Apple-Entwickler enthüllt: Die bizarre iPhone-Tastatur, die niemand sehen sollte

Holger Eilhard

Wir schreiben das Jahr 2005. Von der Vorstellung des ersten iPhone sind wir noch viele Monate entfernt. Ken Kocienda, der von 2001 bis 2016 bei Apple tätig war, beschreibt wie sein Team bei Apple die virtuelle iPhone-OS-Tastatur entwickelte.

Apple-Entwickler enthüllt: Die bizarre iPhone-Tastatur, die niemand sehen sollte
Bildquelle: GIGA.

Der Name Ken Kocienda dürfte einigen von euch bereits bekannt sein. Vor einigen Monaten sorgte ein Tweet von ihm für Aufsehen, welcher Bilder der „Wallaby“ genannten Prototypen des iPhone zeigte. Kocienda ist der Schöpfer von Apples Smartphone Keyboard und arbeitete bei Apple in den Software-Teams, welche für Safari, iPhone, iPad und Apple Watch verantwortlich waren.

In seinem neuem Buch Creative Selection: Inside Apple’s Design Process During the Golden Age of Steve Jobs beschreibt er unter anderem, wie es zur Entwicklung dieser virtuellen Tastatur kam, die wir seit 2007 im iPhone tagtäglich benutzen. Die Kollegen von 9to5Mac durften einen entsprechenden Auszug aus dem Buch veröffentlichen.

Kocienda beschreibt darin, dass der damalige Kopf des Software-Teams fürs iPhone, Scott Forstall, gegen Ende 2005 seine Mitarbeiter damit beauftragte, sich ausschließlich mit der Suche nach einer Lösung für die primäre Eingabemethode zu beschäftigen. Alle anderen Aufgaben des Teams wurden auf Eis gelegt. Kocienda war Teil dieses Teams und zeigt in seinem Buch auch einige Entwürfe, wie ein derartiges Keyboard aussehen könnte.

Forstall entschied sich für ein Design von Kocienda, welcher seinen Prototypen nur wenige Tage später für Phil Schiller, Apples Marketing-Chef, und Tony Fadell, der ehemalige Leiter der iPod-Abteilung, demonstrieren sollte. Doch diese Demonstrationen verliefen anders als erhofft.

So sollen die Nachfolger des iPhone X angeblich aussehen:

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Nachfolger des iPhone X: So sollen die Apple-Smartphones heißen.

Kocienda demonstriert Prototypen für Phil Schiller und Tony Fadell

Wie Kocienda in dem Auszug weiter beschreibt, war es für ihn damals das erste Mal, dass er Phil Schiller traf. Das Meeting begann kurz und knapp; es war klar, dass Schiller keine Zeit für lange Diskussionen hatte und lediglich den Prototypen sehen und nutzen wollte.

Das folgende Bild zeigt ein Beispiel, wie dieser Prototyp ausgesehen haben soll. Es ist zu erkennen, dass mehrere Buchstaben zusammengefasst wurden. Die Software soll dabei in der Lage gewesen sein, vorherzusagen, welcher Buchstabe gemeint war. Hinzu kommt ein „Wörterbuch“, welches Vorschläge für passende Wörter machen soll. Details wie die Statusleise oben seien aber nicht korrekt — diese Prototypen waren so früh, dass sie noch nicht mit einem Mobilfunknetz verbunden waren.

Schiller schaute sich die Demo an und tippte ein wenig auf dem Bildschirm herum. Er frage Kocienda daraufhin, warum er mehrere Buchstaben auf eine Taste gelegt habe. Kocienda versuchte seine Designentscheidungen zu verteidigen, mit denen Schiller aber nicht zufrieden war. Die Demonstration war nach nur rund zwei Minuten zu Ende.

Noch knapper war die nur wenige Tage später folgende Demo für Tony Fadell. Fadell benutzte die Software nur kurz und tippte keine zwei Wörter. Er hatte auch keine Fragen für Kocienda sondern verließ den Raum mit Forstall nach nur einer Minute.

Für den Entwickler bedeutete dies einen Rückschlag. Er bastelte sich daraufhin eine Papiervorlage, die nur halb so groß wie eine Kreditkarte war. Dies war der gesamte Platz, der ihm zur Verfügung stand, um ein Softwarekeyboard zu realisieren.

Creative Selection: Inside Apple’s Design Process During the Golden Age of Steve Jobs (, ) von Ken Kocienda erscheint am 4. September 2018. Den vollständigen Ausschnitt zur Entwicklung des Software-Keyboards findet ihr bei 9to5Mac.

Quelle: 9to5Mac

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