iPhone: Neuer Chip könnte Akkulaufzeit verbessern – und einen Zulieferer ruinieren

Florian Matthey

Apple will angeblich nicht nur Grafikchips, sondern auch eigene Chips für das Strommanagement seiner Geräte bauen, um so die Akkulaufzeit der iPhones zu erhöhen. Der Aktienkurs eines Zulieferers geht prompt in den Keller.

Die Geschichte wiederholt sich: Ein Apple-Partner soll seinen wichtigen Kunden verlieren, da dieser das Produkt in Zukunft lieber selbst entwickeln möchte – und prompt lässt der Aktienkurs nach. So geschah es Anfang dieses Monats mit dem Zulieferer Imagination, der selbst verkündete, dass Apple in Zukunft eigene Grafikchips für seine Apple-AX-Chips entwickeln möchte. Und so ist es jetzt auch beim Apple-Partner Dialog Semiconductor, der bisher die Strommanagement-Chips fürs iPhone liefert.

iPhone 7 Review.

Ein wichtiger Unterschied ist aber, dass Dialog oder Apple den Bruch nicht etwa selbst verkündet haben. Stattdessen handelt es sich aktuell nur um eine unbestätigte Meldung: Der Analyst Karsten Iltgen von Bankhaus Lampe berichtet, dass Apple eigene Strommanagement-Chips – oder „Power-Management Integrated Circuits“ – entwickle und die Chips von Dialog mittel- bis langfristig ersetzen möchte. Für die Entwicklung habe Apple bereits Teams in Kalifornien und in einem Büro in München geschaffen. Aktuell sollen rund 80 Ingenieure an dem Projekt arbeiten. Apple habe auch einige Ingenieure bei Dialog abgeworben.

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Iltgens Kollege Andrew Gardiner von Barclays glaubt allerdings nicht an einen entsprechenden Schritt wie bei den GPUs: Dass Ingenieure zwischen Zulieferern und ihren Kunden hin und her wechseln, sei nicht ungewöhnlich. Zu beachten sei, dass bei Dialog 1.300 Ingenieure arbeiten. Ein Team aus 80 Personen sei im Vergleich entsprechend gering. Allerdings betont Iltgen auch, dass er nicht an einen Wechsel zu einer Apple-eigenen Lösung in naher Zukunft glaube; stattdessen werde Apple schrittweise in diese Richtung gehen. Die ersten iPhones mit Apple-eigenen Chips könnten demnach im Jahr 2019 erscheinen.

Apple-eigene Chips könnten dem Unternehmen Vorteile in Sachen Stromverbrauch der eigenen Produkte bringen – wenn Apple denn leistungsfähigere Chips als solche von Dialog entwickeln kann. Für Dialog wäre ein Wegfall des Kunden Apple tatsächlich höchst problematisch: Aktuell soll der iPhone-Hersteller für 74 Prozent des Umsatzes des Unternehmens verantwortlich sein.

Quelle: Bloomberg via Mac Rumors

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