Apple iPhone X: Der wahre Grund für die drohenden Lieferengpässe

Rafael Thiel 4

Das Interesse am iPhone X ist enorm. Laut Analysten ist mit bis zu 50 Millionen Vorbestellungen zu rechnen. Da hat Apple alles richtig gemacht, oder? Die Features sind verlockend, werden aber aller Voraussicht nach auch einen längeren Lieferrückstand nach sich ziehen – möglicherweise weit bis 2018 hinein. Wäre ein Kompromiss nicht vielleicht besser gewesen, um der zahlreichen Kunden drohenden Warterei vorzubeugen?

iPhone X im Hands-On.

iPhone X und die Liefersituation

1.149 Euro lässt Apple sich das iPhone X kosten – wohlgemerkt in der Grundversion mit nur 64 GB internem Speicher. Ganz schön viel Schotter, der Vorbestellern eine Menge Vertrauen abverlangt. Blöd nur, wenn das Smartphone nicht nur erst Monate nach der Vorstellung erscheint und dann auch noch aufgrund von Lieferengpässen auf sich warten lässt. Denn genau das könnte drohen, angesichts der von Analysten prognostizierten 50 Millionen Vorbestellungen.

Lieferengpässe, das ist man von Apple eigentlich nicht gewohnt. Liegt das am randlosen Display? Das untypisch geformte Panel lässt einen komplizierten Produktionsprozess vermuten. Stimmt, das lässt sich Samsung, alleiniger Zulieferer für das Bauteil, auch ordentlich etwas kosten – offenbar kostet ein X-Panel über 120 US-Dollar das Stück; die Panel vorheriger iPhones kosteten nur rund 50 US-Dollar.

Der Flaschenhals ist aber ein anderes Bauteil: Laut dem renommierten Analysten Ming-Chi Kuo bereitet vielmehr die frontseitige Kamera Komplikationen bei der Produktion. Das liegt an der 3D-Erfassung, die Apple „TrueDepth“ nennt und für FaceID unumgänglich ist. Da der Hersteller auf einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite verzichtet, muss die Gesichtserkennung natürlich besonders zuverlässig sein – dementsprechend komplex ist auch die Bauweise der Kamera, weswegen „die Massenherstellung schwer zu erzielen“ sei. Der Analyst geht davon aus, dass sich der Vertrieb erst im Laufe der ersten Jahreshälfte von 2018 einpendeln wird.

iPhone X: Ohne FaceID vielleicht schon jetzt auf dem Markt?

Eine ganze Weile also, die einige Kunden sich gedulden müssten. Zwar wird Apple die Vorbesteller zuerst bedienen, doch auch dort könnte es zu Verzögerungen kommen. Ob alle bis Weihnachten ein iPhone X in Händen halten können, ist zumindest fraglich. Das Ganze hätte Apple vermeiden können, wenn es das komplexe FaceID-System einfach auf die kommende Generation aufgeschoben hätte.

Stattdessen hätte es auch reguläre Gesichtserkennung, wie sie andere Smartphones bereits beherrschen, ein gangbarer Kompromiss gewesen – vor allem im Zusammenhang mit einem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, der auf dem Smartphone-Markt eher Standard denn Abnormalität ist.

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Doch Apple zieht es wohl vor, eine brandneue Kamera-Technologie einzubauen und nimmt die Lieferengpässe und Verzögerungen in Kauf. Das stellt zwar die Geduld vieler iPhone-Käufer auf die Probe, ist aber auch ein gutes Verkaufsargument, das sicherlich in Teilen auch die Beliebtheit begründet. Zudem sorgt Knappheit für einen stabilen Preis sowie künstlich hochgehaltene Nachfrage.

via Apple Insider, WinFuture

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