. Fakt ist: Allen Unkenrufen zum Trotz hat der kalifornische Branchenprimus derartige Horrorszenarien in Vergangenheit und Gegenwart bisher immer gut überstanden. Fakt ist auch: Der Klinkenstecker ist immer noch sehr praktisch und Weltstandard – praktisch jeder Kopfhörer und jedes Autoradio mit passendem Port findet so den Anschluss ans iPhone. Niemand muss sich irgendwelche Gedanken zur Kompatibilität machen. Wie klug wäre da am Ende die Wegrationalisierung?

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Konzept kabeloser Apple EarPods (Bildquelle: Eric Huismann – handy-abovergleich.ch).

Nun, unverzichtbar ist die Miniklinke schon lange nicht mehr, Alternativen sind verfügbar. Beispielsweise könnte Apple als „Neuheit“ passende kabellose Bluetooth-Ohrhörer beilegen – entweder eine Wireless-Variante der EarPods oder aber Modelle aus dem Hause Beats. Wem dies nicht genügt, der findet dann für High-End-Ansprüche einen sicherlich wachsenden Markt an Lightning-Kopfhörern.

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Diese Bluetooth-Ohrhörer hat „Apple“ schon jetzt im Programm: Powerbeats 2 Wireless.

Auch Autoradios und Car-Entertainmentsysteme verfügen heutzutage standardmäßig über Bluetooth oder aber sind sogar kompatibel zu Apple CarPlay – ein Klinkenstecker ist für die Anbindung nicht mehr nötig.

Als letzten und kleinsten gemeinsamen Nenner könnte Apple oder aber auch die Zubehörindustrie noch einen Lightning auf Klinken-Adapter vorstellen. Sicherlich nicht elegant, doch für eine Übergangszeit vertretbar.

Am Ende: Leinen los...

So radikal, wie von nicht wenigen Anwendern propagiert, wäre die Streichung des Klinkensteckers am iPhone 7 nicht. Vor einigen Jahren hätte sich dies noch anders dargestellt, doch die heutige (vor allem kabellose) Infrastruktur stellt nicht zuletzt für den mobilen Betrieb eine potente Alternative dar. High-End-User wiederum begrüßen am Ende vielleicht sogar die vielversprechende Lightning-Übertragung als qualitativ höherwertigere Alternative zur Miniklinke und somit als richtigen Schritt in die Zukunft.

Ergo: Mach's noch einmal, Apple!

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