iPhone SE „Assembled in India“: Apple produziert jetzt in Bangalore

Florian Matthey

Apple hat damit begonnen, iPhones in einem weiteren Land herzustellen: Indien. Das Unternehmen hat offiziell bestätigt, dass es das iPhone SE jetzt in der IT-Metropole Bangalore produzieren lässt.

Gegenüber dem Wall Street Journal hat Apple die Produktion des iPhone SE im indischen Bangalore offiziell bestätigt. Bisher gab es (fast) nur in China montierte iPhones: Apples Partner Foxconn betreibt auch Fabriken in anderen Ländern, so dass es zwischenzeitlich auch in Brasilien hergestellte Geräte gab; die Fabriken in dem südamerikanischen Land scheinen aber mittlerweile andere Aufgaben übernommen zu haben.

iPhone SE im Test.

Die „Assembled in India“-iPhones, die Apple durch den Partner Wistron montieren lässt, sind aber offenbar in erster Linie für den indischen Markt selbst bestimmt. Indien hat im Bereich Elektronik vergleichsweise protektionistische Gesetze; beispielsweise hat Apple auch Probleme, Apple Stores in Indien zu eröffnen, da das Unternehmen bisher keine in Indien produzierte Geräte anbieten kann. Auch wollte Apple gerne generalüberholte iPhones aus anderen Ländern zu günstigen Preisen in Indien anbieten, um mehr Marktanteile in dem Land gewinnen zu können; die Gesetze gegen Importe von „Elektroschrott“ erschwerten dieses Vorhaben jedoch.

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Frisch in China produzierte iPhones kann Apple aber nur mit hohen Zöllen nach Indien einführen, so dass die Geräte dort vergleichsweise teuer sind – was in Indien besonders stark ins Gewicht fällt, da sich die allermeisten Smartphone-Benutzer in dem Land keine teureren Geräte leisten können und wollen. Daher kommt es auch nicht überraschend, dass das erste in Indien produzierte iPhone gleichzeitig auch das günstigste ist. In Deutschland kostet das 32-GB-iPhone SE bei Apple 479 Euro, wobei es auch deutlich günstiger erhältlich ist:

Ob es das iPhone SE jetzt in Indien zu Schnäppchenpreisen geben wird, bleibt abzuwarten: Vertreter der indischen Regierung behaupten, dass das iPhone SE für Preise um 200 Euro erhältlich sein könnte, was allerdings angesichts der regulären Apple-Preisstrategie sehr unwahrscheinlich ist. Aktuell kostet das 32-GB-iPhone SE in Indien rund 22.000 Rupien. Das sind umgerechnet 310 Euro. Vielleicht wird Apple für Indien aber auch die 16-GB-Variante wiederbeleben.

Jedenfalls dürfte es sich bei den in Bangalore produzierten Geräten noch um solche der ersten iPhone-SE-Generation handeln: Erst im März hatte Apple das SE in Sachen Kapazität überarbeitet, und ob und wann Apple einen Nachfolger mit 4-Zoll-Display veröffentlichen wird, ist weiterhin unklar. Zuletzt machten Fotos die Runde, die ein neues Modell mit glänzender (Glas-?)Rückseite zeigen könnten. Dieses würde Apple aber wohl zunächst in China produzieren lassen.

Quelle: Wall Street Journal via 9 to 5 Mac

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