Apples 200 Millionen für Corning: Das dürfte hinter der Investition stecken

Florian Matthey

Was steckt hinter Apples 200-Millionen-US-Dollar-Investition in Corning? Analysten sehen einen Zusammenhang zu Technologien für drahtloses Aufladen – und zur Apple-AR-Brille.

Apples 200 Millionen für Corning: Das dürfte hinter der Investition stecken

Apple hat in diesem Monat einen 1-Milliarde-US-Dollar-Investition-Fonds für Produktion in den USA angekündigt. Das erste US-Unternehmen, das davon profitiert, ist Corning: Apple investiert 200 Millionen US-Dollar in den Hersteller des bekannten „Gorilla Glas“, das seit zehn Jahren das Display von iPhones schützt. Auf den ersten Blick lässt die Investition keine großen Rückschlüsse auf zukünftige Produkte zu: Apple könnte es schlichtweg darum gehen, sicherzustellen, dass iPhones auch in den nächsten zehn Jahren ein stabiles Display-Glas bekommen.

Analysten glauben aber, dass hinter der Investition noch mehr stecken könnte. Der Oppenheimer-Analyst Andrew Uerkwitz, der sich seit längerem mit Corning beschäftigt, verweist darauf, dass Glas als Material in zukünftigen Smartphones immer wichtiger werden könnte: Wer verstärkt auf drahtloses Aufladen setzen wolle, müsse Metall im Gehäuse durch Glas ersetzen, um mit weniger Interferenzen zu kämpfen zu haben. Bekanntlich soll das iPhone 8 hier zumindest manchen Quellen zufolge mit einem Glas-Gehäuse einen Anfang machen.

Apple Watch Series 2 im Hands-On-Video.

Schon das iPhone 4(s) hatte eine Rückseite aus Glas, die aber trotz ihrer relativen Stabilität natürlich eher für Schäden anfällig ist als die Alu-Gehäuse der späteren iPhone-Generationen. Corning-Technologie könnte dafür sorgen, dass dieser Nachteil kleiner wird. Neben Glas würde sich auch Keramik anbieten, wie Uerkwitz anmerkt. Und Keramik ist ebenfalls ein Material, das Corning herstellt – es kommt in der aktuellen Apple Watch Edition zum Einsatz.

Der Analyst Patrick Moorhead von Moor Insights sieht in der vertieften Apple-/Corning-Partnerschaft sogar eine Weichenstellung für ein zukünftiges komplett neues Produkt: die Apple-AR-Brille. Eine solche müsste über hochwertige Gläser verfügen, die das „180-Grad-Augmented-Reality-Erlebnis“ ermöglichten, dabei aber möglichst leicht sind. Corning wäre ein Kandidat, der diese Brillengläser für Apple entwickeln könnte. Allerdings hatte die Gerüchteküche zuvor vermeldet, dass Apple hier mit dem deutschen Unternehmen Zeiss zusammenarbeitet.

Quelle: CNBC via 9 to 5 Mac

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